Wunde Brustwarzen – wenn die Brustwarzen beim Stillen schmerzen

wunde Brustwarzen Beitragsbild

Schmerzende Brustwarzen können die Hölle sein. Diese Erfahrung musste auch ich nach den Geburten meiner beiden Töchter machen. Das Stillen – eine Zeit, die eigentlich zu den schönsten Erlebnissen mit Deinem Neugeborenen gehören sollte – wird mit wunden Brustwarzen zur Tortur. Das vermiest nicht nur den innigen Kontakt zum Baby, es stellt auch die Mutter auf eine harte Probe und ist einer der häufigsten Gründe warum Frauen vorzeitig wieder abstillen.

Viele Frauen stellen in den ersten Stilltagen fest, dass ihre Mamillen (der Fachbegriff für die Brustwarzen) empfindlich sind. Es dauert rund zwei Wochen, bis sich das Gewebe der Brustwarze an die mechanische Belastung gewöhnt hat und die Brustwarzen weniger sensibel sind. Was aber kannst du tun, wenn die Brustwwarzen sich richtig entzünden, Risse bekommen oder sogar bluten? Als Hebamme ist es mir ein Anliegen, mit Dir die Ursachen entzündeter Brustwarzen zu besprechen. Meine Tipps zur Pflege der Mamillen und zur Vorbeugung sollen Dir dabei helfen, diese Zeit besser zu überstehen. Denn eines kann ich Dir ebenfalls aus eigener Erfahrung sagen: Es lohnt sich, für eine schmerzfreie Stillzeit zu kämpfen.

So äußern sich Brustwarzenschmerzen

Unsere Brustwarzen haben sehr viele Nerven. Kein Wunder also, dass entzündete Brustwarzen sehr unangenehm sind. Ein Gefühl wie Nadelstiche, ein anhaltender Schmerz, ein Brennen – die Symptome sind vielseitig. Oft ist jede Berührung unangenehm z.B durch reibende Kleidung oder durch das Wasser unter der Dusche. Da hilft oft nur Zähne zusammenbeißen. Und besonders schmerzhaft ist es, wenn Dein Baby zu saugen beginnt. 

Mutter hat Schnerzen beim Stillen ihres Babies
Das Saugen des Babies schmerzt besonders bei wunden Brustwarzen

Meist ist nur die Mamille betroffen. Der Warzenhof, der etwas dunklere Bereich um die Brustwarzenspitze herum, bleibt intakt. Die Mamille allerdings kann durch Rötungen, Schwellungen oder offensichtliche Risse beeinträchtigt sein. Sind diese Risse so tief, dass Blut austritt, spricht man von Rhagaden an der Brustwarze. Sie können verkrusten und durch die Beanspruchung während des Stillens immer wieder aufreißen. (Für Dein Baby ist es nicht so schlimm ein paar Tropfen Blut zu trinken.) Das verursacht nicht nur ungeheure Schmerzen, die Verletzungen stellen auch ein Infektionsrisiko dar. Über die verletzte Haut können Bakterien eintreten und eine Brustentzündung (Mastitis) verursachen.

Dass die Brustwarzen in den ersten Tagen nach einer Geburt oft ein wenig schmerzen, ist eigentlich kein Grund zur Besorgnis. Das Gewebe ist stärker durchblutet und wird auf eine Weise beansprucht, die es nicht gewohnt ist. Wenn sich aber die Schmerzen nicht von selbst wieder legen, ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Allein die Symptome zu behandeln, wird Dich nicht zum Ziel fühten. Sonst wird das Problem zum Dauergast und schmerzende Brustwarzen könnten Dich sonst immer wieder heimsuchen. 

Es gibt viele Gründe für wunde Brustwarzen

Was verursacht in deinem speziellen Fall die entzündeten Brustwarzen? Keine einfache Frage und manchmal auch nicht ganz offensichtlich.

