Schwangerschaft – 9 aufregende Monate

Schwangerschaft 9 aufregende Monate

Die Schwangerschaft ist eine spannende Zeit voller Wandlungen. 40 Woche lang wächst in dir ein neues Leben heran. Vom ersten Tag an beeinflusst und verändert dich das vielleicht stärker, als du es dir zunächst vorstellen kannst. In diesem Artikel möchte ich dich Schritt für Schritt durch die drei großen Abschnitte deiner Schwangerschaft führen. 9,2 Monate voller neuer Erfahrungen, Vorfreude und manchmal auch Herausforderungen warten auf dich. Los geht es auf unsere Reise von der Zeugung bis zur Geburt eines neuen Menschen. 

Am Anfang steht der Schwangerschaftstest

Genau genommen beginnt die Schwangerschaft ab dem Zeitpunkt der Befruchtung der Eizelle. Das kann maximal nach dem Eisprung, etwa am 10. bis 14. Tag deines Zyklus. Die befruchtete Eizelle fängt dann sofort an, als Gelbkörper Hormone zu produzieren, die es ermöglichen, dass sie sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und keine Abbruchblutung einsetzt. Manche Frauen spüren diese hormonelle Veränderung schon, bevor ihre Menstruation aussetzt. 

positiver Schwangerschaftstest
Ab dem Ausbleiben der Menstruation kannst Du recht zuverlässig einen Test machen

Spätestens wenn die Menstruation für einige Tage ausbleibt, kannst du einen sicheren Schwangerschaftstest machen. Es gibt auch den Schwangerschaftsfrühtest, der aber nicht zuverlässig ist. Er kann ein positives Ergebnis anzeigen und die Eizelle nistet sich trotzdem nicht ein. Oder er zeigt ein negatives Ergebnis, obwohl du schwanger bist. Meiner Meinung nach solltest du lieber ein paar Tage warten und den Test erst machen, wenn die Menstruation ausbleibt. 

Die Frühschwangerschaft oder das erste Trimester

Du hast einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand? Dann herzlichen Glückwunsch! Jetzt kannst du einen Termin bei deinem Gynäkologen ausmachen, um die Schwangerschaft zu verifizieren. Das ist wichtig, um eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen. Wenn der Arzt sagt, dass alles in Ordnung ist, dann erhältst du von ihm deinen Mutterpass und bist auch „offiziell“ schwanger. Das passiert meist aber erst bei dem zweiten Termin. Der Arzt teilt dir bei dieser Gelegenheit mit, in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest und wird den voraussichtlichen Geburtstermin errechnen. Entweder macht er das mit einer Rechenformel, der Naegelschen Regel, oder mit einem Ultraschall, indem er die Größe und den Entwicklungsstand des Embryos anschaut.

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Ab jetzt wirst Du alle vier Wochen zur Schwangerschaftsvorsorge gehen. Die Vorsorgeuntersuchungen kannst Du wahlweise beim Gynäkologen, oder bei der Hebamme machen. Viele Frauen entscheiden sich immer im Wechsel zu ihrem Gynäkologen und zur Hebamme zu gehen. Die Kosten werden gleichermaßen von der Krankenkasse getragen.

Erste Anzeichen der Schwangerschaft

Das erste Schwangerschaftsdrittel ist eine Zeit der Anpassung, in der alles anders wird. Trotz Freude sind viele Frauen auch unsicher und haben Angst vor den kommenden Veränderungen und manchmal auch vor einer Fehlgeburt. Die rasch ansteigenden Schwangerschaftshormone tun ihr übriges und machen viele Frauen etwas dünnhäutiger und sensibel.

Übelkeit, Müdigkeit, ein sehr empfindlicher Geruchssinn und Brustspannen sind körperliche Symptome des ersten Trimesters. Viele Frauen reagieren aber auch psychisch auf die Schwangerschaftshormone. Sie werden ängstlich, reizbar oder weinerlich. Das alles ist medizinisch nicht besorgniserregend und du kannst die eine oder andere Laune mit Humor nehmen.

