Geburtstermin berechnen – Wann kommt das Baby?

Geburtstermin berechnen

Viele Paare kennen das – der Schwangerschaftstest ist positiv, Du siehst die zwei Linien, freust Dich und fragst Dich nun: „Wann ist denn der vorrraussichtliche Geburtstermin des Babies?“ 

Wann das baby in etwas das Licht der Welt erblickt, kann man relativ einfach selbst mit etwas Mathematik, oder mit Rechnern aus dem Internet berechnen. Wichtig ist hier, dass Du entweder den ersten Tag deiner letzten Periode kennst, oder den genauen Tag der Befruchtung. Sei Dir aber bitte bewusst, dass es sich bei dem Termin eher um einen Zeitraum als um einen genauen Zeitpunkt handelt. Schwangerschaften verlaufen recht unterschiedlich und jede Frau hat einen anderen Menstruationszyklus. Die Schwangerschaftsdauer hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel Deinem Alter, dem Einnistungszeitpunkt, Deinem Gewicht und ob Du schon vorangegangene Schwangerschaften hattest. 

Den Termin selber berechnen

Rechenbeispiel 28-Tages-Zyklus

Zum Berechnen des Entbindungstermins (ET) wird üblicherweise folgende Regel – die Naegelsche Regel – verwendet:

Datum des ersten Tages deiner letzten Periode, minus 3 Monate, plus 7 Tage , plus 1 Jahr = voraussichtlichen Entbindungstermin.

positiver Schwangerschaftstest
Viele Paare fragen sich nach dem Test „Wann kommt denn das Baby zur Welt?“ 

Ich möchte Dir hier eine Pauschalberechnung anhand eines regelmäßigen 28-Tage-Zyklus zeigen. Zum errechnen des Geburtstermins kannst Du zwei Optionen verwenden. 

Erster Tag der letzten Regel: 20.10.2019

minus 3 Monate: 20.07.2019

plus 7 Tage: 27.07.2019

plus 1 Jahr: 27.07.2020

ET: 27.07.2020

Den Termin genauer bestimmen mit dem Tag der Befruchtung

Wenn Du den genauen Tag der Befruchtung kennst, kannst Du den voraussichtlichen Entbindungstermin anders berechnen. Ersetze dafür einfach den ersten Tag der letzten Regel mit dem Tag der Befruchtung und Du bekommst ein konkreteres Ergebnis.

Datum der Befruchtung – 3 Monate – 7 Tage + 1 Jahr = ET

Diese Methode hat nur einen kleinen Nachteil, Du musst entweder den Tag der Befruchtung oder den ersten Tag der letzten Periode kennen. Außerdem wird hier immer mit einem 28 Tage langen Zyklus gerechnet. Ist Dein Zyklus also länger oder kürzer, musst Du die Rechnung entsprechend anpassen. 

Rechenbeispiel 31-Tages-Zyklus

Hast Du nun einen verlängerten Zyklus, der z.B. 31 Tage andauert, musst Du die zusätzlichen 3 Tage noch addieren. Ergibt statt dem 27.07.20, den 30.07.20 als ET.

Rechenbeispiel 26-Tages-Zyklus

Gehörst Du aber zu den Frauen, die einen kürzeren Zyklus haben, müssen die fehlenden Tage subtrahiert werden. Bei einem 26-Tages-Zyklus beispielsweise musst Du 2 Tage abziehen. Ergibt statt dem 27.07.20, den 25.07.20 als ET.

Da viele Frauen ihre Periode tracken – anhand vom Smartphone, oder klassisch im Kalender – kann der erste Tag der Blutung meistens leicht und schnell zurückverfolgt werden. Somit kannst Du den voraussichtlichen Geburtstermin ganz einfach selbst berechnen. So hast Du Selbstsicherheit und kannst Dich auf Deine eigene Rechnung verlassen. Vor allem musst Du nicht erst auf den Frauenarzttermin warten, der vielleicht erst in ein paar Tagen, oder Wochen sein wird und weißt gleich, wann Dein Kind in etwa das Licht der Welt erblicken wird.

Geburtstermin mit Ultraschall berechnen

Der Frauenarzt verwendet die Naegelsche Methode übrigens kaum noch. Durch die modernste Technik in den Praxen wird der Embryo mittels Ultraschall ausgemessen und anhand der sogenannten SSL – Scheitel-Steiß-Länge (vom Kopfbis zum Po) die Größe bestimmt. Daraus ermittelt der Gynäkologe dann den voraussichtlichen Entbindungstermin. Bei den 4-Wöchigen Untersuchungen in der Praxis kann der Termin dann ggf. vor- oder zurück datiert werden. (in den ersten 3 Monaten, danach nicht mehr!) Denn nicht immer ist die erste Terminvergabe die richtige.