  • Gewöhnung: Es kann tatsächlich eine Sache der Veranlagung sein, dass Dein Gewebe empfindlich ist und sich erst an die mechanische Belastung durch ein saugendes Baby gewöhnen muss. 
  • Falsche Anlegetechnik: Der Grund für schmerzende Brustwarzen liegt sehr oft im Stillvorgang. So legen viele Mütter ihr Baby “falsch” an die Brust an, weil ihnen noch die Erfahrung fehlt und das Handling anfangs sehr schwer ist. Erfasst das Kind nur die Mamille und nicht ausreichend viel vom Warzenhof, wird zu viel Sog an der falschen Stelle ausgeübt. Das Baby quetscht die Brustwarzenspitze nahezu ein. 
Trinktechnik Baby Stillen
Die Anlegetechnik ist das A und O für ein schmerzfreies Stillen
  • Anatomische Veränderungen: Dass beim Trinken nicht alles optimal läuft, kann hin und wieder auch an einem zu kurzen Zungenbändchen liegen oder an der Form, die Deine Brustwarzen haben. Sogenannte Flach-, Schlupf- oder Hohlwarzen erschweren es dem Baby, die Brustwarze korrekt zu erfassen und korrekt zu saugen. 
  • Infektion: In seltenen Fällen kann Deine Brust von einer Infektion durch Pilze oder andere Keime betroffen sein. Stechende oder brennende Schmerzen deuten dann auf eine Soor-Infektion hin – ein Pilz, der vom kindlichen Mund auf Deine Brust übertragen werden kann. Würdest Du in diesem Fall nur das Symptom der wunden Brustwarzen behandeln, könntet ihr euch immer wieder gegenseitig mit diesem Pilz anstecken. 

Kann man wunden Brustwarzen vorbeugen?

Wunde Brustwarzen lassen sich zwar nicht immer verhindern aber durch eine gute Stillvorbereitung durch ein gutes Stillbuch, eine Hebamme, oder Stillberaterin kann das Risiko reduziert werden. Denn so startest Du mit einem Fundus an Grundkenntnissen in die Stillzeit und hast bereits eine Ahnung wo die Stolpersteine liegen können.

Früher hat man den Frauen geraten ihre Brustwarzen in der Schwangerschaft mit einer Zahnbürste, Frotteelappen o.ä. zu bearbeiten um sie so robuster zu machen. Auch den BH wegzulassen und die Kleidung an der Brustwarze reiben zu lassen, war ein ser verbreiteter Tipp. Davon ist man heute weggekommen. Es hat einfach nicht geholfen.

Hebamme kommt in der schwangerschaft zum Hausbesuch
Mit der Hebamme kannst Du ein stillvorbereitendes Gespräch führen

Hat man die Befürchtung Flachwarzen oder Hohlwarzen zu haben, kann man das Gespräch mit seiner Hebamme suchen, die einen professionellen Blick werfen wird, um Deine Befürchtung zu bestätigen oder zu wiederlegen. Mit ihr kannst Du besprechen ob es Sinn macht bereits in der Schwangerschaft einen Brustwarzenformer zu tragen.

Zur Vorbeugung wunder Brustwarzen ist es wichtig ein paar Grundlegende Basics über das Stillmanagement zu kennen. Wichtig bei jeder Stillmahlzeit sind:

  • Die Lage des Babys: In korrekter Stillposition sollte das Baby in Brusthöhe liegen und dabei seinen Bauch an Deinem Bauch haben. Eventuell musst Du Dir ein Stillkissen zu Hilfe nehmen, um das Baby höher zu legen. 
  • Stillbeginn: Führe Dein Baby erst zur Brust, wenn es den Mund geöffnet hat und der Suchreflex zu erkennen ist. Das Baby kommt zur Brust – nicht die Brust zum Baby.
  • Stillverlauf: Während es trinkt, sollte Dein Baby einen Großteil des Warzenhofes im Mund haben. Empfindest Du weiterhin Schmerzen nach dem ersten Ansaugen, beginne noch einmal von vorne.
  • Ende des Stillens: Durch das Saugen des Babys ist in seinem Mund ein Vakuum entstanden. Du kannst es vorsichtig lösen, indem Du Deinen kleinen Finger (Vorsicht Fingernägel!) ganz sanft in seinen Mundwinkel schiebst. Oft hörst Du ein leises Zischen, wenn das Vakuum sich löst. 

