Wochenbettbesuche durch die Hebamme

Wochenbettbesuch durch Hebamme

Nach der Geburt deines Kindes hast du viele Fragen und bist vielleicht zunächst unsicher im Umgang mit dem kleinen Wesen. Hier stehen seit eh und je Hebammen jungen Müttern, in den ersten Wochen nach der Geburt, zur Seite. Die Hebamme ist aber nicht nur für das Wohl des Kindes verantwortlich, sondern unterstützt dich in allen Belangen der körperlichen Rückbildung und Wundheilung. Außerdem hilft sie dir durch mental belastende Phasen und spendet guten Rat für deine neue Mutterrolle oder bei Fragen rund ums Stillen. 

Wann und wie oft kommt die Hebamme zu dir?

Wenn du in Deutschland gesetzlich krankenversichert bist, dann hast du nach deiner Entbindung für 12 Wochen einen Anspruch auf regelmäßige Besuche durch eine „Nachsorgehebamme“. Bist du privat krankenversichert, dann erkundige dich bei deiner Versicherung, welche Leistungen sie übernimmt. 

Wünscht du eine ambulante Geburt kommt dich deine Hebamme schon am Tag der Entbindung besuchen. Es ist aber wichtig das vorher mit der Hebamme zu besprechen, damit sie dich dementsprechend einplanen kann. Bevorzugst du eine Entbindung im stationären Rahmen, dann kommt die Hebamme das erste Mal, sobald du aus der Klinik entlassen wurdest. das ist meist am 3. Tag nach der Geburt. Wenn du Bedarf hast, kann dich deine Hebamme im Frühwochenbett (bis Tag 10 nach der Geburt) täglich besuchen. Sogar 2 Mal täglich falls notwendig. Nach dem zehnten Tag hast du dann noch Anspruch auf 16 weitere Hebammenbesuche.

Die Aufgaben der Wochenbetthebamme

Zunächst einmal beobachtet die Wochenbetthebamme die Entwicklung des Säuglings nach der Geburt. Dafür kontrolliert sie in den ersten zehn Tagen engmaschig das Gewicht des Babys, schaut sich die Hautfarbe, den Allgemeinzustand an und führt die „Nabelschau“ durch. Auch später wird Sie das Baby noch Wiegen, um das Wachstum zu beurteilen. 

Bei jedem Besuch schaut sich die Hebamme dein Baby ganz genau an. Anhand dessen Reflexe, Reaktionen und Ausscheidungen kann sie auf das Wohlbefinden schließen. Stellt sie dabei etwas ungewöhnliches fest, dann wird sie dich zum Kinderarzt schicken mit der Bitte, diese genauer abzuklären. 

Beim Wochenbettbesuch wird die Hebamme sich regelmäßig das Baby ansehen

Die Wochenbetthebamme informiert dich auch über die Screeninguntersuchung nach dem Gendiagnostikgesetz. Am dritten Lebenstag entnimmt sie eventuell einen Tropfen Blut aus der Ferse deines Säuglings, falls das noch nicht im Krankenhaus gemacht wurde. Damit können Stoffwechselstörungen ausgeschlossen werden. Wenn du wissen möchtest, was bei den einzelnen U-Untersuchungen beim Kinderarzt passiert, kannst du deine Hebamme ebenfalls fragen. 

Normalerweise begleitet dich die Hebamme auch beim ersten Bad deines Babys, erklärt dir alles zur Babypflege und hilft dir bei Fragen rund ums Stillen oder der Flaschenfütterung.

Hebammen begleiten Frauen 

Neben dem Kind betreut die Wochenbetthebamme aber vor allem auch dich als Mutter. Dein Körper durchläuft im Wochenbett einen massiven Prozess der Rückbildung. Dein Hormonhaushalt verändert sich nach der Geburt rapide und deine Gebärmutter schrumpft innerhalb weniger Tage auf ihre ursprüngliche Größe. Sehnen, Bänder und Muskeln straffen sich wieder, Organe wie Darm und Blase wandern zurück auf ihre Ursprungsposition. All das folgt einem relativen festen Zeitplan, den wie Hebamme kennen und überwachen. 

Hebamme wiegt baby
Das Wiegen des Babies ist fester Bestandteil des Hebammenbesuchs

Dabei wird sie dir zunächst einmal Fragen zu deinem Wochenfluss stellen, denn dieser gilt als Spiegel der Wundheilung und zeigt, in welcher Phase du dich gerade befindest. 

Die Hebamme beobachtet auch deine Wundheilung bei Geburtsverletzungen, zum Beispiel bei einer Dammnaht oder nach einem Kaiserschnitt und tastet regelmäßig deine Gebärmutter ab. 

