Transvaginaler Ultraschall des Zervixkanals

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist ein transvaginaler Ultraschall des Zervixkanals?

Der transvaginale Ultraschall des Zervixkanals, oft auch Zervixsonographie oder Zervixlängenmessung genannt, ist eine spezielle und sehr präzise Ultraschalluntersuchung. Dabei wird die Länge und Beschaffenheit Deines Gebärmutterhalses (Zervix) während der Schwangerschaft beurteilt. Im Gegensatz zu einem Ultraschall über die Bauchdecke wird hierbei ein schmaler, speziell geformter Ultraschallkopf vorsichtig in die Vagina eingeführt. Das mag zunächst ungewohnt klingen, ist aber für Dich und Dein Baby völlig ungefährlich und ermöglicht eine viel genauere Darstellung.

Warum ist diese Untersuchung so wichtig?

Die Messung der Zervixlänge ist ein entscheidender Baustein in der Vorsorge, um das Risiko einer Frühgeburt einzuschätzen. Ein verkürzter oder geöffneter Gebärmutterhals kann ein Hinweis auf eine Zervixinsuffizienz sein – eine Schwäche des Gebärmutterhalses, der dem wachsenden Druck nicht mehr standhalten kann. Indem wir dies frühzeitig erkennen, können wir entsprechende Maßnahmen ergreifen, um Deine Schwangerschaft zu schützen.

Die Untersuchung wird insbesondere in folgenden Situationen empfohlen:

  • Bei Verdacht auf eine Zervixinsuffizienz oder vorzeitige Wehen.
  • Wenn Du bereits eine Frühgeburt in einer vorherigen Schwangerschaft hattest.
  • Bei Mehrlingsschwangerschaften (z. B. Zwillinge), da hier das Risiko erhöht ist.
  • Nach Operationen am Gebärmutterhals (z. B. einer Konisation).
  • Zur Kontrolle nach dem Einsetzen einer Zervix-Cerclage (ein operativer Verschluss des Muttermundes).

Wie läuft der transvaginale Ultraschall ab?

Die Untersuchung ist unkompliziert und in der Regel schmerzfrei. Du liegst dabei bequem auf dem gynäkologischen Stuhl. Für die beste Bildqualität ist es wichtig, dass Deine Blase leer ist. Der Ultraschallkopf wird mit einem sterilen Schutzüberzug und etwas Gleitgel versehen und dann behutsam in die Scheide eingeführt. Er wird so platziert, dass der Gebärmutterhals optimal dargestellt werden kann. Dein Arzt oder Deine Ärztin misst dann die Länge des geschlossenen Zervixkanals und achtet auf weitere wichtige Merkmale, wie die Form des inneren Muttermundes (Trichterbildung).

Was bedeuten die Ergebnisse für Dich?

Ein normaler Messwert hängt von der Schwangerschaftswoche ab, liegt aber meist über 25 Millimetern. Ein kürzerer Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine Frühgeburt unausweichlich ist. Es ist ein wichtiger Puzzlestein, der Deinem Behandlungsteam hilft, die Situation richtig einzuschätzen. Basierend auf dem Befund, Deiner medizinischen Vorgeschichte und der aktuellen Schwangerschaftswoche werden die nächsten Schritte besprochen. Mögliche Maßnahmen können eine engmaschigere Überwachung, körperliche Schonung oder die Gabe von Medikamenten wie Progesteron sein. Diese Untersuchung gibt uns die wertvolle Möglichkeit, proaktiv zu handeln und für die Sicherheit von Dir und Deinem Baby zu sorgen.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie 015/025: Prävention und Therapie der Frühgeburt. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
  • Kagan, K. O., & Sonek, J. (2015). How to measure cervical length. Ultrasound in Obstetrics & Gynecology, 45(3), 358-362.
  • Husslein, P., & Schneider, H. (Hrsg.). (2020). Die Geburtshilfe. Springer-Verlag.

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