Wenn es Dir so geht wie mir, findest Du mit der Zeit eine bestimmte Stillposition besonders angenehm. Um wunden Brustwarzen vorzubeugen, ist es aber wichtig, möglichst häufig zwischen verschiedenen Stillpositionen an beiden Brüsten zu wechseln. Das verhindert einseitige Belastung – besonders durch den starken Unterkiefer deines Babys.

Was tun bei wunden Brustwarzen?

Wie Du bereits gelesen hast ist das korrekte Anlegen das A und O. Hol Dir Hilfe wenn Du Dir unsicher bist und lass Dir zeigen was Du vielleicht noch verbessern kannst. Anfangs will das Stillen einfach geübt sein.

Stellst Du fest, dass Dein Baby satt ist und nicht mehr richtig saugt (kleinere Schnullerbewegungen) hab keine Scheu, das Stillen zu beenden. Die schmerzende Brustwarzen soll nur so weit beansprucht werden wie unbedingt nötig. Das Saugbedürfnis deines Babys solltest Du auf eine andere Weise stillen.

Pflege und Schutz von schmerzenden Brustwarzen:

Hygiene

Oberstes Gebot ist eine gute Handhygiene, um die Brust vor Keimen zu schützen. Daher wasch Dir vor dem Stillen jedes mal die Hände oder desinfiziere sie (gerade wenn Du vor dem Stllen wickelst und kein Waschbecken im Zimmer ist)und reinige Brust und Bruswarze regelmäßig mit klarem Wasser. Seifen könnten die Haut austrocknen und damit anfälliger machen für Risse. Sind die Brustwarzen rissig, kannst Du sie mit steriler Kochsalzlösung und einer sterilen Kompresse reinigen.

Die Mamille pflegen

Erste Hilfe bei gereizten Brustwarzen ist schnell gefunden: die eigene Muttermilch. Verteilst Du nach dem Stillen ein paar Tropfen auf jeder Mamille und lässt sie an der Luft trocknen, kann Muttermilch die Wundheilung fördern. Ein weiteres Mittel ist die Bestrahlung der Brust mit einer Rotlichtlampe. Die Infrarotstrahlung hat eine wärmende Wirkung, die viele Mütter als angenehm und schmerzlindernd empfinden. 

Zwischen den Stillmahlzeiten sorgen Stilleinlagen aus einem Wolle-Seide-Gemisch für zusätzliche Pflege der Brustwarzen. Die Seide gilt als atmungsaktiv und kühlt den Bereich angenehm. Wolle enthält wertvolles Lanolin (Wollfett), das heilungsfördernd wirkt. Außerdem gibt es bestimmte Produkte, die antimikrobielle Eigenschaften haben – die schmerzende Brustwarze also vor (weiteren) Keimen schützen können.

Gereinigtes Wollfett macht die Brustwarzen geschmeidigt und pflegt sie

Alternativ zu Wolle-Seide Stilleinlagen kann man auch Heilwolle verwenden. Die naturbelassene Schafwolle, die sehr viel Lanolin enthält, kannst Du zur Wundheilung ebenso in den BH legen. Manche Frauen empfinden es allerdings als unangenehm, wenn die feinen Haare der Heilwolle nach einiger Zeit in der Wunde verkleben. Du musst sie dann vorsichtig mit Wasser lösen, bevor das Baby trinken kann. 