Die Hebamme als Fels in der Brandung

Nach einer Geburt spielt sich auf der Gefühlsebene der Mutter einiges ab. Durch die rasant abfallenden Schwangerschaftshormone bekommen machen Frauen einen Baby-Blues oder die sogenannten Heultage. Deine Hebamme hilft dir durch diese Zeit. Sie hat ein offenes Ohr, kennt die richtigen Mittel aus der Homöopathie oder hat so manch andere Ratschläge auf Lager. 

Das gilt natürlich auch für die körperlichen Beschwerden, die du nach der Schwangerschaft haben kannst. Ob kühlende Wickel gegen schmerzende Brüste durch das Stillen oder eine wohltuende Bauchmassage, die die Gebärmutter entspannt, scheu dich nicht deine Hebamme nach Rat zu fragen.

Sie kennt sich auch aus zu allen Fragen der Verhütung nach einer Geburt, denn Stillen schützt nicht vor einer Schwangerschaft und du bist eventuell schneller wieder empfänglich, als du denkst. 

Wochenbettgymnastik unterstützt die Rückbildung

Auch wenn es Wochenbett heißt, musst du nicht 40 Tage liegend verbringen. Es bedeutet lediglich, dass du dich schonen sollst, um deinem Körper die Möglichkeit zu geben zu heilen und sich zu erholen. Deine Hebamme wird dir zu gegebener Zeit leichte Wochenbettübungen machen, mit der du die Rückbildung sanft unterstützen kannst.

Zu Beginn stehen hier sehr leichte Übungen, wie Zehen heben und kreisen oder Fußübungen, die vor allem einer Thrombose entgegenwirken sollen. 

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Nach wenigen Tagen schon kommen die ersten Übungen zur Stärkung deiner Muskeln dazu. Dabei solltest du darauf achten deinen Beckenboden nicht zu stark zu belasten, denn dieser ist noch sehr weich und schlapp. Mit dem Beckenbodentraining und „richtiger“ Rückbildungsgymnastik solltest du bist zum Ende des Wochenbettes warten, damit alle Geburtsverletzungen verheilt sind.

Eventuell zeigt dir deine Hebamme aber bereits reflektorische Beckenbodenübungen, bei denen sich der Beckenboden alleine anspannt, die dazu dienen, den Muskeltonus des Beckenbodens zu verbessern.

Wie finde ich eine Hebamme?

Das ist ein wichtiger Punkt, den du am besten schon im ersten Schwangerschaftsdrittel abhakst, denn die Wochenbetthebamme ist ein rares Gut in Deutschland.

  • Du kannst dich an die Hebammenpraxen in deiner näheren Umgebung wenden und dort anfragen, ob sie dich nach deiner Geburt betreuen können.
  • in jeder Stadt gibt es in der Regel eine Hebammenliste
  • schau auf der Internetseite des Hebammenverbandes deines Bundeslandes/Landkreises https://www.hebammenverband.de/familie/hebammensuche/
  • im Internet gibt es diverse „Hebammensuchmaschinen“, wie https://www.hebammensuche.de/, https://www.babyclub.de/hebamme/
  • Hast du eine Hebamme, die dich durch die Schwangerschaft begleitet, dann übernimmt diese oft auch die Wochenbettbetreuung.
  • Ansonsten schau einfach ins Telefonbuch oder frag in deinem Bekanntenkreis nach, ob jemand einen guten Kontakt hat.

Was mache ich, wenn ich keine Hebamme finde?

Zunächst einmal keine Panik. Du kannst alle Untersuchungen an deinem Baby auch beim Kinderarzt durchführen lassen und dein Gynäkologe wird dich ebenfalls beraten, wenn du körperlich oder mental Beistand brauchst. Aber es ist natürlich beruhigend zu wissen, dass eine Hebamme nach Hause kommt, um alle aufkommenden Fragen zu beantworten. Außerdem sind wir Hebammen ja bekanntlich mutterfreundlich orientiert und möchten jeder Frau gerne helfen. Deshalb bieten manche Hebammenpraxen in so einer Situation an, dass Mütter bei Fragen in die Praxis kommen können. 

Die Hebamme tastet regelmäßig auf den Bauch, um die Rückbildung der Gebärmutter zu überwachen

Mittlerweile gibt es auch Online Hebammensprechstunden per Videotelefonat, die allerdings nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Die Hausbesuche entfallen bei dieser Notlösungen jedoch leider, was sehr schade ist und dich um viel Ruhe im Wochenbett bringt. Also kümmere dich lieber rechtzeitig um deine Wochenbettbetreuung.

So kannst du dich selbst aufs Wochenbett vorbereiten

Nicht immer nimmt eine Frau die Dienste einer Hebamme schon während der Schwangerschaft in Anspruch. Dann musst du dich ohne deren kundige Tipps auf das Wochenbett vorbereiten. Damit du entspannt in die Zeit als Wöchnerin startest, kannst du dich in den letzten Wochen der Schwangerschaft vorbereiten. 

