Baden in der Schwangerschaft und nach der Geburt – das ist wichtig

Baden in der Schwangerschaft Beitragsbild

Es gibt kaum etwas Schöneres, als sich nach einem anstrengenden Tag in die Badewanne zu legen und die wohltuende Wirkung des warmen Wassers zu genießen. Aber wie sieht es mit dem Baden in der Schwangerschaft und dem Baden im Wochenbett aus? Ist das gefahrlos möglich oder solltest du besser darauf verzichten? 

In diesem Beitrag habe ich alles Wichtige zum Thema Baden in der Schwangerschaft und Baden im Wochenbett für dich zusammengetragen. 

Ist Baden in und nach der Schwangerschaft erlaubt?  

Die gute Nachricht zuerst: Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, in der Schwangerschaft zu baden. Auch nach der Schwangerschaft ist Baden erlaubt – allerdings mit einigen Einschränkungen. Doch dazu später mehr. 

Du solltest aber nicht nur beim Baden im Wochenbett, sondern auch beim Baden in der Schwangerschaft das ein oder andere beachten, wenn du sichergehen möchtest, dass die warme Auszeit für dein Baby und dich gleichermaßen entspannend ist. 

Baden in der Schwangerschaft Badewannentrick

Baden in der Schwangerschaft – nicht zu heiß und nicht zu lang 

Eine warme Badewanne ist in der Schwangerschaft eine wunderbare Möglichkeit, um zu entspannen. Vor allem im 3. Trimester empfinden viele werdende Mütter den natürlichen Auftrieb im Wasser als besondere Wohltat, weil der wachsende Babybauch und die dadurch veränderte Körperhaltung insbesondere am Ende der Schwangerschaft zu Rückenschmerzen führen kann. 

Das solltest du beim Baden in der Schwangerschaft beachten 

Damit du jedes Bad in der Schwangerschaft genießen kannst, solltest du einige wichtige Dinge beachten:

  1. Wenn du schwanger baden möchtest, sollte die Badewasser-Temperatur 37 Grad keinesfalls überschreiten. Am besten ist es, wenn dein Badewasser 33 bis 34 Grad warm ist. Das hat zwei Gründe: Zum einen belastet eine zu hohe Wassertemperatur deinen Kreislauf, weil dein Blutdruck durch die Wärme absinkt. Zum anderen kann es zu frühzeitigen Wehen führen, wenn deine Körperkerntemperatur 38,5 Grad längerfristig übersteigt.  
  2. Dein Bad sollte nicht länger als 15 Minuten andauern. Diese Vorsichtsmaßnahme solltest du ebenfalls deswegen beachten, um deinen Kreislauf zu schonen. Außerdem können evtl. Krampfadern sich durch die Wärme verstärken.
  3. Achte darauf, dass du immer ein Glas Wasser in Reichweite der Badewanne stehen hast, falls du trotz aller Vorsicht beim Baden in der Schwangerschaft Kreislaufprobleme bekommen solltest. 
  4. Vor allem beim Baden in der Schwangerschaft im dritten Trimester ist es empfehlenswert, wenn du nicht allein zuhause bist, wenn du in der Wanne liegst. Zu wissen, dass jemand da ist, den du bei Bedarf rufen kannst, gibt dir die Sicherheit, die du brauchst, um dich beim Baden vollkommen entspannen zu können. 

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Die richtigen Badezusätze in der Schwangerschaft 

Ich empfehle dir, in der Schwangerschaft Badezusätze zu verwenden, die rückfettend wirken. So kannst du verhindern, dass deiner Haut beim Baden Feuchtigkeit entzogen wird und sie austrocknet. Am besten eignen sich daher zum Baden in der Schwangerschaft verschiedene Öle:

  • Zitronenöl wirkt erfrischend und anregend auf Körper und Geist. Zu einer etwas milderen Erfrischung beim Baden kann dir Orangenöl verhelfen. 
  • Lavendelöl hilft dir zu entspannen. Es hat eine beruhigende Wirkung, die du dir beim Baden in der Schwangerschaft zunutze machen kannst. 
  • Rosenöl ist vor allem für seine hautpflegende Wirkung bekannt. Wenn du besonders gereizte Haut hast, sollte Rosenöl der Badezusatz deiner Wahl sein. 
  • Melissenöl hat eine positive Wirkung bei seelischen Verstimmungen und kann dir helfen, innere Ruhe zu finden. 

