Silberhütchen – schnelle Hilfe bei wunden Brustwarzen

Beim Stillen bist Du Deinem Baby ganz nah und die Freisetzung des Still- und Liebeshormons Oxytocin sorgt für die Stärkung der emotionalen Bindung zwischen Dir und Deinem Baby. Doch nicht alle jungen Mütter können diese Zweisamkeit von Anfang an genießen. Denn gerade beim Stillstart leiden viele Frauen unter schmerzenden, wunden Brustwarzen. Hier können sogenannte Silberhütchen, die Deinen Brustwarzen einen natürlichen Schutz bieten und eine antibakterielle Wirkung haben, Abhilfe schaffen. 

Was Silberhütchen sind, wie Silberhütchen beim Stillen helfen können und worauf Du beim Kauf unbedingt achten solltest, habe ich für Dich zusammengefasst. 

Was sind Silberhütchen? 

Silberhütchen sind aus Silber bestehende Medizinprodukte. Die kleinen Hütchen bedecken die Brustwarzen und den Warzenhof. Sie sollen den Wundheilungsprozess bei stillenden Müttern fördern, die Stillprobleme haben und unter Stillschmerzen sowie wunden Brustwarzen leiden. 

Unterschiedliche Qualitätsstufen bei Silberhütchen

Hergestellt werden Silberhütchen aus Silber mit unterschiedlichem Feingehalt. Die hochwertigsten Silberhütchen bestehen aus 999er Silber, also Silber mit einem Feinsilbergehalt von 99,9 %. Außerdem gibt es Silberhütchen aus dem klassischen 925er Sterlingsilber. 

Gut verträglich sind in der Regel beide Varianten. Weil Sterlingsilber aber kein reines Silber ist, sondern immer ein Legierungsmetall enthält, sind Silberhütchen aus 999er Silber die bessere Wahl. 

Doch egal, für welche Qualitätsstufe Du Dich beim Kauf entscheidest: Einen hohen Tragekomfort dank weicher Kanten und glatter Oberflächen haben in der Regel alle Ausfertigungen. 

Wie werden Silberhütchen angewendet? 

Silberhütchen werden vor und nach dem Stillen angewendet. Du legst sie also einfach auf Deine Brustwarzen, wenn Dein Baby seine Stillmahlzeit beendet hat. Vor der nächsten Sillmahlzeit nimmst Du sie wieder ab. Denk dran, Deine Brust von Milchresten zu säuber, bevor Du Dein Baby anlegst. 

Falls Du Hohl-, Flach- oder Schlupfwarzen hast, musst Du Dir keine Gedanken machen: Auch dann kannst Du die Hütchen problemlos anwenden, da sie sich dank ihrer ergonomischen Form an Deine individuellen Körpereigenschaften anpassen.  

Natürlich musst Du die Silberhütchen nicht durchgehend tragen, wenn Du nicht stillst. Hier musst Du einfach schauen, was Dir am besten hilft und wie Du Dich am wohlsten fühlst. Den besten Effekt haben sie allerdings, wenn sie regelmäßig und auch über Nacht getragen werden. Doch das ist keinesfalls ein Muss!

Es ist übrigens gar kein Problem, die Silberhütchen unter einem Still-BH zu tragen. Sie passen sich perfekt an Deine Brüste an, sind angenehm zu tragen und kühlen Deine Brustwarzen leicht. 

Wie wirken Silberhütchen?

Silber wird schon lange eine heilende Wirkung nachgesagt. Mittlerweile ist bewiesen, dass Silber die Wundheilung unterstützt – nicht umsonst ist Silber in einigen Cremes sowie speziellen Wundauflagen enthalten. Doch wie genau wirken die Silberhütchen denn nun? 

  • Wenn Du die Silberhütchen auf deine Brustwarzen setzt, werden sogenannte Silberionen freigesetzt. 
  • Diese Silberionen sorgen für Beschädigungen an bakteriellen Zellwänden und verhindern so eine Vermehrung der Keime.
  • Dadurch werden nicht nur neue Entzündungen verhindert, sondern auch vorhandene Entzündungen können besser abheilen. 
  • Silberhütchen haben also von Natur aus antibakterielle Eigenschaften, die sich positiv auf wunde Brustwarzen auswirken und Deine Schmerzen beim Stillen lindern können. 

Silberhütchen bekämpfen die Symptome wunder Brustwarzen 

Wie Du siehst, sind Silberhütchen eine tolle Möglichkeit, um die Wundheilung zu fördern, wenn Du an wunden Brustwarzen durch das Stillen leidest. Allerdings ist es sehr wichtig, eines im Hinterkopf zu behalten: Silberhütchen sind ein wunderbares Hausmittel bei wunden Brustwarzen – wenn es darum geht, die Symptome zu behandeln. Sie eignen sich jedoch nicht, um die Ursache Deiner Stillprobleme zu beheben. 