Brustspannen in der Frühschwangerschaft
Ein frühes Schwangerschafstzeichen kann Brustspannen sein

Der veränderte Geruchssinn führt manchmal dazu, dass man seinen Partner im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr riechen kann. Häufig reicht es schon, wenn der Partner auf eine andere Creme, oder Duschgel ausweicht, die deinem Geruchssinn in dieser Zeit mehr entsprechen.

Deine Libido kann sich außerdem in der Schwangerschaft verändern. Manche Frauen haben in einigen Phasen der Schwangerschaft gar keine Lust mehr auf Sex und in anderen dafür umso mehr. Für deinen Partner sind deine körperlichen und mentalen Veränderungen die erste Herausforderung auf dem Weg vom Paar zur Familie. Sei ein wenig geduldig mit ihm, erkläre was bei dir gerade vorgeht und nimm ihn mit zu den Vorsorgeuntersuchungen bei deinem Gynäkologen. Das macht es auch für den werdenden Vater etwas greifbarer.

12 Wochen in denen so viel passiert

Im ersten Drittel der Schwangerschaft entwickelt sich aus der befruchteten Eizelle in rasantem Tempo dein Kind. Sobald sich die Eizelle in deiner Gebärmutter eingenistet hat, spricht man von einem Embryo. Das ist etwa um die vierte Schwangerschaftswoche herum. Dazu solltest du wissen, dass die Zählung der Schwangerschaftswochen nicht mit dem Tag der Befruchtung beginnen, sondern mit dem Beginn deines Zyklus, in dem du schwanger wirst. Das ist etwas lustig, denn so startest du offiziell schon bei der Zeugung in die dritte Schwangerschaftswoche. 

In den ersten 10 SSW werden alle Organe angelegt. Danach heißt der Ebryo Fötus

Innerhalb der ersten 6 Entwicklungswochen nach der Einnistung also von Schwangerschaftswoche vier bis neun, bilden sich bei deinem Kind bereits alle Organe. Das nennt man Organogenese und ist eine sensible Phase der Schwangerschaft. In dieser Zeit sollte man sehr vorsichtig mit Medikamenten sein und sich vorher gut informieren, ob diese im ersten Schwangerschaftdrittel eingenommen werden dürfen. Das kleine Herz beginnt in der fünften Woche bereits zu schlagen. Auch die Plazenta, die Dein Kind mit allem versorgt, was es zum Wachsen braucht, bildet sich in dieser Zeit aus. 

Hast du die 10. Schwangerschaftswoche vollendet, ist die kritische Phase der Organanlage abgeschlossen und man spricht jetzt von einem Fötus. Dein Baby ist zwei Zentimeter groß, wiegt etwa ein Gramm, kann sich schon bewegen und sieht bereits aus wie ein kleiner Mensch mit Nase, Ohren, Augen, Mund, Zehen und Fingern. Der Grundstock ist gelegt. Jetzt muss dein Kind nur noch geschützt in deinem Bauch wachsen und sich weiterentwickeln. 

Besondere Regeln in der sensiblen Phase

Für dein Kind stellen sich in den ersten Schwangerschaftswochen viele wichtige Weichen. Nur wenn die Entwicklung ungestört voranschreiten kann, entsteht am Ende ein gesundes Baby. Aber keine Angst, die Menschheit und alle anderen Lebewesen durchlaufen diesen Prozess schon seit vielen Tausend Jahren und in den allermeisten Fällen geht alles gut. 

Du solltest trotzdem als Schwangere besonders gut aufpassen:

  • Alkohol ist die ganze Schwangerschaft über keine gute Idee, da es sich um ein Zellgift handelt, dass von der Plazenta nicht gefiltert wird. In der Frühschwangerschaft ist er aber ganz besonders gefährlich. Solltest du in den ersten beiden nach der Befruchtung noch getrunken haben, besteht kein Grund zur Sorge. Erst nach der Einnistung also 10 bis 14 Tage nach dem Eisprung ist der Embryo mit deinem Blutkreislauf verbunden. 
  • Medikamente sind ein Thema, das deine ganze Schwangerschaft über präsent ist. Jedoch sind nicht alle Medikamente in allen Phasen der Schwangerschaft gleich schädlich. Gerade in der Frühschwangerschaft stehen jedoch viele Arzneimittel auf dem Index, da sie die Organanlage stören. Besprich deshalb immer eine geplante Medikation mit deinem Gynäkologen oder schau auf der Seite von Embryotox nach. 
Fast alle Schwangeren haben besondere Vorlieben und Abneigungen beim Essen
  • Ernährung ist ein weiteres wichtiges Thema. Dein Gynäkologe klärt dich hierzu in einem Gespräch standardmäßig auf. Ist es dein erstes Kind, staunst du vielleicht, was es alles für Regeln rund um die Ernährung gibt. Aber allzu verrückt solltest du dich nicht machen damit. 
  • Viel wichtiger als das, was du nicht essen darfst, ist das, was du essen solltest. Als gesund gilt eine vitaminreiche Mischkost mit viel Gemüse, Obst. Jod und Folsäure sind essenziell in der Frühschwangerschaft. Diese solltest du auch substituieren, das heißt mit Nahrungsergänzungsmitteln zusätzlich zuführen. In der Apotheke findest du die geeigneten Präparate. Falls du nicht schon vor der Schwangerschaft Folsäure genommen haben solltest, fang jetzt noch damit an.

Pränataldiagnostik: Ist mit meinem Kind alles in Ordnung?

Viele Paare möchten gerne wissen, ob sie ein gesundes Baby bekommen werden. Mithilfe der Pränataldiagnostik kann man viele Gendefekte und frühe Entwicklungsstörungen feststellen. Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, die du mit deinem Arzt besprechen solltest:

  • Die für das Baby schonendste Methode ist die Ultraschalldiagnostik. Hierbei wird um die 11.- 14. SSW die Dicke der Nackenfalte des Embryos bestimmt. Eine zu dicke Falte kann eventuell auf einen Gendefekt hinweisen. Der Arzt misst außerdem die Länge der Oberschenkel und schaut sich das Herz des Embryos genau an. Auch das Nasenbein ist ein wichtiger Marker und ein offenes Neuralrohr kann mit der Ultraschalldiagnostik ausgeschlossen werden. Ergeben sich Auffälligkeiten wird dir wahrscheinlich ein Bluttest oder eine invasive Methode zur weiteren Abklärung empfohlen werden.
Ultraschalluntersuchung im 2. Trimester
Ultraschall ist eine harmlose Methode die Entwicklung des Babies zu beobachten
  • Neben dem Ultraschall ist der Bluttest eine weitere Methode, die deinem Baby nicht schadet. Mit dem Harmony-Test lassen sich Trisomie 13, 18 und 21 sehr zuverlässig erkennen. Außerdem gibt es den sogenannten Triple-Test, bei dem 3 spezifische Marker im mütterlichen Blut untersucht werden. Der Bluttest ist allerdings nicht zu hundert Prozent zuverlässig. Es gibt falsch positive Ergebnisse. Falls der Test auffällig ist, wird der Arzt eine invasive Methode zur weiteren Abklärung vorschlagen.
  • Wenn du wirklich genau Bescheid wissen willst, dann kannst du eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopsie machen. Hierbei wird durch deinen Bauchnabel mit einer Nadel punktiert und Fruchtwasser, oder Gewebe der Plazenta entnommen. Dieses wird dann im Labor untersucht. Da diese Methoden invasiv sind, besteht allerdings die geringe Gefahr, dass du dein Baby verlierst. 

Wann sag ich meinem Arbeitgeber Bescheid?

Sobald du als Frau in Deutschland schwanger bist, fällst du gesetzlich unter das Mutterschutzgesetz. Das gilt übrigens in einigen Punkten sogar, wenn du gar nichts von deiner Schwangerschaft weist. Zum Beispiel kann dich dein Arbeitgeber nicht mehr kündigen. Und eine bereits ausgesprochene Kündigung, die in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft erfolgt ist, also noch vor deinem Schwangerschaftstest, wird unwirksam. 