Darüber hinaus kannst du viele weitere Badzusätze wie Öle mit Vanille oder Sandelholz oder auch Heublumen für ein entspannendes Bad verwenden.

Tipp: Wenn Du die Öle vor dem Bad mit ein wenig Milch oder Sahne mischst, können sie sich im ganzen Badewasser gut verteilen und sammeln sich nicht ausschließlich an der Wasseroberfläche. 

Entspannungsbad in der Schwangerschaft erlaubt?

Übungswehen oder echte Wehen?

Wenn du am Ende der Schwangerschaft Wehen spürst und dir nicht sicher bist, ob es sich um Senkwehen oder um echte Wehen handelt, kannst du dir den sogenannten Badewannentrick zunutze machen: Wenn du dich in die Badewanne legst, verschwinden Übungswehen beispielsweise nach etwa 10-15 Minuten wieder. Handelt es sich um “echte” Geburtswehen, gehen diese in der Badewanne nicht zurück und werden meist sogar angekurbelt.

Baden im Wochenbett   

Jede frischgebackene Mama kann eine kleine Auszeit in der Badewanne gut gebrauchen. Ich empfehle dir allerdings, auf das Baden im Wochenbett so lange zu verzichten, bis dein Wochenfluss versiegt ist. 

Baden nach einer Spontangeburt 

Dein Wochenfluss ist ein Zeichen dafür, dass die Wundheilung in deinem Körper in vollem Gange ist. Gehst du in die Badewanne, besteht die Gefahr, dass Badewasser in deine Gebärmutter läuft und es zu einer Infektion derselben kommt, die letztlich in einem Wochenbettfieber münden kann. Die Wunde, die durch deine Plazenta entstanden ist, ist in etwa so groß wie ein Frühstücksteller – nicht zu baden, bis der Wochenfluss versiegt und die Wunde somit verheilt ist, ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme

Die Empfehlung, auf das Baden zu verzichten, solange dein Wochenfluss noch nicht versiegt ist, hat übrigens nichts mit deinem Wochenfluss an sich zu tun. Früher war man überzeugt davon, der Wochenfluss sei hochinfektiös. Mittlerweile hat man herausgefunden, dass der Wochenfluss nicht infektiöser ist als jedes andere Wundsekret auch. Du solltest also nicht wegen deines Wochenflusses auf das Baden verzichten, sondern wegen der Wunde in deiner Gebärmutter. 

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Baden nach einem Kaiserschnitt 

Nach einem Kaiserschnitt gilt das gleiche wie nach einer Spontangeburt. Du darfst wieder in die Badewanne gehen, wenn dein Wochenfluss versiegt ist – denn dann ist auch die Wunde in deiner Gebärmutter verheilt.

Zusätzlich ist es beim Baden nach dem Kaiserschnitt wichtig, dass deine Kaiserschnittnarbe äußerlich gut verheilt ist. Das dauert üblicherweise nur 10 bis 14 Tage. Wenn dein Wochenfluss vorbei ist, ist deine Kaiserschnittnarbe also schon längst bereit für ein warmes Bad. 

Wenn du dir aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht sicher bist, ob deine Narbe für ein Bad nach dem Kaiserschnitt schon gut genug verheilt ist, kannst du jederzeit deine Ärztin / deinen Arzt oder deine Hebamme fragen. 