In den ersten drei Monaten wachsen die Embryonen fast identisch

In der Regel wachsen die Embryonen in den ersten 12 Schwangerschaftswochen nahezu identisch und erst danach setzt das individuelle Wachstum ein. Daher ist die Bestimmung der Schwangerschaftswoche mittels Ultraschall in den ersten 3 Monaten sehr genau. Danach sollte der Termin nicht mehr korrigiert werden. Nur weil ein Kind schneller wächst, heißt es nicht, dass es eher geboren wird. Genauso wird ein Baby welches leichter und kleiner ist, nicht zwangsläufig später geboren. Das individuelle Wachstum und das Gewicht hängen unter anderem von der Statur und der ethnischen Herkunft der Eltern ab.

Wie genau ist der berechnete Termin?

Bei dieser ganzen Berechnung ist es wichtig zu beachten, dass die Angaben nicht in Stein gemeißelt sind. Viele Frauen legen sich auf dieses Datum fest und sind dann enttäuscht, wenn das Baby vorher oder nachher das Licht der Welt erblickt. Wie ich anfangs gesagt habe, ist es besser von einem Zeitraum auszugehen, statt von einem festen Termin.

Gerade mal 4-9% der Kinder kommen tatsächlich am errechneten Geburtstermin zur Welt. Die meisten Kinder (9%) werden direkt am Tag davor oder am Tag danach geboren. Es kann aber auch durchaus vorkommen, dass das Baby bis zu 10 Tage vor oder nach dem Entbindungstermin zur Welt kommt. Dieser Termin ist also eher ein Zeitraum, der sich von der vollendeten 37. SSW bis hin zur vollendeten 42. SSW erstrecken kann. Das bedeutet, dass der vermeintliche Entbindungstermin eine Dauer von 5 Wochen haben kann – 3 Wochen vor dem Datum und 2 Wochen danach. Viele Frauen und werdende Eltern müssen sich in dieser Zeit in Geduld üben, da niemand weiß, wann es tatsächlich so weit ist. 

Ultraschlluntersuchung Schwangerschaft
Heute wird der ET meist durch eine Ultraschalluntersuchung bestimmt

Es wird immer gesagt, dass eine Schwangerschaft 9 Monate, also 40 Wochen, bzw. 280 Tage andauert. Diese Aussage ist streng genommen falsch, da sich diese Berechnung auf die Naegelsche Regel bezieht. Da die Frau zum Zeitpunkt des ersten Tages der letzten Periode noch nicht schwanger sein kann, sondern erst 14 Tage später, kann man sagen, dass die Dauer der Schwangerschaft nicht 280 Tage, sondern im Durchschnitt eher 264 – 268 Tage beträgt.

Wenn Du Zwillinge erwartest, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommen. Im Durchschnitt kommen sie ca. 12 Tage eher auf die Welt als Einlinge. Daher ist es ratsam sich als junge Eltern nicht auf diesen Termin zu versteifen und die Sache locker anzugehen.

Ob Du zu den Frauen gehörst, die vor, oder eher nach dem ET ihr Baby zur Welt bringt, kann durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden.

Schwangerschaftsdauer wird von mehreren Faktoren beeinflusst

Eine Terminüberschreitung kann unter anderem beeinflusst werden durch:

  • Unbekannter Zeitpunkt der Befruchtung bzw. des ersten Tages der letzten Periode
  • Alter der werdenden Mutter
  • Lebens- und Ernährungsweise der Mutter
  • Längere Einnistungsphase des Eis
  • Vorangegangene Schwangerschaften mit überschrittenen Entbindungsterminen

Veganes Schwangerschaft Pflegeöl

250ml Körperöl zur Pflege deines Schwangerschaftsbauchs und Vorbeugung gegen Dehnungsstreifen. 100% natürliche Zutaten und PETA-approved vegan.

Auch zur Babymassage gut geeignet.

16,90 Jetzt bestellen

Eine Geburt vor dem ET kann unter anderem beeinflusst werden durch:

  • Unbekannter Zeitpunkt der Befruchtung bzw. des ersten Tages der letzten Periode
  • Die Versorgung des Kindes kann durch eine Plazentainsuffizienz (nicht mehr optimal arbeitender Mutterkuchen) nicht mehr ausreichend gewährleistet werden
  • Verfrühtes Öffnen des Muttermundes durch eine Gebärmutterhalsschwäche
  • Physische oder psychische Belastung der Mutter
  • Nikotin-, Drogen- oder Alkoholkonsum

Dies sind natürlich nur Beispiele. Alle Geburten, die sich innerhalb der 5 Wochen um den errechneten Entbindungstermin herum befinden, zählen zu normalen und „pünktlichen“ Geburten. 

