Gelassen durch das Wochenbett nach Kaiserschnitt

Wochenbett nach Kaiserschnitt Beitragsbild

Du hast Dein Baby per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht? Oder Du wirst demnächst einen Kaiserschnitt bekommen und machst Dir Gedanken, wie du das Wochenbett nach dem Kaiserschnitt meistern wirst? Ich kann Deine Aufregung verstehen. Ein Baby zu bekommen, Mutter zu werden, ist eine aufregende Sache. Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, die einige Besonderheiten mit sich bringt, die Dich vielleicht im Vorwege beunruhigen.
Unter Beachtung dieser Besonderheiten wirst du auch das Wochenbett nach Kaiserschnitt sehr gut und gelassen bewältigen. Da bin ich mir sicher. Mit diesem Artikel möchte ich Dir einige Tips für diese besondere Zeit mit auf den Weg geben.

Die ersten Tage im Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

Ob Dein Baby nun auf natürliche Weise zur Welt kam oder durch einen Kaiserschnitt: Wochenbett bleibt Wochenbett. Die ersten Wochen nach der Geburt sollten für Dich Zeit der Regeneration und der Heilung sein. Das Wochenbett ist besonders wichtig, weil viele Prozesse auf einmal ablaufen: Rückbildung, Milchbildung, Wundheilung, Familienbildung und Hormonumstellung beispielsweise. Es ist eine Zeit in der sich vieles findet. Auch wenn es anfangs noch nicht ganz rund läuft, wirst Du merken, dass vieles zum Ende des Wochenbettes sich schon gefunden hat.

Gerade im frühen Wochenbett (die ersten 10 Tagen nach der Geburt) wirst Du durch die Operation körperlich noch sehr eingeschränkt sein. Aber von Tag zu Tag wirst Du merken, dass Du mobiler wirst.

