POP-Q-System

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Das POP-Q-System: Ein objektiver Maßstab für Deinen Beckenorganprolaps

Wenn Du die Diagnose Beckenorganprolaps (Senkung) erhältst, kann das verunsichernd sein. Das POP-Q-System (Pelvic Organ Prolapse Quantification System) ist ein international anerkanntes Standardverfahren, das Deinem Arzt oder Deiner Ärztin hilft, den Grad und die Art Deiner Senkung präzise zu beurteilen. Es übersetzt Deine Symptome in objektive, messbare Werte und schafft so eine verlässliche Grundlage für Deine weitere Behandlung.

Stell es Dir wie ein Koordinatensystem für Deinen Beckenboden vor. Bei der gynäkologischen Untersuchung werden neun genau definierte Punkte vermessen. Der zentrale Referenzpunkt ist dabei der Hymenalsaum (die Ebene des Jungfernhäutchens), der als Nullpunkt dient:

  • Punkte an der vorderen Scheidenwand (in Beziehung zur Blase, relevant für eine Zystozele)
  • Punkte an der hinteren Scheidenwand (in Beziehung zum Darm, relevant für eine Rektozele)
  • Die Position des Gebärmutterhalses oder des Scheidenendes nach einer Gebärmutterentfernung (apikaler Prolaps)
  • Zusätzliche Maße wie die Länge der Scheide und die Größe der Genitalöffnung (urogenitaler Hiatus)

Die Messergebnisse (in Zentimetern) werden in ein einfaches Schema eingetragen. Ein negativer Wert bedeutet, dass sich das Organ oberhalb des Hymenalsaums befindet, ein positiver Wert, dass es darüber hinausragt. Anhand dieser Messungen wird die Senkung in einen von fünf Schweregraden (Stadien 0 bis 4) eingeteilt – von keiner Senkung (Stadium 0) bis zum vollständigen Vorfall (Stadium 4).

Der große Vorteil dieses Systems ist seine Objektivität und Vergleichbarkeit. Es ermöglicht nicht nur eine exakte Diagnose, sondern auch die genaue Planung einer Therapie (z. B. Pessartherapie oder Operation) und die Kontrolle des Behandlungserfolgs über die Zeit. So kann Deine Therapie optimal auf Deine individuelle Situation abgestimmt werden.

Quellenangaben

  • Bump, R. C., Mattiasson, A., Bø, K., et al. (1996). The standardization of terminology of female pelvic organ prolapse and pelvic floor dysfunction. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 175(1), 10–17.
  • AWMF-Leitlinie “Descensus genitalis der Frau”, Registernummer 015/006. Stand: 01.04.2016 (in Überarbeitung).
  • Goerke, K., Steller, J., & Valet, A. (2019). Klinik-Leitfaden Gynäkologie Geburtshilfe (10. Aufl.). Elsevier, Urban & Fischer.

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