Als Hebamme weiß ich, dass es häufig dann zu Stillproblemen kommt, wenn Babys falsch angelegt werden oder Stillpositionen gewählt werden, die für Mutter und Kind nicht gut funktionieren. Wenn Du also Schmerzen beim Stillen hast oder Deine Brustwarzen immer wieder wund werden, sollten Silberhütchen nicht die Dauerlösung sein. In diesem Fall kannst Du sie natürlich trotzdem unterstützend verwenden, solltest aber vor allem Ursachenforschung betreiben. 

Deine Hebamme kann Dir beim Wochenbettbesuch helfen, Dein Baby richtig anzulegen und Dir verschiedene Stillpositionen zeigen. Oftmals, mit der richtigen Anlegetechnik und ein wenig Übung verschwinden die Stillprobleme dann recht schnell und Du kannst beim Stillen die Zweisamkeit mit Deinem Baby ohne Schmerzen wieder genießen. 

Mutter stillt Baby mit Stillkissen

Häufige Fragen zu Silberhütchen

Silberhütchen sind bei stillenden Müttern ein beliebtes Medizinprodukt, dessen Wirkungsweise aber nicht unbedingt selbsterklärend ist. Kein Wunder, dass viele Frauen also einige wichtige Fragen geklärt wissen möchten, bevor sie Silberhütchen nutzen. 

Im Folgenden beantworte ich Dir die wichtigsten und häufigsten Fragen zum Thema Silberhütchen. 

Was ist die feuchte Wundheilung

Silberhütchen funktionieren nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung. Damit ist gemeint, dass wunde Brustwarzen naturgemäß am besten in einem feuchten Milieu abheilen. Für die Feuchtigkeit sorgt die immer wieder austretende Muttermilch. Sie enthält viele Antikörper und wirkt antibakteriell. Das ist nicht nur wichtig für Dein Baby, sondern auch für Dich: So unterstützt die austretende Muttermilch beispielsweise die Wundheilung bei wunden Brustwarzen. 

Wenn Du nach dem Stillen Silberhütchen auf deine Brustwarzen setzt, kann die austretende Muttermilch schlechter entwischen. Das andauernd feuchte Milieu unter den Silberhütchen sorgt so dafür, dass Deine Beschwerden schneller verschwinden und Deine Brustwarzen sich regenerieren. 

Mutter stillt mit Stillhütchen

Was ist der Unterschied von Silberhütchen und Stillhütchen? 

Stillhütchen bestehen aus Silikon und werden im Gegensatz zu Silberhütchen beim Stillen getragen. Sie können nach Absprache mit deiner Hebamme angewendet werden, wenn Du und Dein Baby Stillprobleme haben. 

Einige Babys haben beispielsweise Schwierigkeiten, stark genug zu saugen oder sie verlieren die Brustwarze immer wieder. In der Folge wird das Baby nicht richtig satt und die Milchbildung bei der Mutter wird nicht richtig angeregt. Hier können Stillhütchen helfen, das Problem zu beseitigen. 

Zur Behandlung von wunden Brustwarzen sind Stillhütchen allerdings nicht geeignet. 

Können Silberhütchen in Kombination mit Cremes getragen werden? 

Es ist nicht empfehlenswert, die Brustwarzen erst mit Brustwarzencreme einzureiben und dann ein Silberhütchen aufzusetzen. Die Cremes selbst sind in ihrer Wirkung dadurch zwar nicht eingeschränkt, sie hemmen allerdings die heilenden Kräfte der antibakteriellen Muttermilch und des Silberhütchens. 

Daher solltest Du entweder Silberhütchen tragen oder eine Brustwarzencreme auftragen. Wenn Du möchtest, kannst Du auch abwechseln. Ich rate Dir aber davon ab, beides gleichzeitig anzuwenden. 

Wie werden Silberhütchen gereinigt? 

Hygiene ist bei Babys besonders wichtig, keine Frage. Was die Silberhütchen angeht, solltest Du es allerdings nicht übertreiben: Es reicht vollkommen aus, wenn Du die Hütchen einmal täglich mit Wasser reinigst. Wenn Du möchtest, kannst Du auch eine milde Seife verwenden.

Falls Deine Silberhütchen anlaufen oder Verfärbungen aufweisen, ist das kein Grund zur Sorge. Die Wirkungsweise des Medizinprodukts wird dadurch nicht verschlechtert. Sollten Dich die Verfärbungen stören, kannst Du ihnen mit einem Natron-Wasser-Gemisch zu Leibe rücken. 