Die Brust vor Reibung schützen

Für schmerzende Brustwarzen ist es eine Wohltat, sie einfach ohne Kleidung an der Luft entspannen zu lassen. Die meiste Zeit des Tages wirst Du jedoch mit Still-BH, Shirt oder Pullover bekleidet sein. Jede Bewegung kann dann unangenehm werden, wenn diese Kleidung an der Brustwarze reibt. Als kleinen Trick möchte ich Dir für diese Fälle den Wiener “Brust-Donut” ans Herz legen. Es ist ein selbst gebastelter Abstandhalter, durch den die Brustwarze auch unter der Kleidung frei liegen kann. Du kannst ihn einfach selbst herstellen. Du benötigst dazu:

  • mehrere Einmal-Stilleinlagen
  • Einmal-Verbände
  • Schere

Die Stilleinlagen legst Du übereinander und schneidest ein Loch in die Mitte, das der Größe Deiner Brustwarze entspricht. Anschließend umwickelst Du mit dem Verband den entstandenen Ring im Wechsel durch das Loch und über den Rand, bis eine Art Donut entstanden ist. Ihn kannst Du nun auf der Brustwarze platzieren, ohne dass er diese berührt. Alternativ gibt es solche Abstandhalter aus Kunststoff (Brustwarzenschoner) oder Brustringe aus Schaumstoff zu kaufen. Keine Sorge, wenn solche Hilfsmittel unter der Kleidung zu sehen sind. Du wirst sie hoffentlich nicht sehr lange benötigen und im Wochenbett ist Dein Wohlbefinden einfach wichtiger.

Mit einem selbstgemachten Wiener Donut kannst Du Deine Brustwarze vor Reibung schützen

Wie verläuft die Wundheilung?

Was für Wunden allgemein gilt, lässt sich auch auf entzündete Brustwarzen übertragen. Eine ganz wichtige Erkenntnis der letzten Jahrzehnte ist dabei, dass Wunden in einem feuchten Milieu besser heilen als in einem trockenen. Die folgenden drei Schritte der Wundheilung laufen schneller ab, wenn die Wunde feucht gehalten wird:

  • Schritt 1: Wundflüssigkeit reinigt die Verletzung.
  • Schritt 2: Von den Wundrändern ausgehend, wächst das Gewebe nach.
  • Schritt 3: Es bilden sich neue Hautzellen und verschließen die Wunde.

Hält man eine Wunde zu trocken, bildet sich Schorf. Er hindert die Wunde am Atmen und kann Bakterien einschließen, die nicht herausgespült wurden. In der Folge könnte es zu einer Infektion kommen, die den Heilungsprozess lähmt. Sinnvoller ist deshalb – besonders bei blutigen Brustwarzen – die feuchte Wundheilung.

Maßnahmen zur feuchten Wundheilung

Silikon-Einlagen, Milchauffangschalen, feuchte Schwarzteebeutel: Stillmamas berichten von vielen Hilfsmitteln, die ihre Probleme rund um schmerzende Brustwarzen lösen konnten. Hier findest Du die Maßnahmen mit denen ich in meiner Hebammenarbeit bisher die besten Erfahrungen gemacht habe. 

Lanolin

Wenn Du nicht an einer Wollfettallergie leidest, ist hochgereinigtes Lanolin für mich das Mittel der Wahl um die Brustwarzen zu pflegen. Du trägst es nach dem Stillen dünn auf die schmerzende Brustwarze auf und nutzt unter der Kleidung einen Abstandhalter (Wiener “Brust-Donut”, Milchauffangschale, große Muschel, etc.), damit nichts am Wollfett kleben bleibt. Lanolin lässt sich leichter auftragen, wenn Du es an einem warmen Ort lagerst. 

MULTI-MAM Kompressen

Das beste Produkt auf dem Markt für eine schnelle Heilung wunder Brustwarzen: Einmal-Kompressen von MULTI-MAM. Sie sorgen für ein feuchtes Milieu während der Bildung neuer Hautzellen und können dank ihrer Inhaltsstoffe Bakterien abwehren. Die Hydrogel-Kompressen lindern die Schmerzen am besten, wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommen. Das einzige Manko dieses Wundermittels: Bei 10 € für 12 Kompressen ist es verhältnismäßig teuer. Ich empfehle daher die Kompressen durchzuschneiden und pro Brustwarze eine halbe Kompresse zu benutzen.