Baden nach der Schwangerschaft

FAQ zum Thema Baden in und nach der Schwangerschaft

Viele deiner Fragen rund um das Thema Schwangerschaft und Baden sind mittlerweile sicherlich beantwortet. Falls dir die ein oder andere Antwort noch fehlt, findest du sie ganz bestimmt unter den nachfolgenden FAQs. 

Sind Sitzbäder in und nach der Schwangerschaft empfehlenswert?

Statt zu baden, bietet sich in der Schwangerschaft und nach der Geburt auch ein Sitzbad an. Vor der Geburt kannst du mit regelmäßigen Sitzbädern ab der 37. SSW das Gewebe in deinem Intimbereich weicher und dehnbarer machen. Auf diese Weise kannst du deinen Beckenboden auf die Geburt vorbereiten und so Geburtsverletzungen vorbeugen. Besonders gut eignet sich dazu ein Heublumensitzbad. Mit der Heublumenmischung kannst Du alternativ zu einem Sitzbad auch ein Heublumendampfbad durchführen und so Deinen Beckenboden entspannen und auf die Geburt vorbereiten.

Nach der Geburt können Sitzbäder deine Schmerzen lindern und dazu beitragen, dass deine Verletzungen gut ausheilen. Zusätze mit Calendula, Eichenrinde oder Badesalz aus dem Toten Meer sind dabei besonders wohltuend. Achte aber darauf, erst 4-5 Tage nach der Geburt mit Sitzbädern zu beginnen, da sich deine Fäden sonst vorzeitig auflösen können, falls du genäht werden musstest. 

Sitzbäder sind außerdem deswegen einem Vollbad im Wochenbett vorzuziehen, weil dein Wochenfluss, obwohl er nicht hochinfektiös ist, Bakterien enthalten kann. Diese Bakterien können potenziell eine Brustentzünung (Mastitis) auslösen, beispielsweise, wenn sie mit einer wunden Brustwarze in Berührung kommen. 

Welche Badezusätze sollte ich in der Schwangerschaft nicht benutzen?

Es gibt einige Badezusätze, auf die du in der Schwangerschaft möglichst verzichten solltest. Dazu gehören Badezusätze mit ätherischen Ölen (beispielsweise mit Nelken, Zimt und Kampfer). Solche Substanzen wirken anregend und können unter Umständen dazu beitragen, dass frühzeitige Wehen ausgelöst werden. 

Auch auf ein Rosmarinbad in der Schwangerschaft solltest du verzichten, weil Rosmarin eine durchblutungsfördernde Wirkung hat. Ein Erkältungsbad in der Schwangerschaft ist wegen der hohen Wassertemperatur und der ätherischen Öle in den meisten Badezusätzen ebenfalls mit großer Vorsicht zu genießen. 

Darf ich in der Schwangerschaft schwimmen gehen? 

Schwimmen ist für Schwangere ein idealer Sport: Die Gelenke und dein Rücken werden geschont und du trainierst trotzdem deine Ausdauer und Muskulatur. 

Außerdem ist die Infektionsgefahr beim Schwimmen in der Schwangerschaft entgegen der weitläufigen Meinung sehr gering – der Nutzen des Schwimmens überwiegt die geringen Gefahren einer Infektion auf jeden Fall. 

Wenn du in der Schwangerschaft regelmäßig schwimmen gehen möchtest, empfehle ich dir, den pH-Wert deiner Scheidenflora mit pH-Teststreifen aus der Apotheke zu messen. Ein erhöhter pH-Wert (> 4,5) ist ein Hinweis, dass du anfälliger für bakterielle Infektionen und Pilzinfektionen sein kannst. Um dem entgegenzuwirken, kannst du dir nach dem Schwimmen über Nacht sogenannte Laktobazillen (schützende Milchsäurebakterien) vaginal einführen. Sie unterstützen das saure Milieu Deiner Scheidenflora und sind in jeder Apotheke erhältlich.