Warum sollte ich den Geburtstermin kennen?

Den voraussichtlichen Termin zu kennen, hat einige Gründe. Die meisten Frauen möchten über den Verlauf ihrer Schwangerschaft genau im Bilde sein und verfolgen die Entwicklung ihres Babies per Buch, oder mit einer App, wo man den errechneten Entbindungstermin eingibt und erfährt welche Entwicklungsschritte das Baby in der jeweiligen Schwangerschaftswoche macht und bietet werdenden Eltern Sicherheit und wichtige Informationen.  Auch vom Gynäkologen kann die Entwicklung des Babies so besser nachvollzogen werden.

Hebamme Wochenbett
Um eine Hebamme für das Wochenbett muss man sich frühzeitig kümmern

Den ET zu kennen ist auch wichtig, um sich rechtzeitig eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung zu suchen und um einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen, die zeitlich zu einem passt.

Erwartet man ein Baby, ist das eine aufregende Veränderung im Leben, auf die sich die meisten Paare vorbereiten möchten. Sei es das Kinderzimmer, die Erstlingsausstattung, oder der Umzug in eine größere Wohnung. All dies braucht Zeit und will in Ruhe geplant und gemacht werden.

Viele Paare nutzen die Zeit der Schwangerschaft um vor der Geburt eine „Babymoon“ Auszeit zu machen und fliegen noch mal zu zweit in den Urlaub. Auch dafür ist es wichtig den Geburtsstermin zu kennen, da ab einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaft die Airline einen nicht mehr befördern.

Als werdende Mutter musst du außerdem das Datum des errechneten Termins deinem Arbeitgeber mitteilen, damit dieser sich rechtzeitig um Ersatz während der Mutterschutzfrist und Elternzeit kümmern muss. Auch die Krankenkasse benötigt diese Information, da du 6 Wochen vor dem Entbindungstermin in den Mutterschutz gehst und in dieser Zeit das Mutterschaftsgeld ausgezahlt wird. Das Mutterschaftsgeld wird nach der Geburt noch weitere 8 Wochen gezahlt. Danach greift das Elterngeld.

Mogeln für einen entspannten Endspurt

Gerade zum Ende der Schwangerschaft häufen sich die Nachfragen und Anrufe der Verwandschaft, warum ich empfehle Freunden und Verwandten einen Termin mitzuteilen, der 1-2 Wochen hinter dem eigentlichen ET liegt. So kann man die Endphase der Schwangerschaft etwas entspannter gestalten und man reduziert so die ständigen Nachfragen, „ob es denn schon losginge“. Daher ist es völlig legitim, wenn Du Deiner Familie einen Termin zwei Wochen später nennst oder eben nur einen gewissen Zeitraum, wie z.B. „Ende März“.

Überschreiten des Termins – Einleitung der Geburt

Leider ist es in der Praxis häufig so, dass es frau schnell nervös macht, wenn der Nachwuchs nicht zum errechneten Termin kommt. Obwohl es auch völlig normal ist 2 Wochen nach dem Entbindungstermin noch schwanger zu sein, setzt es viele Frauen unter „Gebärdruck“. In der Regel wird nach 7 – 10 Tagen nach Überschreitung des errechneten Geburtstermins die Geburt eingeleitet, was diesen Druck noch verstärkt. Das ist nicht viel Zeit. Daher sollte man von Anfang an Wert darauf legen, dass der ET korrekt und anhand des persönlichen Zyklus errechnet wird, um ein unnötiges Einleiten zu vermeiden.

Gerne kannst Du Dir hier den Artikel zur Einleitung der Geburt „Einleitung der Geburt – wenn die Wehen nicht von selber kommen“ durchlesen.

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

Hat der Artikel dir gefallen?

Meld dich jetzt zu meinem Hebammennewsletter an und ich melde mich bei dir sobald ich einen neuen Artikel veröffentlicht habe.

Du bekommst garantiert keinen Spam und kannst dich auch jederzeit wieder abmelden.

Ich freue mich auf dich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×
Produkt gekauft
×
Produkt gekauft

Hebammen-Newsletter

Meld dich jetzt zu meinem Newsletter an und ich schicke dir regelmäßig neue Artikel von mir zu rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby:

Du bekommt nur E-Mails zu den Themen Schwangerschaft, Geburt usw. und kannst dich jederzeit wieder abmelden.

 

Alles Liebe, deine