Familienbett Pro und Contra

Die frischgebackenen Eltern und das Baby in einem Bett zusammen: Dies klingt für viele nicht nur praktisch, sondern auch sehr gemütlich. Hast Du auch schon an diese Idee gedacht? Vielleicht fragst Du Dich ja, ob das Bett für alle eine gute Idee ist oder ob man den Gedanken schnell wieder verschwinden lassen sollte. Es gibt viele Vorteile des Familienbettes und viele Paare schwören darauf. Doch es gibt auch viele Argumente, die gegen ein Familienbett sprechen. Nicht für alle Familien ist ein gemeinsames Bett die ideale Lösung. Welche Vorteile hat ein Familienbett zu bieten und worauf solltest Du in jedem Fall achten?

Was ist ein Familienbett eigentlich?

Für viele Paare scheint es die perfekte Lösung für Probleme in der Nacht zu sein, für andere Paare ist das Familienbett eine echte Horrorvorstellung. Sein Bett mit seinem Kind zu teilen, das regelmäßig aufwacht und gefüttert werden will und generell einen unruhigen Schlaf hat, ist mit Sicherheit nicht für jeden eine gute Idee.

Auch heute noch ist es in einigen Kulturen selbstverständlich, dass die Kinder mit ihren Eltern zusammen schlafen. Dabei geht es nicht nur um dasselbe Zimmer, sondern auch um dasselbe Bett. Auch in den westlichen Industrienationen war es bis ins 20. Jahrhundert normal und keine Seltenheit, dass Babys zumindest bei ihrer Mutter schliefen. Der kulturellen Entwicklung schulden wir es, dass Kinder und Eltern heute meist von Anfang an bereits getrennt schlafen.

Wenn wir uns die Natur ansehen, hat diese es sogar vorgesehen, dass das Baby auch während der Nacht dicht bei der Mutter schläft. Vor allem stillende Mütter können von dieser Nähe zu ihrem Kind stark profitieren. Sehr viele Eltern wollen auch heute noch, zusammen mit ihren Kindern schlafen und entscheiden sich daher für ein Familienbett. Wenn Du mit dem Gedanken des Familienbettes spielst, solltest Du jedoch sowohl die Vorteile als auch die Nachteile kennen!

Im Familienbett sollten Eltern nicht rauchen, Alkohol trinken, oder Drogen nehmen

Familienbett und plötzlicher Kindstod

Gegen ein Familienbett spricht vor allem das Argument, dass es für Säuglinge in ihrem ersten Lebensjahr eine Gefahr sein kann, an einem plötzlichen Kindstod zu sterben. Ob man diesen Kindstod durch ein gemeinsames Schlafen hervorrufen kann, wird jedoch immer wieder von Hebammen und Wissenschaftlern diskutiert. Einige Menschen sind der Meinung, dass die Nähe zum Baby während des Schlafens für einen besonders ruhigen Atemrhythmus sorgt und dem plötzlichen Kindstod sogar vorbeugen kann. Viele Eltern denken außerdem, dass sie durch das gemeinsame Schlafen mehr Kontrolle haben und außergewöhnliche Reaktionen des Kindes schneller erkennen können.

Einige Studien zeigen jedoch, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Schlafen mit den Eltern in einem Bett und dem Kindstod gibt. Die Ursachen dafür sind nach wie vor ein Mysterium und nicht abschließend geklärt, aber man konnte mittlerweile einige Risikofaktoren herausfinden, die den plötzlichen Kindstod begünstigen. Dazu gehören, das Überhitzen und die Bauchlage. Daher sollte ein Baby auf jeden Fall im Familienbett eine eigene Decke haben und nicht mit unter der Decke der Eltern schlafen, die Raumluft um die 18 Grad haben und wenn möglich keine Kissen in Kopfnähe haben, damit die Luft zirkulieren kann. Außerdem ist die empfohlene Schlafposition nach wie vor die Rückenlage.

Ein weiteres Risiko könnte sein, dass Eltern das Kind unbewusst quetschen oder überrollen könnte, oder das Kind aus dem Bett stürzen könnte. Die größtmögliche Sicherheit bietet eine Wiege oder ein Babybett, welches neben dem Elternbett aufgestellt wird, oder direkt am Elternbett befestigt wird.

Wann sollte das Kind in keinem Fall im Elternbett schlafen?


Wenn die Eltern Raucher sind oder am Abend viel Alkohol zu sich genommen haben, Medikamente oder gar Drogen eingenommen haben, besteht natürlich eine Gefahr für das Kind. Der natürliche Instinkt der Eltern wird in diesem Fall durch die Medikamente oder Rauschmittel unterdrückt werden. Rauchende Eltern setzen ihrem Kind die Luft, die sie ausatmen ebenfalls aus. Diese enthält dann natürlich Nikotin und seine Schadstoffe. Das Risiko für einen plötzlichen Kindstod wird auch in diesem Fall deutlich erhöht.

