Retentio Succenturiata (Nachgeburt)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine Retentio Succenturiata (Nachgeburt)?

Der Begriff Retentio succenturiata beschreibt eine spezielle Komplikation in der Nachgeburtsphase. Dabei verbleibt nach der Geburt des Hauptteils der Plazenta (Mutterkuchen) ein kleinerer, abgetrennter Teil – eine sogenannte Nebenplazenta (Placenta succenturiata) – in deiner Gebärmutter. Stell dir vor, die Plazenta hat einen kleinen „Satelliten“, der über Blutgefäße mit dem Hauptgewebe verbunden ist. Wenn diese Verbindung während der Geburt reißt, kann dieser Teil unbemerkt zurückbleiben.

Warum ist das ein Problem und was sind die Risiken?

Wenn Plazentagewebe in der Gebärmutter verbleibt, kann sich diese nicht richtig zusammenziehen. Dies ist entscheidend, um die Blutgefäße an der ehemaligen Haftstelle der Plazenta zu verschließen. Die möglichen Folgen sind ernst und erfordern sofortige medizinische Aufmerksamkeit:

  • Postpartale Hämorrhagie (PPH): Dies ist das größte und unmittelbarste Risiko. Die unvollständige Kontraktion der Gebärmutter kann zu starken, lebensbedrohlichen Nachblutungen führen.
  • Infektionen im Wochenbett: Verbleibendes Gewebe ist ein idealer Nährboden für Bakterien und kann zu einer Gebärmutterentzündung (Endometritis) führen.
  • Gestörte Rückbildung: Die Gebärmutter kann sich nicht wie vorgesehen zurückbilden (Uterussubinvolution), was zu länger anhaltenden Schmerzen und Blutungen führen kann.

Diagnose und Behandlung der Retentio Succenturiata

Dein Geburtsteam, also deine Hebamme und die Ärzte, inspiziert die Plazenta nach der Geburt sehr sorgfältig auf ihre Vollständigkeit. Ein Verdacht entsteht, wenn an der Plazenta abreißende Blutgefäße sichtbar sind, die ins Leere führen. Besteht Unsicherheit, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um deine Gebärmutter zu kontrollieren.

Bestätigt sich der Verdacht, muss das verbliebene Gewebe entfernt werden. Dies geschieht in der Regel durch eine sogenannte manuelle oder instrumentelle Nachtastung (Curettage/Ausschabung), meist unter Narkose oder starker Schmerzmedikation. Dieser Eingriff ist notwendig, um Blutungen zu stoppen und späteren Komplikationen vorzubeugen. Du wirst dabei bestens betreut, um deine Sicherheit und dein Wohlbefinden zu gewährleisten.

Quellenangaben

  • AWMF S2k-Leitlinie „Die postpartale Hämorrhagie, Diagnostik und Therapie“. Registernummer 015/064.
  • Pschyrembel Online: „Placenta succenturiata“. Letzter Zugriff: 2023.
  • Goerke, K., Steller, J., & Valet, A. (2019). Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer-Verlag.

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