Wochenbettbauchmassage – ein Wohltat für frisch gebackene Mamas

Mit dieser Checkliste bist du gut gerüstet:

Vorräte anlegen:

  • Lege Vorräte an und koche dein Lieblingsessen vor. Falls sich Freunde und Familie anbieten, den Kochlöffel für dich zu schwingen, nimm das Angebot an. Besuch darf sich ebenfalls gerne nützlich machen und den Kuchen selbst mitbringen.

Hausapotheke für das Wochenbett:

  • Die Gebärmutter zieht sich in den ersten Tagen nach der Geburt schnell zusammen. Das kann mit Schmerzen verbunden sein. Coolpacks, Ibuprofen 400 mg und Paracetamol 500 mg helfen gegen die Schmerzen: übrigens, auch bei Geburtsverletzungen. Abstand solltest du von ASS, wie es zum Beispiel in Aspirin enthalten ist, nehmen. Es hat eine blutverdünnende Wirkung und kann für Mutter und gestillte Kinder gefährlich werden.
  • Viele Mütter schwören auf Spülungen beim Toilettengang. Der Urin wird verdünnt und die Vulva sanft gesäubert. Im Vorfeld kannst du einen Messbecher besorgen und eine Calendula Essenz (zum Beispiel von Weleda oder Wala).
  • Kompressen mit Retterspitz für geschwollene Brüste
  • Es gibt gut erprobte homöopathische Mittel in der Hebammenkunde:
    • Traumeel-Tabletten enthalten unter anderem Arnika, Schafgarbe, Ringelblume, Johanniskraut, Beinwell, Echinacea und Kamille. Sie wirken abschwellend auf geschwollene Dammnähte. Nimm dreimal täglich eine Tablette.
    • Calendula D6 fördert die Bildung von neuem Gewebe und lässt Dammnähte schneller verheilen. Nimm davon dreimal täglich fünf Globuli.
    • Bellis Perennis D6 helfen bei starken Wundschmerzen in der Gebärmutter und fördern die Wundheilung nach der Entbindung. Die Rückbildung der Gebärmutter wird unterstützt und Blutergüsse abgemildert. Auch auf den Wochenfluss hat sie normalisierenden Einfluss. Nimm drei bis fünfmal täglich fünf Globuli 

Hygieneartikel:

  • Der Wochenfluss ist zu Beginn des Wochenbetts noch sehr stark. Besorge dir Binden mit großer Saugkraft wie Flockenwindeln von Strampelpeter oder Pelzy. Wenn du planst, mit Stoffwindeln zu wickeln, dann kannst du diese dabei weiterverwenden.
  • Deine Unterwäsche kann in den ersten Tagen durchaus leiden. Daher sind Netzunterhosen, Einwegslips oder alte Baumwollschlüpfer, die du später wegwirfst, ein heißer Tipp.

Hausmittel und Teemischungen:

  • Quarkwickel kühlen die Nähte, falls du einen Dammschnitt hattest. Dafür gibst du Quark in die Mitte eines Küchenpapiertuchs und bewahrst die Päckchen in einer Dose im Kühlschrank auf, bis du sie benötigst. Das ist herrlich kühl und eine Wohltat bei Schwellungen. 
  • Quark ist auch eine Wohltat beim Milcheinschuss, wenn die Brüste heiß und rot sind
  • Genauso wie Auflagen aus Weißkohlblättern, die man sich auf die Brust legt
  • Der Rückbildung kannst du auch mit einem Rückbildungstee nachhelfen. Entweder kaufst du ihn fertig über die Bahnhofsapotheke oder lässt ihn dir in deiner Apotheke anmischen. Er enthält als Hauptkräuter Frauenmantel und Hirtentäschel das blutstillend wirkt und die Wundheilung ankurbelt. Daneben werden Verbene (wirkt entkrampfend und entzündungshemmend), Mistelkraut (stärkt den Kreislauf), Ackerschachtelhalm (kräftigt das Bindegewebe und regeneriert die Schleimhaut) und Brennnessel (schwemmt das Wasser aus) beigemischt. 

Die Hebamme – der Wochenbettprofi

Früher wurden Frauen im Familienverband durch ihre Mütter und Großmütter nach einer Schwangerschaft begleitet. Das ist heute nicht mehr so und diese Lücke schließt die Hebamme mit ihren Wochenbettbesuchen. Sie wacht über dich und dein Kind und arbeitet dabei auf einer vertrauensvollen und medizinisch kompetenten Ebene mit dir. 

Du solltest dich deshalb nicht scheuen alle Fragen, die du hast zu stellen und alle Probleme die auftreten mit ihr zu teilen. Denn oftmals sind es Themen, die zwar für dich ganz neu aber im Grunde völlig normal nach einer Schwangerschaft sind. Deine Hebamme weiß Rat und kann dich beruhigen. So kannst du dein Wochenbett sicher und in Ruhe genießen.

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