Lakmuspapier Indikatorpapier Scheidenflora Schwangerschaft
Mit Indikatorpapier aus der Apotheke kann man leicht seinen Scheiden pH bestimmen

Darf ich in der Schwangerschaft in den Whirlpool?

Auch wenn das warme blubbernde Wasser für besondere Entspannung sorgt: Auf den Whirlpool in öffentlichen Bädern solltest du während der Schwangerschaft lieber verzichten. Zum einen ist die Temperatur des Badewassers zu hoch und zum anderen ist im Whirlpool eine erhöhte Infektionsgefahr gegeben. Hier tummeln sich auf kleinem Raum viele Menschen in warmem Wasser – als Schwangere mit einer leicht geschwächten Immunabwehr keine gute Idee. 

Darf ich in der Schwangerschaft in die Therme gehen?

Eine Therme darfst du in der Schwangerschaft bedenkenlos besuchen. Die meisten Thermen haben Wassertemperaturen zwischen 29 und 32 Grad – perfekt für Schwangere, um zu entspannen. 

Darf ich in der Schwangerschaft in die Sauna gehen? 

Wenn du bereits vor deiner Schwangerschaft regelmäßig in der Sauna warst, spricht im Grunde nichts dagegen, deine Saunabesuche in der Schwangerschaft fortzuführen. Wichtig ist, dass du gut auf die Zeichen deines Körpers achtest. Vor allem in der Frühschwangerschaft können vermehrt Kreislaufprobleme auftreten. Wenn du in der Sauna merkst, dass dir schwindelig wird, breche den Saunagang sofort ab und verzichte besser auf weitere Versuche, bis dein Baby auf der Welt ist. 

Achte auch darauf, dass deine Saunagänge nicht zu lang sind: 10-12 Minuten pro Saunagang reichen vollkommen aus. Bei einem Saunabesuch solltest du dich zudem auf zwei Saunagänge beschränken und die Sauna generell nur 1 bis maximal 2 Mal pro Woche besuchen. Um deine Vaginalflora zu unterstützen, kannst du bei einem erhöhten pH-Wert deiner Scheidenflora auch nach dem Saunieren auf Laktobazillen aus der Apotheke zurückgreifen. 

Schwimmen in der Schwangerschaft

Baden in der Schwangerschaft und Baden im Wochenbett 

Einem vitalisierenden und entspannendem Vollbad in der Schwangerschaft steht nichts im Wege, solange du ein paar wichtige Punkte beachtest. Am wichtigsten ist, dass du zu jeder Zeit gut darauf achtest, wie dein Körper reagiert. Fühlst du dich beim Baden unwohl oder hast das Gefühl, dass es gerade doch nicht das Richtige ist, kannst du ohne schlechtes Gewissen jederzeit abbrechen. Dass es dir beim Baden gut geht, hat immer oberste Priorität – und was sich für die eine Schwangere gut anfühlt, kann für die andere unangenehm sein. 

Im Wochenbett solltest du auf das Baden verzichten, bis dein Wochenfluss versiegt ist. So kannst du sichergehen, dass sich die Wunde in deiner Gebärmutter nicht entzündet. Ist der Wochenfluss dann vorbei, spricht nichts gegen ein regelmäßiges warmes Bad – ganz im Gegenteil: Viele junge Mamas haben Verspannungen im Nacken, der Schultern und im Rückenbereich. Ein warmes Bad in angenehmer Atmosphäre kann da wahre Wunder wirken. Gönn dir also regelmäßig Zeit nur für dich – das kommt letztlich auch deinem Baby zugute. 

Bei Unsicherheiten, weitergehenden Fragen zu guten Badezusätzen für die Schwangerschaft oder Schwierigkeiten, die du beim Baden in der Schwangerschaft vielleicht hast, ist deine Hebamme die richtige Ansprechpartnerin für dich. Ansonsten bleibt mir nur, dir viele schöne und ruhige Momente in der Badewanne zu wünschen – genieß deine wohlverdiente Auszeit! 

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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