Sakrospinalfixation nach Amreich-Richter

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Die Sakrospinalfixation nach Amreich-Richter: Eine bewährte Methode zur Korrektur des Scheidenvorfalls

Wenn du von einer Senkung oder einem Vorfall der Gebärmutter oder des Scheidengewölbes betroffen bist, kann das sehr belastend sein. Die Sakrospinalfixation nach Amreich-Richter ist ein seit Jahrzehnten etabliertes und sehr wirksames operatives Verfahren, das dir helfen kann, die natürliche Anatomie deines Beckenbodens wiederherzustellen und deine Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Was genau versteht man unter dieser Operation?

Stell dir deinen Beckenboden wie ein stabiles Fundament vor. Wenn dieses Fundament an zentraler Stelle nachgibt, können sich Organe wie die Gebärmutter oder die Scheidenspitze absenken. Bei der Sakrospinalfixation wird die Spitze der Scheide (das Scheidengewölbe) oder der Gebärmutterhals an einer sehr stabilen körpereigenen Struktur befestigt: dem Ligamentum sacrospinale. Dieses Band verläuft tief im Becken zwischen deinem Kreuzbein und einem Knochenvorsprung des Sitzbeins. Durch diese Verankerung wird die Scheide wieder angehoben und in ihre ursprüngliche Position gebracht, was dem gesamten Beckenboden neuen Halt gibt.

Wann kommt die Sakrospinalfixation zum Einsatz?

Diese Operationsmethode ist eine hervorragende Option zur Behandlung eines sogenannten apikalen Prolaps. Das bedeutet, der obere, zentrale Teil deines Beckenbodens hat an Halt verloren. Dies tritt häufig auf:

  • Nach einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), wenn sich das Scheidenende absenkt (Scheidenstumpfprolaps).
  • Wenn sich die Gebärmutter selbst (Uterusprolaps) stark gesenkt hat.

Dein Arzt oder deine Ärztin wird diese Methode in Betracht ziehen, wenn eine stabile und langlebige Korrektur über einen vaginalen Zugang – also ohne großen Bauchschnitt – angestrebt wird.

Vorteile und wichtige Überlegungen

Die Sakrospinalfixation nach Amreich-Richter bietet entscheidende Vorteile, die es zu einer häufig gewählten Methode machen:

  • Hohe Erfolgsrate: Das Verfahren gilt als sehr zuverlässig mit langanhaltenden Ergebnissen.
  • Vaginaler Zugang: Die Operation erfolgt durch die Scheide. Das bedeutet in der Regel weniger Schmerzen nach dem Eingriff, eine schnellere Erholung und keine sichtbaren Narben am Bauch.
  • Wiederherstellung der Anatomie: Die Scheide wird anatomisch korrekt positioniert, was die Funktion von Blase und Darm positiv beeinflussen kann.

Wie bei jedem Eingriff gibt es auch hier Aspekte, die du mit deinem Behandlungsteam besprechen solltest. Da in der Nähe des Operationsgebiets wichtige Nerven (insbesondere der Ischiasnerv) verlaufen, erfordert die Operation große Erfahrung und präzises chirurgisches Vorgehen. Es ist wichtig, dass du dich bei einem spezialisierten Gynäkologen oder Urogynäkologen gut aufgehoben fühlst, der all deine Fragen in Ruhe beantwortet.

Quellenangaben

  • AWMF-S2e-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des weiblichen Descensus genitalis. Registernummer 015/006.
  • Stauber, M., & Weyerstahl, T. (2013). Gynäkologie und Geburtshilfe (Duale Reihe). Thieme.
  • Goerke, K., Steller, J., & Valet, A. (2019). Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Elsevier, Urban & Fischer.

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