Vaginismus

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Vaginismus: Wenn die Scheidenmuskulatur unwillkürlich verkrampft

Stell dir vor, deine Beckenbodenmuskulatur spannt sich reflexartig und unkontrollierbar an, sobald eine Penetration versucht wird – sei es beim Geschlechtsverkehr, beim Einführen eines Tampons oder bei einer gynäkologischen Untersuchung. Genau das beschreibt Vaginismus. Es ist keine bewusste Abwehrhaltung, sondern ein erlernter Schutzreflex deines Körpers, der den Scheideneingang schmerzhaft verengt oder komplett verschliesst.

Dieser unwillkürliche Muskelkrampf im äusseren Drittel der Vagina kann die Penetration unmöglich machen und zu erheblichen Schmerzen (Dyspareunie) führen. Viele Betroffene empfinden dabei ein Gefühl, als würden sie „gegen eine Wand stossen“. Wichtig zu verstehen ist: Dein sexuelles Verlangen und deine Erregungsfähigkeit sind davon meist völlig unberührt. Der Körper reagiert lediglich auf die erwartete oder tatsächliche Berührung mit einer übersteigerten Schutzreaktion, die oft auf einem hypertonen Beckenboden basiert.

Die Ursachen sind oft vielschichtig

Vaginismus ist eine sogenannte psychosomatische Reaktion, bei der Körper und Psyche eng zusammenspielen. Die Auslöser können vielfältig sein:

  • Psychologische Faktoren: Angst vor Schmerzen, vor einer Schwangerschaft, traumatische sexuelle Erfahrungen, eine strenge Erziehung oder unbewusste negative Glaubenssätze über Sexualität.
  • Körperliche Ursachen: Schmerzhafte Erfahrungen wie schlecht verheilte Geburtsverletzungen, wiederkehrende Scheideninfektionen, Endometriose oder Vulvodynie können den Körper darauf konditionieren, Penetration mit Schmerz zu verbinden.
  • Beziehungsdynamiken: Unausgesprochene Konflikte oder Unsicherheiten in der Partnerschaft können sich ebenfalls körperlich manifestieren.

Die gute Nachricht ist: Vaginismus ist sehr gut behandelbar. Mit einer Kombination aus physiotherapeutischer Beckenbodentherapie, Desensibilisierungstraining (z. B. mit Vaginaldilatoren) und oft auch psychologischer Unterstützung kannst du lernen, diesen Kreislauf aus Angst und Anspannung zu durchbrechen und die Kontrolle über deinen Körper zurückzugewinnen.

Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S2k-Leitlinie Vulvodynie und Vaginismus.
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF).
  • Binik, Y. M. (2010). The DSM diagnostic criteria for vaginismus. Archives of sexual behavior, 39(2), 278-291.

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