Silberhütchen/Zinnhütchen

Lanolin Brustkompressen Brustwarzenpflege
Ich empfehle eine Mischung aus Luft und feuchter Wundheilung

Silber ist schon seit Jahrhunderten für seine antibakterielle Wirkung bekannt. In Form einer Brustwarze kannst Du Dir Silberhütchen mit 925er Legierung kaufen, um die entzündeten Bereiche in einem feuchten Milieu zu halten. Silber schützt gegen die Vermehrung von Pilzen, Bakterien und anderen Mikroorganismen. Außerdem verhindert das Silberhütchen, dass Kleidung an der Brustwarze reibt. Du legst es einfach nach dem Stillen an die richtige Stelle in Deinem BH. Da Du Silberhütchen und die ähnlich gestalteten Zinnhütchen immer wieder verwenden kannst, schonen sie Deinen Geldbeutel und die Umwelt.

Schmerzende Brustwarzen lasern lassen

Schreitet die Heilung einer entzündeten Brustwarze nur sehr schlecht voran, empfehle ich gern die Behandlung mit einem Low-Level-Laser. Die Erfahrung zeigt, dass diese Laser-Strahlen die Heilung schneller voranbringen und die Durchblutung erhöhen. Dadurch wird die Entzündung gehemmt, Schwellungen gehen zurück und die Schmerzen klingen ab. Viele Hebammen verfügen mittlerweile über einen eigenen Soft-Laser, mit dem sie schmerzende Brustwarzen ohne Nebenwirkungen behandeln können. Die Therapie tut nicht weh und wird von den betroffenen Frauen gut vertragen. Wie viele Sitzungen nötig sind, kommt auf die Schwere der Entzündung an. Die Kosten von rund 20€ pro Sitzung werden leider nicht von der Krankenkasse übernommen und müssen daher von den Frauen selbst getragen werden.

Können Stillhütchen bei wunden Brustwarzen helfen?

Das ist kein einfaches Thema. Stillhütchen sind kleine Silikonhauben, die die Form einer festen Brustwarze haben. Sie lassen sich beim Stillen auf Deine Brustwarze legen, sodass das Baby nicht direkt an der Brust saugt, sondern die dünne Haut des Hütchens dazwischenliegt. Die Muttermilch fließt durch kleine Öffnungen hindurch. 

Zur grundsätzlichen Diskussion, ob Stillhütchen sinnvoll sind, habe ich eine klare Meinung:

  • Falsche Trinktechnik: Das Kind kann sich eine falsche Trinktechnik angewöhnen, weil ein Silikonhütchen sich im Mund ganz anders anfühlt als eine natürliche Brustwarze und oftmals die Brustwarze nicht optimal im Mund liegt.
  • Reduzierung der Milchmenge: Außerdem wird durch das Hütchen weniger Reiz an der Brustwarze ausgeübt, was die Milchproduktion reduzieren kann.
  • Brustwarze wird ohne Stillhütchen abgelehnt: Was ich auch oft beobachte ist, dass dass Babies sich an das Silikon gewöhnen und die Brustwarze ohne Hütchen irgendwann ablehnen. Deshalb empfehle ich die Verwendung von Stillhütchen nur, wenn es konkrete Gründe dafür gibt. Das kann z.B. bei einer flachen Brustwarze der Fall sein, wenn das Baby Probleme hat, diese anzusaugen. Aber auch unter dem Einsatz eines Stillhütchens tollte man weiter die Trinktechnik im Auge haben.
Mutter stille Baby mit Stillhütchen aus Silikon
Manchmal kann der Einsatz eines Stillhütchens Schmerzen lindern

Stillhütchen können Fluch aber auch Segen sein. Betreue ich eine stillende Mutter wegen schmerzender Brustwarzen, kann ich den Stillhütchen durchaus etwas Gutes abgewinnen. Manche Frauen empfinden sie als wahnsinnig entlastend. Das Stillhütchen ist wie ein Schutzschild für die angegriffene Mamille, die keinen direkten Kontakt mehr zum Mund des Babys hat und dadurch weniger beansprucht wird. Bevor Du Dich wegen der Belastung fürs Abstillen entscheidest, wäre ein Stillhütchen definitiv einen Versuch wert. 

