Vaginales Mikrobiom-Dysbiose (non-infektiös)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine Vaginales Mikrobiom-Dysbiose (non-infektiös)?

Stell dir das vaginale Mikrobiom wie einen empfindlichen, schützenden Garten vor. Die Hauptbewohner sind Laktobazillen, auch Döderlein-Flora genannt, die für ein saures Milieu sorgen und unerwünschte Keime fernhalten. Eine vaginale Mikrobiom-Dysbiose (non-infektiös) beschreibt ein Ungleichgewicht in diesem Garten, bei dem die Anzahl der schützenden Laktobazillen abnimmt, ohne dass eine klassische Infektion wie eine bakterielle Vaginose oder ein Scheidenpilz vorliegt. Es ist also keine Erkrankung durch „böse“ Keime, sondern ein Zustand, in dem die „guten“ Bakterien geschwächt sind, was zu Beschwerden führen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen kann.

Was sind die Ursachen für eine non-infektiöse Dysbiose?

Dein vaginales Ökosystem ist sehr sensibel und kann durch verschiedene Faktoren aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Oft ist es eine Kombination aus mehreren Einflüssen:

  • Hormonelle Schwankungen: Veränderungen im Östrogenspiegel, zum Beispiel in der Menopause, nach der Geburt oder durch hormonelle Verhütungsmittel, können die Laktobazillen-Population stark beeinflussen.
  • Übermäßige Intimhygiene: Aggressive Waschungen, Intimduschen oder ungeeignete Pflegeprodukte können das saure Milieu stören und die schützende Flora wegspülen.
  • Stress: Langanhaltender psychischer oder körperlicher Stress kann sich negativ auf dein Immunsystem und damit auch auf das Mikrobiom auswirken.
  • Medikamente: Vor allem Antibiotika können nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Bakterien im ganzen Körper abtöten, einschließlich der Laktobazillen.
  • Ernährung: Eine zuckerreiche Ernährung kann das Wachstum ungünstiger Keime fördern und das Gleichgewicht stören.

Welche Symptome können auftreten?

Die Anzeichen einer non-infektiösen Dysbiose sind oft subtiler als bei einer akuten Infektion. Vielleicht kennst du das Gefühl, dass sich „untenrum“ einfach etwas nicht richtig anfühlt. Typische Symptome sind:

  • Vaginale Trockenheit, Juckreiz oder ein brennendes Gefühl.
  • Leichte Rötungen oder Reizungen im Intimbereich.
  • Schmerzen oder Unbehagen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).
  • Veränderungen im Ausfluss, der vielleicht wässriger oder zähflüssiger ist, aber meist ohne den typisch fischigen Geruch einer bakteriellen Vaginose.
  • Ein wiederkehrendes Gefühl der Anfälligkeit für Pilzinfektionen oder Blasenentzündungen.

Wie wird die Diagnose gestellt und was kannst du tun?

Wenn du solche Beschwerden hast, ist ein Besuch in deiner gynäkologischen Praxis der richtige Schritt. Dort wird ein Abstrich von der Scheidenwand entnommen und unter dem Mikroskop untersucht (Nativpräparat). So kann die Zusammensetzung deiner Scheidenflora beurteilt werden. Wichtig ist, eine behandlungsbedürftige Infektion auszuschließen.

Die Behandlung zielt darauf ab, deinem vaginalen Garten zu helfen, sich zu regenerieren. Im Vordergrund steht die Stärkung der Laktobazillen, zum Beispiel durch die lokale Anwendung von Milchsäure-Präparaten oder speziellen probiotischen Zäpfchen. Gleichzeitig ist es wichtig, die möglichen Auslöser zu identifizieren und zu meiden. Eine sanfte Intimhygiene nur mit Wasser, Stressreduktion und eine ausgewogene Ernährung können einen großen Unterschied machen. Du bist damit nicht allein, und es gibt gute Wege, dein Wohlbefinden wiederherzustellen.

Quellenangaben

  • Mendling, W. (2016). Vaginal Microbiota. In: J. Schaller (eds) Microbiota in Health and Disease. Advances in Experimental Medicine and Biology, vol 902. Springer, Cham.
  • Amabebe, E., & Anumba, D. O. C. (2018). The Vaginal Microenvironment: The Physiologic Role of Lactobacilli. Frontiers in medicine, 5, 181.
  • Leitlinienprogramm der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). AWMF-Registernummer 015/028: Bakterielle Vaginose in Gynäkologie und Geburtshilfe.

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