Mein Baby spuckt viel - 10 Tipps wie Dein Baby nach dem Trinken weniger Milch spuckt - Mammacita

Mein Baby spuckt viel – 10 Tipps wie Dein Baby nach dem Trinken weniger Milch spuckt

Von Julia Ronnenberg | Baby

Baby spuckt nach dem Trinken Milch

Das Baby spuckt viel – Kennst Du das vielleicht selbst allzu gut? Nach jedem Trinken kommt die Milch Deines Babies postwendend wieder heraus? Dein Baby ist in guter Gesellschaft, denn ein Großteil der Babies spuckt nach dem Trinken regelmäßig. Es gibt einen beliebten Spruch: “Speikinder sind Gedeihkinder!” Doch hat man ein Kind, das viel spuckt, kann der Spruch schon mal nervig werden. Die Berge an Wäsche türmen sich dann schnell dem Himmel entgegen. Dennoch beinhaltet der Spruch viel Wahrheit, denn Sorgen muss man sich in den meisten Fällen keine machen. Kinder, die viel spucken und dennoch gut an Gewicht zunehmen sind meist gesund und entwickeln sich gut. Ein paar kleine Tricks, können manchmal Wunder bewirken und helfen, dass die Milch besser im Magen bleibt. Hier meine 10 Tipps, die vielleicht auch Deinem Baby helfen.

Warum spucken Babies überhaupt?

Wer ein sogenanntes Speikind zuhause hat, der weiß, dass die Sache unangenehm sein kann. Dabei ist ein Speikind (oder Spuckkind) meist nicht krank. Oft liegt es einfach daran, dass der Magen des Kindes noch sehr klein ist und eben nicht allzu viel aufnehmen kann.

Der Magen eines Babies ist nach der Geburt sehr klein und das Fassungsvermögen sehr gering
Der Magen eines Babies ist nach der Geburt sehr klein und das Fassungsvermögen sehr gering

Nach der Geburt ist der Magen Deines Babys nur circa so groß wie eine Haselnuss. Also nicht unbedingt mit Deinem Magen zu vergleichen! Viele Eltern vergessen dies ganz einfach.

Der Magen Deines Babies kann vor allem in der ersten Zeit, nur sehr kleine Mengen aufnehmen. Darüber hinaus ist der Verschluss zwischen dem Magen und der Speiseröhre des Kindes zu Beginn noch nicht vollkommen ausgebildet. Ein Reflux der Milch, also ein Zurücklaufen der Milch, ist aus diesem Grund völlig normal und braucht Dich nicht zu beunruhigen. Eltern verschätzen sich übrigens oft in der Menge der Milch, die vom Kind erbrochen wird. Manchmal sehen bereits kleine Mengen schon sehr viel aus.

Was kann ich tun, damit mein Baby weniger spuckt?

Es gibt Babys, die sehr schnell und hastig trinken und dabei viel Luft schlucken. Dies kann mitunter ein Grund sein, warum das vermehrte Speien beim Baby öfter auftreten kann.

Bei gestillten Kindern gilt:
Tipp 1: Das Kind sollte frühzeitig gestillt werden. Die ersten Hungerzeichen solltest Du daher bereits erkennen, damit der Hunger am Ende nicht so groß ist. Dadurch wird das Baby auch ruhiger trinken.

Tipp 2: Außerdem solltest Du darauf achten, dass Dein Kind ein gutes Vakuum aufgebaut hat. So zieht es keine Luft beim Saugen auf. Schmatzende oder schnalzende Geräusche können in diesem Fall übrigens ein Hinweis darauf sein.

Bei Kindern, die mit der Flasche gefüttert werden: Bei „Flaschenkindern“ ist zu beachten, dass diese automatisch mehr Luft saugen als es bei gestillten Kindern der Fall ist. Dies liegt an der Funktion der Flaschensauger.

Tipp 3: Aus genau diesem Grund sollte ein möglichst kleines Saugloch (Teesauger) gewählt werden.

Tipp 4: Darüber hinaus bieten zahlreiche Anbieter spezielle Antikolikventile. Mit diesen verschlucken die Kinder in der Regel deutlich weniger Luft.

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Tipp 5: Bei der Zubereitung der Flasche sollte darauf geachtet werden, dass kein Schaum entsteht. Am besten ist es daher zu rühren und nicht zu schütteln. Auch dieser Tipp kann dabei helfen, das Speien vom Baby zu vermindern.

Tipps für alle Kinder unabhängig von der Ernährungsfom: Tipp 6: Wichtig ist außerdem, dass nicht alle Kinder das beliebte Bäuerchen brauchen. Kinder, die jedoch viel spucken, trinken häufig auch zu viel Luft. Diese muss irgendwo wieder entweichen. Wenn das Kind dies nicht von selbst tut, muss mit einem Bäuerchen manchmal nachgeholfen werden. Zwischendurch kann daher auch gerne eine Pause zum Bäuern eingelegt werden, was sich als besonders nützlicher Tipp herausgestellt hat.

Wie funktioniert richtiges Bäuern?

Baby liegt auf der Schulter seiner Mama zum Bäuern.
Zum Bäuern kann man das Baby mit dem Bauch auf die Schulter legen und auf dem Rücken sanft streicheln oder klopfen

Wenn die Luft nicht alleine rauskommt, das Baby aber im Anschluss ans Trinken spuckt, oder Blähungen hat, muss man „das Bäuern“ manchmal etwas unterstützen. Das Kind wird mit dem Bäuchlein über die Schultern gelegt und darunter das Spucktuch. Nun solltest Du Dein Kind sanft klopfen oder einfach den Rücken streicheln. Bei Kindern, die bei der ersten Variante bereits spucken, kannst Du das Kind auch auf den Schoß legen und den Oberkörper ein wenig aufrichten. Die Daumen sollten sich in Brusthöhe befinden, die restlichen Finger auf der Höhe des Rückens. Danach klopfst Du sanft oder streichelst den Rücken von Deinem Kind.

