Was ist eine postpartale Hypophysennekrose (Sheehan-Syndrom)?
Die postpartale Hypophysennekrose, auch bekannt als Sheehan-Syndrom, ist eine seltene, aber ernsthafte Komplikation, die nach einer Geburt auftreten kann. Dabei kommt es zu einer Schädigung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) durch Sauerstoffmangel. Die Hypophyse ist eine zentrale Hormondrüse, die viele wichtige Körperfunktionen steuert. Wenn Du diese Diagnose erhältst, kann das beängstigend sein. Wisse aber, dass die Erkrankung bei richtiger Behandlung gut beherrschbar ist und Du damit ein normales Leben führen kannst.
Was sind die Ursachen für eine postpartale Hypophysennekrose?
Die Hauptursache für die Entstehung des Sheehan-Syndroms ist ein massiver Blutverlust und ein damit verbundener starker Blutdruckabfall während oder kurz nach der Geburt – eine sogenannte postpartale Hämorrhagie (PPH). Während der Schwangerschaft vergrößert sich die Hypophyse und benötigt mehr Blut. Kommt es zu einem Kreislaufschock durch den hohen Blutverlust, wird die empfindliche Drüse nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies führt zum Absterben (Nekrose) von Teilen des Hypophysengewebes.
Welche Symptome können auf das Sheehan-Syndrom hindeuten?
Die Symptome einer postpartalen Hypophysennekrose können direkt nach der Geburt auftreten oder sich schleichend über Monate und sogar Jahre entwickeln. Das macht die Diagnose manchmal schwierig. Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch, aber besonders aufmerksam solltest Du bei folgenden Symptomen werden:
- Schwierigkeiten beim Stillen: Eines der ersten und häufigsten Symptome ist die Unfähigkeit, Muttermilch zu produzieren (Agalaktie), da das dafür notwendige Hormon Prolaktin in der Hypophyse gebildet wird.
- Ausbleiben der Menstruation: Die Regelblutung setzt nach der Geburt nicht wieder ein (sekundäre Amenorrhö).
- Extreme Müdigkeit und Schwäche: Ein Mangel an Schilddrüsen- und Nebennierenrinden-stimulierenden Hormonen kann zu chronischer Erschöpfung, niedrigem Blutdruck und Schwindel führen.
- Weitere hormonelle Ausfallerscheinungen: Dazu gehören der Verlust der Achsel- und Schambehaarung, trockene Haut, Kälteintoleranz und ein verminderter Sexualtrieb.
Wenn Du eines oder mehrere dieser Symptome bei Dir feststellst, sprich bitte unbedingt mit Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen. Eine frühzeitige Diagnose durch Hormon-Bluttests und bildgebende Verfahren (MRT) ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung, die in der Regel aus einer lebenslangen Hormonersatztherapie besteht.