Achtung: Von Silberputzmittel solltest Du auf jeden Fall die Finger lassen! Es könnte negative Auswirkungen auf Dich und Dein Baby haben. 

Reinigung Silberhütchen

Haben Silberhütchen Nebenwirkungen? 

Wahrscheinlich sorgst auch Du Dich, dass Silberhütchen unerwünschte Nebenwirkungen haben könnten, oder? An dieser Stelle kann ich Dich beruhigen: Silberhütchen sind ein Naturprodukt. Daher ist üblicherweise nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen und Du kannst sie bedenkenlos anwenden. 

Auf Silberhütchen verzichten solltest Du, wenn bei Dir eine Silberallergie bekannt ist. Reagierst Du hingegen empfindlich auf Kupferlegierungen, entscheide Dich beim Kauf unbedingt für Silberhütchen aus 999er Silber. 

Wie lange dürfen Silberhütchen angewendet werden?

Du kannst Silberhütchen bedenkenlos über die gesamte Stillzeit hinweg anwenden. Auch wenn Du nicht unter wunden Brustwarzen oder Schmerzen beim Stillen leidest, eignen sich die Hütchen zur präventiven Anwendung und verhindern ein frühes Abstillen. 

Sind Silberhütchen oder Zinnhütchen besser? 

Sicher bist Du bei deiner Recherche neben Silberhütchen auch über Zinnhütchen gestolpert und fragst Dich jetzt, welche Variante besser geeignet ist, oder? 

Die Antwort fällt recht eindeutig aus: Silberhütchen sind Zinnhütchen auf jeden Fall vorzuziehen. Silber ist ein hochwertigeres Material und hat nachweislich eine stärkere antibakterielle Wirkung als Zinn. Anders als Zinnhütchen werden Silberhütchen auch als Medizinprodukt eingestuft. 

Welche Vorteile haben Silberhütchen im Vergleich zu anderen Produkten? 

Neben Silberhütchen gibt es auf dem Markt zahlreiche weitere Produkte, die helfen können, wunde Brustwarzen und Schmerzen beim Stillen zu bekämpfen. Im Vergleich zu diesen anderen Produkten, beispielweise Brustwarzencremes oder Stillkompressen, haben Silberhütchen allerdings eindeutige Vorteile:

1.     Silberhütchen wirken so schnell und gut, dass Du gute Chancen hast, bereits nach wenigen Tagen wieder schmerzfrei stillen zu können. 

2.     Die Hütchen sind schadstofffrei und hinterlassen keine Rückstände auf Deiner Brustwarze, die Dein Baby beim Stillen aufnehmen könnte. 

3.     Silberhütchen haben keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack der Muttermilch und Deinen natürlichen Geruch, was für Dein Baby wichtig ist. 

4.     Sie bieten einen natürlichen Brustwarzenschutz und können sowohl bei akuten Beschwerden als auch präventiv eingesetzt werden. 

5.     Silberhütchen sind ideal, um die feuchte Wundheilung zu unterstützen und können problemlos im Still-BH getragen werden. 

Zu guter Letzt schonen Silberhütchen Deinen Geldbeutel und die Umwelt: Sie sind besonders nachhaltig und können immer wieder verwendet werden.  

Silberhütchen werden von Hebammen und Stillberaterinnen empfohlen 

Stillprobleme sind vor allem im Wochenbett keine Seltenheit. Insbesondere beim ersten Kind kommt es recht häufig vor, dass frischgebackene Mütter beim Anlegen ihrer Babys Schwierigkeiten haben. Stillen kann also durchaus zu einer echten Herausforderung werden – insbesondere, wenn Schmerzen auftreten. 

Silberhütchen sind ein gutes Hausmittel gegen wunde Brustwarzen, die einfach anzuwenden sind und die Wundheilung aktiv unterstützen. Nicht umsonst werden Silberhütchen zum Stillen bzw. für die Vor- und Nachbereitung von Hebammen und Stillberaterinnen empfohlen. Sicherlich helfen sie auch Dir, eventuelle Probleme in den Griff zu bekommen oder präventiv dafür zu sorgen, dass erst gar keine entstehen. 

Solltest Du mit der Handhabung der Silberhütchen nicht zurechtkommen oder Dir unsicher sein, ob Du alles richtig machst, ist Deine Hebamme sicherlich jederzeit für Dich da. Auch Dein Gynäkologe ist ein guter Ansprechpartner, wenn Du Fragen hast. Dass im Zusammenhang mit der Anwendung von Silberhütchen Probleme auftreten, ist aber recht unwahrscheinlich.

Probiere es einfach aus – ich wünsche Dir viel Erfolg!  

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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