Tipp 7: Viele Eltern schwören auf entschäumende Mitteln wie Simeticon. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, den es in Tropfenform zu kaufen gibt. Mit ihm werden Gase, die im Magen-Darm-Trakt entstehen, zuverlässig zerstört. Das Gas kann dann entweder resorbiert oder abgeatmet sowie direkt ausgeschieden werden. Die Tropfen können direkt in die Flasche oder den Mund des Kindes gegeben werden. Obwohl die therapeutische Wirksamkeit umstritten ist, schwören viele Eltern auf das Mittel bei Blähungen und viel Spucken.

Wenn man das Baby nach dem Trinken aufrecht hält, oder auf ein Stillkissen legt, bleibt die Milch besser im Magen

Der Wirkstoff gelangt nicht in den Blutkreislauf des Babies und ist harmlos. Man kann es aus diesem Grund ausprobieren, ob die Tropfen auch bei dem eigenen Kind helfen. Außerdem soll es auch gegen Säuglingskoliken helfen, was bei Babys oft Hand in Hand geht. Ich finde es aber wichtig, dass man versucht die Ursachen für das viele Spucken herauszufinden, damit man das Problem bei der Wurzel packen kann, statt nur das Symptom zu bekämpfen.

Tipp 8: Der achte Tipp dreht sich um die Antireflux Nahrung, eine Spezialnahrung, die sich durch eine spezielle, besonders sämige Konsistenz auszeichnet. Erreicht wird sie durch den Zusatz von Stärke oder Johannisbrotkernmehl. Der Nahrungsbrei bleibt durch die hohe Sämigkeit länger im Magen, wodurch auch der Rückfluss des Breis verhindert werden kann. Du solltest am besten zuvor mit Deinem Kinderarzt sprechen, bevor Du die Nahrung ausprobierst.

Auch das selbstständige Andicken der Säuglingsmilch mit Johannisbrotkernmehl ist möglich. Johannisbrotkernmehl bekommst Du in jedem Reformhaus. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass Dein Baby weiterhin die gewohnte Milch zu sich nehmen kann, die es auch bisher getrunken hat. Auch bei dieser Variante solltest Du davor jedoch das Gespräch mit Deinem Kinderarzt aufsuchen und diesen dazu befragen.

Tipp 9: Nach dem Füttern sollte das Baby nicht direkt gewickelt werden. Warte lieber eine Weile. Denke dabei daran, dass auch Du wohl möglich nicht sofort nach dem Essen gewickelt werden wollen würdest. Babys wollen auch in Ruhe verdauen können.

Tipp 10: Das Baby sollte nach dem Essen am besten aufrecht gelagert werden, auf dem Arm, oder auf einem Stillkissen oder auf einer Handtuchrolle oder auf einem Keilkissen, das unter die Babymatratze gelegt wird.

Kann auch eine Krankheit hinter dem Spucken stecken?

Viele Eltern stellen sich diese Frage. Sorgen muss man sich dann machen, wenn das Baby sehr oft schwallartig erbricht und das Kind nicht mehr an Gewicht zunimmt. Die Gewichtszunahme des Babys sollte also beobachtet werden. In diesem Fall kann eine sogenannte Magenpförtnerenge oder eine Pylorusstenose als Ursache dahinterstecken. Das ist allerdings eher selten der Fall.

Man kann das Baby alternativ auch zum Bäuern auf seinen Schoß setzen

Bei der Magenpförtnerverengung/Ösophagusstenose ist der Schließmuskel am Ausgang des Magens verdickt. Dadurch wird verhindert, dass die Nahrung weitertransportiert wird. Je mehr sich der Magen am Ende füllt, umso mehr baut sich Druck im Magen auf und die Babys erbrechen schlussendlich. Dies beginnt typischerweise erst ab der 3. Lebenswoche. Wenn Du Bedenken hast, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, besprich das Problem mit Eurem Kinderarzt. Er kann durch einen Ultraschall eine Diagnose stellen und sich den Magen ansehen. Wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, ist meist ein chirurgischer Eingriff notwendig, damit die Nahrung richtig weitertransportiert werden kann.

Doch Du musst Dir nicht sofort Sorgen machen, denn das Babys viel spucken ist normal und hat meist harmlose Ursachen.

Wann hört das Spucken auf?

Ab dem Beikostalter, so um den 6. Lebensmonat hat der Spuk dann meist ein Ende. Die Nahrung ist nun wesentlich fester als reine Milch und bleibt daher besser im Magen.

Du siehst, das Problem ist zeitlich begrenzt und ernsthafte Sorgen musst Du Dir in den meisten Fällen nicht machen. Aber ich kann natürlich jede Mutter verstehen, der das dauernde Spucken auf den Keks geht. Wenn meine genannten Tipps das Spucken Deines Babies nicht reduzieren, bleibt mir noch ein weiterer Tipp – Lätzchen, oder Halstücher. Damit verringert sich vielleicht nicht das Spucken, aber zumindest der Wäscheberg ein klein wenig.

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Über diesen Autor

Ich bin Julia, seit 15 Jahren arbeite ich als freiberufliche Hebamme und teile hier mein Wissen rund um Schwangerschaft und Geburt.

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