Du unterliegst als Schwangere außerdem strengen Regeln, was deine Arbeitszeit, die Pausen und die Belastung angeht. Für Schwangere gelten veränderte Arbeitszeiten, denn sie dürfen keine Überstunden machen. Schwere körperliche Arbeit und schweres Tragen sind verboten, genauso wie das Hantieren mit bestimmten Chemikalien, giftigen, radioaktiven oder infektiösen Stoffen. Um in den Genuss dieses Schutzes zu kommen, musst du deinem Arbeitgeber allerdings über deine Schwangerschaft aufklären. Eine Verpflichtung dazu hast du jedoch nicht. Wenn es keinen besonderen Grund gibt, warten viele Schwangere deshalb die ersten 12 Wochen ab.

Übrigens: Auch in einem Bewerbungsgespräch musst du deine Schwangerschaft nicht angeben und darfst bei einer derartigen Frage sogar lügen.

Zweites Trimester: das leichte Drittel der Schwangerschaft

Vom vierten bis zum Ende des sechsten Monats spricht man vom zweiten Trimester der Schwangerschaft. Hier geht es den Frauen oftmals sehr gut. Das Hormonchaos der ersten Wochen legt sich und du fühlst dich wieder fitter. Die Übelkeit ist vorbei und der Bauch noch klein. Weil du jetzt schon ein bisschen Wasser einlagerst, wirkt deine Haut prall und gesund. Deine Haare wachsen und werden voller. Du siehst aus wie das blühende Leben. 

Jetzt macht vielen Frauen die Schwangerschaft Spaß und sie genießen sie in vollen Zügen. Gegen eine Urlaubsreise spricht in dieser Zeit nichts und du solltest die letzten Monate ungestörter Paarzeit genießen. 

schwangeres Paar im Urlaub
Im zweiten Trimester ist ein guter Zeitpunkt für eine Reise zu zweit

Dein Baby entwickelt sich unterdessen in deinem Bauch weiter. Die Organe reifen nach und nach heran und mit jedem Tag der vergeht wird das Kind lebensfähiger. Dein Bauch beginnt von Woche zu Woche größer zu werden und vielleicht merkst Du manchmal wie Deine Haut spannt, oder juckt. Vielen Frauen tut es wahnsinnig gut den wachsenden Babybauch regelmäßig zu ölen und zu massieren. Das tut nicht nur gut, sondern verringert auch die Wahrscheinlichkeit Dehnungsstreifen zu bekommen.

Ein magischer Zeitpunkt ist ungefähr um die 20. SSW herum. Dann ist dein Kind langsam groß genug, dass du seine Bewegungen zum ersten Mal spürst. Viele Frauen beschreiben dies so, als ob in ihrem Inneren ein Schmetterling herumfliegt und genauso zart fühlt es sich auch an. Dein Partner muss allerdings noch ein paar Wochen warten bis er die Bewegungen von außen spüren kann.

Was beschäftigt die Schwangere im 2. Trimester?

Die meisten Frauen beginnen sich die ersten Gedanken zur Geburt und zum Geburtsort zu machen. In der ersten Phase der Schwangerschaft ist das Thema Geburt noch ganz weit weg und viele wollen sich noch gar nicht mit damit beschäftigen, aber jetzt nimmt das Ganze konkrete Gestalt an. 

Mein Tipp: Such dir möglichst bald eine Hebamme zur Wochenbettbetreuung, denn die sind schnell ausgebucht. Wenn du in einer ganz bestimmten Klinik oder in einem Geburtshaus entbinden möchtest, dann frag nach, wann du dich anmelden musst. Bei begehrten Entbindungsorten ist der Ansturm oft groß und die Plätze schnell vergeben.

Spätestens im 2. Trimester solltest Du dir eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung suchen

Im Zuge des zweiten Trimesters wird dein Babybauch langsam sichtbar und du weihst nach und nach deine Umgebung in deine Schwangerschaft ein. Überlege dir, wie du auf die Fragen nach Geschlecht und Namenswahl reagieren willst. Vergiss nicht, es ist dein Baby und es gelten deine Regeln. 