Vielleicht gehörst Du aber auch zu den Frauen, denen ein Stillhütchen die Schmerzen beim Stillen nicht nimmt, sondern sie vergrößert, wenn das Hütchen an der Brustwarze reibt. Auch das ist nicht selten. Dann wäre ein anderer Weg der richtige für Dich. 

So stillst Du trotz wunder Brustwarzen

Wunde Brustwarzen müssen unter Belastung abheilen – das ist der schwere Weg zu einer angenehmen Stillzeit. Die Ursache für schmerzende Brustwarzen ist nicht immer schnell gefunden und behoben. Je besser Dich Deine Hebamme/Stillberaterin auf die Stillzeit und ihre möglichen Komplikationen vorbereitet hat, desto besser bist Du gewappnet. 

Auch wenn es einfach aussieht: Hinter dem erfolgreichen Stillen steht die richtige Technik. Besonders beim ersten Baby, für das Du noch nicht auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen kannst, wirst du etwas Übung brauchen. Um möglichst gut durch die schmerzhafte Zeit zu kommen, solltest Du deshalb …

… die Stillposition des Babys immer kontrollieren und auch mal wechseln.

… den Milchspendereflex mit Pumpe oder sanfter Brustmassage selbst in Gang bringen. Dein Baby muss dann weniger saugen.

… die korrekte Anlegetechnik überprüfen und anpassen.

… Dein Baby sanft von der Brust lösen.

… unter Umständen nur eine Seite pro Mahlzeit stillen. Die Brust stellt sich mit ihrer Produktion darauf ein. 

Mit der Milchpumpe unterstützen

Was kann man machen, wenn man sein Baby gar nicht mehr anlegen mag, weil einem die Tränen beim bloßen Gedanken daran in die Augen schießen? In so einem Fall kann eine Stillpause sinnvoll sein.

Die kannst Du beispielsweise mit einer Milchpumpe einlegen. Milch abzupumpen schmerzt vielen Frauen weniger, als wenn das Baby an der Brust trinkt. Denn Du kannst über die Milchpumpe selbst steuern, wie die Brust beansprucht wird. Viele Frauen greifen deshalb bei schmerzenden Brustwarzen hin und wieder auf eine Pumpe zurück und verfüttern im Anschluss die abgepumpte Muttermilch dem Baby. So hältst Du die Milchproduktion aufrecht und Du und die betroffene Brustwarze habt eine Pause, in der Du Dich erholen und Deine Brustwarze heilen kann. 

Mutter pumpt Muttermilch mit Pumpe ab Stillpause
Bei einer Stillpause hat die Brustwarze Zeit sich zu erholen

Je nachdem wie viel Dein Baby bei einer Stillmahlzeit trinkt, kannst Du es nur einseitig anlegen und die wundere Brustseite abpumpen. Alternativ pumpst Du beide Seiten ab und das Baby trinkt eine komplette Stillmahlzeit aus der Flasche (Auch der Einsatz einer Babyflasche sollte gut überlegt werden, da der Milchfluss viel schneller ist und Babies im Anschluss an die Flasche manchmal die Brust ablehnen). Auf diese Weise kannst Du Deinen Brustwarzen auch eine Pause von mehreren Tagen gönnen, bis sich das Gewebe erholt hat. Danach kannst Du Dich langsam wieder an das Stillen ohne Hilfsmittel heranwagen. Und wenn Du endlich schmerzfrei bist, kannst Du sie bis zum Ende genießen.

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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