Zervikaler Schleimpropf-Verlust

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was der Zervikale Schleimpropf-Verlust für Dich bedeutet

Während Deiner Schwangerschaft verschließt ein zäher Schleimpfropf den Gebärmutterhals (Zervix) und bildet so eine wichtige Schutzbarriere für Dein Baby vor aufsteigenden Keimen. Der zervikale Schleimpropf-Verlust, oft auch als „Zeichnen“ bezeichnet, ist ein häufiges und meist völlig normales Anzeichen dafür, dass sich Dein Körper auf die Geburt vorbereitet. Durch hormonelle Veränderungen beginnt sich der Gebärmutterhals zu verändern – er wird weicher, kürzer und beginnt sich leicht zu öffnen. Dieser Prozess wird als Zervixreifung bezeichnet und führt dazu, dass sich der Schleimpfropf löst und abgeht.

Aussehen und Zeitpunkt: Was Du erwarten kannst

Der Schleimpfropf kann sehr unterschiedlich aussehen. Manchmal ist er ein klarer, geleeartiger Klumpen, manchmal ist er mit bräunlichen oder rosafarbenen Blutspuren durchsetzt. Dieser blutige Anteil entsteht durch das Reißen winziger Blutgefäße am sich öffnenden Muttermund und ist in der Regel harmlos. Du kannst den Pfropf als Ganzes verlieren oder über mehrere Stunden bis Tage verteilt in kleineren Teilen. Wichtig zu wissen ist: Der Verlust des Schleimpfropfs bedeutet nicht, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Es kann noch Stunden, Tage oder in manchen Fällen sogar ein bis zwei Wochen dauern, bis die Wehen einsetzen. Betrachte es als ein erstes, sanftes Zeichen Deines Körpers.

Wann solltest Du Deine Hebamme oder die Klinik kontaktieren?

Obwohl der Abgang des Schleimpfropfs meist unbedenklich ist, gibt es Situationen, in denen Du zur Sicherheit Rücksprache halten solltest. Melde Dich umgehend bei Deinem Geburtsteam, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Starke, hellrote Blutung: Wenn die Blutung frisch und stärker als eine leichte Schmierblutung ist (vergleichbar mit einer Periodenblutung).
  • Plötzlicher Flüssigkeitsverlust: Bei einem schwallartigen oder kontinuierlichen Abgang von klarer Flüssigkeit könnte es sich um einen Blasensprung handeln.
  • Vor der 37. Schwangerschaftswoche: Ein frühzeitiger Verlust des Schleimpfropfs kann ein Hinweis auf eine beginnende Frühgeburt sein.
  • Einsetzen regelmäßiger Wehen: Wenn Du kräftige, in regelmäßigen Abständen wiederkehrende Kontraktionen spürst, die an Intensität zunehmen.

Der Verlust des Schleimpfropfs ist ein aufregender Meilenstein auf dem Weg zur Geburt. Er zeigt Dir, dass Dein Körper genau weiß, was er zu tun hat. Vertraue auf Deine Intuition und zögere nie, bei Unsicherheiten professionelle Unterstützung zu suchen.

Quellenangaben

  • AWMF Online. (2020). S3-Leitlinie Die vaginale Geburt am Termin. Registernummer 015/083.
  • Geist, C., Harder, U., & Stiefel, A. (2017). Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf (6. Auflage). Thieme.
  • Pschyrembel Online. (2023). Stichwort: Schleimpfropf.

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Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.