Sport in der Schwangerschaft

Im Laufe des zweiten Trimesters wirst Du vielleicht merken, dass Du Deine Lieblingssportart nicht mehr ao ausführen kannst, wie Du es bisher getan hast. Grundsätzlich ist Bewegung und Sport in der Schwangerschaft zu empfehlen und hält einen körperlich fit. Wenn Du merkst, dass Joggen Dir nicht mehr gut tut, dann ist jetzt der Zeitpunkt auf Walken umzusteigen, Schwimmen zu gehen, oder sich einen Sportkurs zu suchen, der sich speziell an Schwangere wendet. Die Klassiker hierbei sich Schwangerschaftsyoga und Aqua Fitness für Schwangere. Beim Schwangerschaftsyoga lernst Du außerdem Deine Atmung bewusst wahrzunehmen und Deinen Beckenboden kennen. Beides kann sehr hilfreich für die Geburt sein.

Je nachdem wo Du wohnst gibt es vielleicht auch noch andere Sportangebote, die sich an schwangere Frauen richten.

Medizinische Eckpfeiler im 2. Trimester

Yoga für Schwangere
Yoga für Schwangere ist ein Klassiker unter den Sportarten für Frauen ab der 20.SSW

In der 20. Schwangerschaftswoche findet das große Organscreening (2. Trimester Screening) statt, bei dem noch einmal im Ultraschall alles genau untersucht wird und Dein Baby von Kopf bis Fuß angeschaut wird. Das kannst du bei deinem Gynäkologen machen lassen oder bei einem speziell ausbildeten Pränataldiagnostiker. Für diesen brauchst du allerdings eine Überweisung. 

Drittes Trimester – jetzt wird es Ernst

Die letzten drei Monate der Schwangerschaft werden zunehmend beschwerlich. Dein Bauch wird immer größer und steht dir irgendwann im Weg. Du merkst, dass zum Beispiel, wenn du deine Zehennägel nicht mehr schneiden kannst oder deine Schuhe nicht mehr binden kannst. Ein Schuhlöffel und ein guter Fußpfleger sind etwas, in das sich eine Investition lohnt. 

Neben dem wachsenden Bauch verändert sich auch dein restlicher Körper in den letzten Wochen der Schwangerschaft rasant. Du legst zum Beispiel jede Woche Gewicht zu. Dein Baby ist übrigens nur ein kleiner Teil. Ein großer Teil sind Wassereinlagerungen, der große Gebärmuttermuskel, aber auch Fruchtwasser, Plazenta und wein wenig Fettreserven, die Du für die Stillzeit anlegst.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft
Rückenschmerzen sind durch den wachsenden Bauch nicht selten

Wassereinlagerungen in den Beinen können sehr unangenehm werden. Wir Hebammen kennen eine Menge Tricks, was du dagegen tun kannst. Kompressionsstrümpfe sind übrigens meiner Meinung nach am effektivsten. Sie beugen zusätzlich Krampfadern vor und helfen auch deinen Kreislauf zu stützen. 

Durch den wachsenden Bauch kann das Blut schlechter zum herzen zurückfließen und staut sich in den Beinen. Das kann nicht nur zu den eben genannten Krampfadern und Wassereinlagerungen führen, sondern auch zu unangenehmen Hämorrhoiden, die sich durch Jucken, Brennen, oder erschwerten Stuhlgang bemerkbar machen.

Deine gelockerten Bänder und Sehnen führen in Kombination mit dem gesteigerten Gewicht und dem verlagerten Körperschwerpunkt oftmals zu einer Fehlhaltung, die mit Symphysenschmerzen und Rückenschmerzen einhergehen können. Auch hier kannst du deine Hebamme um Rat fragen. Sie zeigt dir, welche Übungen du machen kannst, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Einige Hebammen kennen sich auch mit Kinesiotaping aus, welches wahre Wunder vollbringen kann. Manchmal hilft aber nur ein spezieller Symphysengurt, den dir dein Gynäkologe verschreiben kann.

Vorbereitung auf die Geburt

Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto näher rückt auch der Entbindungstermin. Solltest du noch keinen Geburtsort ausgewählt haben, wird es jetzt höchste Eisenbahn. Langsam wird es auch Zeit, die Kliniktasche zu packen. Es gibt übersichtliche Listen, was dort alles hineingehört.

Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin gehen fast alle werdenden Mütter in den Mutterschutz. Du darfst aber auch bis zur Geburt oder nur einige Wochen weiterarbeiten. Nur der Mutterschutz nach der Geburt ist in Deutschland verpflichtend vorgeschrieben. 

In den letzten Wochen wird es zeit die Geburtstasche zu packen

Das dritte Trimester ist die Zeit des Nestbaus. Du besuchst wahrscheinlich einen Geburtsvorbereitungskurs, indem du vieles über deine bevorstehende Niederkunft und die erste Zeit mit dem Baby lernst. Es gibt verschiedene Modelle von Geburtsvorbereitungskursen. Viele Paare besuchen beim ersten Kind einen Paarkurs, um auch den Partner auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Es gibt aber auch Mischmodelle, wo der Partner nur ein paar mal mitkommt, oder reine Frauenkurse. Je nachdem, was besser zu einem passt, hat man die Wahl!

Egal für welche Kursform man sich entscheidet, man lernt eine Menge über den natürlichen Geburtsprozess, wie beispielsweise Geburtspositionen, Wehenatmung, Schmerzmittel unter der Geburt, hat die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und seine ganz persönlichen Fragen zu Wassergeburt, Kaiserschnitt, Komplikationen etc… zu stellen.

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Viele Frauen lesen jetzt Ratgeber, die ihnen helfen sich auf die Geburt, das Wochenbett und die Mutterrolle mental vorzubereiten. Im Buchhandel findest du viele Titel mit allen erdenklichen thematischen Ausrichtungen. Für jeden ist also etwas dabei. Genieße es bei einer Tasse Schwangerschaftstee, gemütlich zu schmökern.

Richtig viel Spaß macht es mit Sicherheit die Erstausstattung zu shoppen. Die kleinen Babysachen sind aber auch bezaubernd. Mit der besten Freundin, der Mutter oder dem Partner kannst du durch die Babyabteilungen der Geschäfte bummeln und Strampler, Söckchen und Mützen kaufen. Allerdings solltest du dabei nicht übertreiben, denn ist dein Baby erst einmal auf der Welt, wächst es im Rekordtempo und fliegt nur so durch die ersten Kleidergrößen. Neben Kleidung gibt es natürlich auch viele andere Dinge, die du dir anschaffen kannst. Bedenke aber, dass ihr sicher auch einiges geschenkt bekommen werdet.

Welche medizinischen Untersuchungen stehen noch an?

Die Schwangerschaftsvorsorge wird zum Ende der Schwangerschaft hin immer engmaschiger. Ab der 30. SSW erfolgt sie 14-tägig. Falls Du bisher die Vorsorgeuntersuchungen im Wechsel mit der Hebamme gemacht hast, ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt. Du gehst alle 4 Wochen zu Deinem Gynäkologen und alle 4 Wochen zur Hebamme. Sie hat einen anderen Blick auf Deine Schwangerschaft und kann Dir viele Tipps für den Endspurt und die geburt geben.

Ab der 30. SSW wird die CTG Untersuchung durchgeführt

Was ab der 30. SSW neu dazu kommen wird, sind die CTG Untersuchungen, bei denen über 20-30 Minuten lang die Herztöne und eventuelle Kontraktionen aufgezeichnet werden. Damit können Arzt und Hebamme sehen, ob dein Baby aktiv ist und Rückschlüsse auf die Funktion der Plazenta ziehen.

Außerdem wird das Blut auf Hepatitis B getestet und, sofern macn möchte ein vaginaler Abstrich auf Beta-Streptokokken (kostenpflichtige IGel-Leistung) gemacht. Lässt Dein Baby sich mehr Zeit und Du gehst über den errechneten Termin, findet alle 2 Tage eine CTG Kontrolle beim Arzt, oder der Hebamme statt.

Übungswehen und Senkwehen

Ab der 30. SSW wirst Du wahrscheinlich häufiger ein Ziehen in die Beine und ein Hartwerden des Bauch merken. Meistens handelt es sich um Übungswehen. Diese sind ganz normal und kein Grund zur Sorge, da sie sich nicht auf den Muttermund auswirken. Der Uterus ist ein Muskel, der sich auf den großen Tag der Geburt vorbereitet. Er übt damit das Zusammenziehen und wird stärker. Sind die Übungswehen mal zu unangenehm, kann ein Entspannungsbad hilfreich sein, um die Gebärmutter wieder zu entspannen.

