Retentio Placentae

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Retentio Placentae: Wenn sich die Plazenta nach der Geburt nicht löst

Eine Retentio Placentae, auch Plazentaretention genannt, beschreibt eine Situation, in der sich die Plazenta (der Mutterkuchen) nach der Geburt deines Kindes nicht innerhalb der üblichen Zeit von der Gebärmutterwand löst und ausgestoßen wird. Normalerweise geschieht dies in der Nachgeburtsphase, also in den ersten 30 bis 60 Minuten nach der Entbindung. Bleibt die Plazenta ganz oder teilweise in der Gebärmutter zurück, kann dies zu ernsthaften Komplikationen führen.

Es gibt verschiedene Gründe für eine Plazentaretention. Manchmal zieht sich der Muttermund zu schnell zusammen und „sperrt“ die bereits gelöste Plazenta ein (Placenta incarcerata). In anderen Fällen ist die Gebärmutter nach einer langen Geburt zu erschöpft, um sich kräftig genug zusammenzuziehen und die Plazenta abzustoßen (atonische Retention). Die besorgniserregendste Form ist jedoch, wenn die Plazenta ungewöhnlich fest mit der Gebärmutterwand verwachsen ist, was als Plazenta-Akkreta-Spektrum-Störung (PAS) bezeichnet wird.

  • Mögliche Risikofaktoren für eine Retentio Placentae sind:
  • Frühere Operationen an der Gebärmutter (z. B. Kaiserschnitt, Ausschabung)
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Eine sehr lange oder sehr schnelle Geburt
  • Anomalien der Gebärmutter oder der Plazenta
  • Ein Alter der Mutter über 35 Jahre

Das Hauptsymptom ist das Ausbleiben der Plazentageburt, oft begleitet von starken, anhaltenden Blutungen (postpartale Hämorrhagie). Dein Geburtsteam wird die Situation genau überwachen und bei Bedarf eingreifen. Die Behandlung reicht von Medikamenten, die die Wehen fördern, über spezielle Handgriffe bis hin zur manuellen Lösung der Plazenta unter Narkose. Ziel ist es immer, die Plazenta vollständig zu entfernen, um Blutungen und Infektionen zu verhindern.

Auch wenn die Diagnose beunruhigend sein kann, bist du in der Klinik in den besten Händen. Das medizinische Personal ist auf solche Situationen spezialisiert und wird alles tun, um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sicherzustellen.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie (015/063): „Die vaginale Geburt am Termin“. Stand: Dezember 2020.
  • Pschyrembel Online. „Retentio placentae“. Zugriff im Jahr 2023.

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