Frauen stillen länger voll, wenn sie ihr Baby nah bei sich haben

Darüber hinaus muss es eine feste Matratze geben. In einem Wasserbett hat ein Neugeborenes absolut nichts zu suchen. Große Kissen und dicke Decken dürfen ebenfalls nicht vorhanden sein. Außerdem dürfen die Eltern selbstverständlich nicht krank sein. Übergewichtige Eltern sollten ebenfalls nicht zusammen mit ihren Neugeborenen schlafen.

Die Vorteile des Familienbettes

Vor allem Kinder, die besonders ängstlich sind und schlecht einschlafen können, kommen im Bett ihrer Eltern meist besser und schneller zur Ruhe. Die Nähe zu den Eltern beruhigt die Kinder auf natürliche Art und Weise und sie fühlen sich meist sofort geboren und glücklich.

Viele Eltern schlafen zusammen mit ihren Kindern außerdem besser. Sie sind meist beruhigter und können dadurch ebenfalls besser einschlafen. Außerdem passt sich der Schlafrhythmus-s des Kindes meist schneller dem der Eltern an. Auf ein gewisses Unwohlsein der Kinder können Eltern zudem schneller reagieren. Das sogenannte Co-Sleeping kann die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind zudem stärken.

Babys sollten im Elternbett eine eigene Decke haben

Für eine stillende Frau ist es außerdem einfacher ihr Baby zu stillen, wenn es in direkter Nähe zu ihr liegt. So muss sie nicht aufstehen und findet wieder leichter in den Schlaf. Man fand heraus, dass Frauen, die in direkter Nähe zu ihrem Bett schlafen länger stillen als Frauen, die jedes Mal aufstehen müssen. Stillen scheint bzgl. des plötzlichen Kindstodes einen schützenden Effekt für die Kinder zu haben, daher überlegen Wissenschaftler, ob die Empfehlungen gegen das Familienbett von Kinderärzten, Kliniken und anderem betreuenden Personal sogar ein Risiko selber für das Baby darstellen könnte, wenn Frauen sich vorzeitig entscheiden abzustillen, weil es für sie zu unbequem ist.

Nachteile von einem Familienbett

Ältere Kinder ab einem Alter von 2 bis 3 Jahren schlafen meist unsicher und träumen mehr. Die Nachtruhe der Eltern wird somit ebenfalls gestört. Auch wenn die Eltern erst später zu Bett gehen, könnte dies die Kinder wiederum wecken. Ein Problem kann es auch dann geben, wenn Eltern sich uneinig sind, was das Familienbett betrifft. In diesem Fall sind Probleme praktisch schon vorprogrammiert.

Weitere Gründe, die gegen ein Familienbett sprechen sind natürlich auch weniger Zweisamkeit und weniger Sex. Der Liebesakt muss zwar nicht unbedingt im Schlafzimmer vollzogen werden, dennoch ist dies meist der Raum für Paare, indem ihre Intimitäten stattfinden. Dies kann beispielsweise auch Gespräche kurz vor dem Einschlafen betreffen.

Andersrum können übrigens auch Erwachsene ihre Kinder stören. Wer beispielsweise zu laut schnarcht, kann das Kind ebenfalls immer wieder aufwecken oder für Unruhe sorgen. Darüber hinaus haben viele Eltern auch Angst, ihrem Kind in der Nacht unbewusst weh zu tun. Auch dann ist ein Familienbett auf Dauer keine gute Idee, da Du Dich somit nie wirklich entspannen wirst und selbst nicht zum Schlaf kommst.

Individuelle Lösung finden

Nicht immer muss das Familienbett eine endgültige Entscheidung sein. Wenn sich das Kind zum Beispiel unwohl fühlt, krank ist oder Angst hat, kann es wichtig sein, dass es ins Bett der Eltern kommen darf. Dort wird es sich sehr wohlfühlen und sich sofort geborgen fühlen. Oftmals gehen die Kinder später auch alleine zurück in ihr eigenes Bett, wenn sie zwischen den Eltern zum Beispiel zu wenig Platz haben.

Ein „Balkonbett“ ist eine gute Alternative zum Familienbett

Ab einem gewissen Alter sollte das Kind ohnehin alleine in seinem Bett schlafen. Das Schlafen in seinem eigenen Bett gehört zu einem natürlichen Ablöseprozess zwischen dem Kind und seinen Eltern. Darüber hinaus kann ein Kind im Ehebett schlussendlich auch die erotische Beziehung zum Partner auf Dauer zerstören oder behindern. Doch am Ende müsst Ihr Eure individuelle Entscheidung treffen und schauen welche Lösung am besten zu einem passt.

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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