Sollten die Wehen vor der 35. SSW allerdings über mehrere Stunden mit richtigen Schmerzen und einem Druckgefühl nach unten verbunden sein, dann lass das bitte bei deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme abklären. Es kann sich um harmlose Senkwehen handeln oder um echte Frühgeburtswehen

Entspannungsbad bei Wehen
Ein Wannenbad wirkt entspannend auf die Gebärmuttermuskulatur

Senkwehen setzen um die 35. SSW ein und senken den Kopf des Babies langsam ins Becken. Liegt Dein Baby in Beckenendlage wird natürlich der Po in das Becken abgesenkt. Die meisten Babies haben sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon mit dem Kopf nach unten gedreht. Dein Baby nimmt die Startposition ein. Senkwehen sind ganz normal und wirken sich nicht auf den Muttermund aus. Wahrscheinlich stellst Du fest, dass Dein Bauch tiefer sitzt und Du wieder besser atmen kannst.

Körperliche Geburtsvorbereitung

In den letzten Wochen der Schwangerschaft wird es langsam ernst und die Vorfreude auf das Baby und das Lampenfieber steigt. In den letzten Wochen kannst Du neben der mentalen Vorbereitung einiges tun, um Dir die Geburt zu erleichtern.

Bewährt haben sich:

  • Dammmassage mit der Massage des Damms, dem Gewebe zwischen Scheide und Anus solltest Du 4-5 Wochen vor dem ET beginnen, um das Gewebe dehnfähiger zu machen
  • Himbeerblättertee Himbeerblättertee wirkt gewebsauflockernd und wehenfördernd. Ab der 35. SSW kannst Du beginnen 1-3 Tassen tgl. von dem Tee zu trinken.
  • Atemübungen Die wichtigste Atmung während der Geburt ist die tiefe Bauchatmung. Nimm Dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit, leg Deine Hände auf den Bauch und fülle Deinen Bauch mit Luft. Dabei atmest Du langsam durch die Nase ein und durch den leicht geöffneten Mund wieder aus
  • Beckenboden Entspannung Der Beckenboden ist die letzte Hürde für Dein Baby auf dem Weg das Licht der Welt zu erblicken. Für euch beide ist es einfacher, wenn Du bereits in der Schwangerschaft gelernt hast, den Beckenboden bewusst zu entspannen. Hier findest Du einige Möglichkeiten.
  • geburtsvorbereitende Akupunktur Bei dieser Form der Akupunktur werden jede Woche für 20 Minuten Akupunkturnadeln in die Beine gesetzt, die zu einer Auflockerung des Muttermundsgewebes führen sollen. Statistisch gesehen, haben akupunktierte Frauen eine verkürzte Eröffnungsphase von 2 Stunden.
  • Louwen Diät wenn Du Dich in den letzten 6 Wochen der Schwangerschaft mit dieser speziellen Ernährungsform ernährst, bei der Du Einfachzucker meidest, hast Du eine größere Wahrscheinlichkeit, dass das Baby „pünktlich“ kommt und der Muttermund weicher wird. Ein weicherer Muttermund eröffnet schneller und die Geburt wird als schmerzärmer wahrgenommen.

Um den errechneten Termin

Irgendwann näherst Du Dich mit großen Schritten dem errechneten Termin und wartest, dass sich das Baby auf den Weg macht. Wenn Du schon den Termin überschritten haben solltest, lass dich nicht von Deinem Umfeld nervös machen. Ein großer Teil der Babies lässt sich ein paar Tage mehr Zeit, ohne, dass man sich Sorgen machen müsste. Versuch viel mehr die letzten Tage Deiner Schwangerschaft zu genießen und mit Deinem Partner Stunden in trauter Zweisamkeit zu haben. Denn schon ganz bald wird euer Baby da sein, ihr werdet eine Familie werden und damit beginnt eine ganz neue, aufregende und fordernde Zeit für Euch.

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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