Die ersten Tage nach einem Kaiserschnitt im Krankenhaus

  • Das erste Aufstehen: Für den Kaiserschnitt wird Dir ein Blasenkatheter gelegt werden, durch den der Urin abfließt. Dieser bleibt meist bis zum ersten Aufstehen liegen. Erst wenn das Aufstehen geklappt hat, wird dieser gezogen werden. Das ist meist schon nach 6-8 Stunden der Fall. Keine Sorge, dabei wird Dir eine Krankenschwester oder Hebamme der Wochenbettstation helfen. Heute findet die Erstmobilisation bereits sehr früh statt, um die Bildung einer Thombose (Blutgerinnsel im Bein) zu verhindern. Zusätzlich wirst Du zur Thromboseprophylaxe im Krankenhaus Kompressionsstrümpfe erhalten, sowie ein blutverdünnendes Medikament gespritzt bekommen, etwa Heparin oder Clexane.
  • Der Kreislauf: Manchmal versagt der Kreislauf in den ersten Tagen. Das kann mit dem Blutverlusst und auch den Schmerzen beim Aufstehen zu tun haben. Lass Dich daher im Zweifelsfall beim Aufstehen und beim Toilettengang lieber begleiten. Am besten setzt Du Dich vorm Aufstehen erst einmal auf die Bettkante, beginnst Füße und Zehen zu bewegen, um den Kreislauf anzuregen. Übringens auch eine super Thromboseprophylaxe.
  • Bauchatmung: Beginne bereits am Tag der Operation in den Bereich der Narbe zu atmen, um das verletzte Gewebe zu mobilisieren. Es ist zwar unangenehm, kann aber helfen Verklebungen vorzubeugen.
  • Schmerzmittel: Gerade in den ersten Tagen wirst Du Schmerzen im Bereich der Narbe haben. Um Dich von Anfang an voll auf deine Baby freuen zu können, lass Dir auf jeden Fall ein Schmerzmittel geben. Das Mittel der Wahl ist dabei Paracetamol. Es geht nur in ganz geringen Mengen in die Muttermilch über und ist daher unbedenklich. Greif allerdings nur so lange zu Scgmerzmitteln wie es unbedingt nötig ist. Denn Schmerzen sind unangenehm, aber wichtige Hinweise. Sie zeigen Die auch Deine Grenzen auf und verhindern, dass Du Dich zu früh körperlich überforderst.
  • Unterstützung durch den Partner: Je nach Verlauf bleibt ihr nach einer Sectio 4 – 7 Tage im Krankenhaus. Im Idealfall habt ihr ein Familienzimmer bekommen, in dem auch Dein Partner stets bei Dir sein kann und Dich beim Aufstehen und im Handling mit dem Säugling unterstützt. So ist Dein Partner von Anfang an voll dabei und Du bist nicht bei jedem Bedürfnis auf die Hilfe der Stationsschwestern angewiesen.
  • Blähungen: Eine unangenehme und häufige Begleiterscheinung nach einem Kaiserschnitt sind Blähungen. Durch die Narkosemittel wurde auch die Tätigkeit des Darms beeinträchtigt. Es kann deshalb dazu kommen, dass die Gase den Darm nur sehr langsam passieren. Nachhelfen kannst Du mit einem Medikament, das Simeticon enthält (beispielsweise Lefax). Du kannst es bedenkenlos nehmen, weil es nicht in die Muttermilch übergeht, aber die Luftbläschen im Darm auflöst.
  • Duschen und Verbandswechsel: Die Naht wird meistens mit sogenannten Steristrips abgedeckt. Diese lösen sich ganz einfach mit Flüssigkeit. Wenn die Steristrips gewechselt werden sollen, kannst Du sie daher ganz einfach selber unter der Dusche lösen. In der ersten Woche sollte lediglich Wasser an die Naht kommen und kein Duschgel o.ä. Danach kannst Du wieder zu Deiner gewohnten Körperpflege übergehen.
  • Stuhlgang: Beim Pressen auf der Toilette können Schmerzen an der Kaiserschnittnarbe auftreten. Es ist deshalb ratsam, gegebenenfalls mit einem Abführmittel für weichen Stuhlgang zu sorgen. Unterstützen kannst Du Deinen Körper beim Toilettengang, indem Du mit einer Kompresse sanften Druck auf die Naht ausübst.
  • Rückbildung der Gebärmutter und Wochenfluss: Der Wochenfluss fällt nach einem Kaiserschnitt meist etwas schwächer aus als nach spontaner Geburt. Das liegt daran, dass die Plazenta beim Kaiserschnitt manuell gelöst wird und ein großer Teil der Schleimhaut, die die Gebärmutter auskleidet mit entfert wird. Trotzdem wird im Krankenhaus regelmäßig auf Deinen Bauch getastet, um die Rückbildung der Gebärmutter zu kontrollieren. Die komplette Rückbildung der Gebärmutter dauert nach einem Kaiserschnitt meist wesentlich länger, da die Gebärmutter eine zusätzliche Verletzung durch die Operation hat.
  • Milchbildung: Auch der Milcheinschuss kann etwas verzögert kommen. Wunder Dich daher nicht, wenn es bei Dir auch so sein sollte. Nach 5-6 Tagen kommt die Milchbildung dann meist doch in Gang. Das Anlegen wird Dir aufgrund der körperlichen Einschränkung wahrscheinlich schwer fallen. Lass Dir daher am besten in den ersten Tagen beim Stillen helfen.

Das häusliche Wochenbett nach Kaiserschnitt

Die Wochenbettdauer nach einem Kaiserschnitt ist gefühlt etwas länger als nach einer vaginalen Geburt. Dein Körper benötigt durch die Verletzung am Bauch einfach etwas mehr Zeit, sich von den Strapazen der Geburt zu erholen. Der Alltag im Wochenbett nach Kaiserschnitt sollte sich für Dich deshalb etwas anders gestalten.

  • Essen vorkochen: Eine große Hilfe kann es sein bereits in den letzten Wochen Vorräte anzulegen, den Gefrierschrank zu füllen, vorzukochen oder sich von Freunden und Verwandten zu wünschen verpflegt zu werden.
  • Wochenbettkörbe: Bewährt haben sich “Wochenbettkörbe”, die man mit Stilleilagen, Spucktüchern, Windeln, Snacks, Getränken etc… füllt, so dass Du dort wo Du Dich aufhältst alles in der Nähe greifbarer Nähe hast.
  • Schonung: Es ist oft nicht einfach sich aus dem Haushalt rauszuziehen. Klare Absprachen und Planung im Vorfeld kann helfen, dass Du das Wochenbett als Zeit der Heilung und regeneration für Dich nutzen kannst ohne am Herd zu stehen oder die Einkäufe zu erledigen.
  • Lockere Kleidung, Bauchgurt und Co: In Deinem Fokus steht für die kommenden Wochen – neben dem Baby natürlich – der Bauch mit seinen heilenden Narben. Unter lockerer Kleidung störst Du diesen Prozess am wenigsten und es fühlt sich für Dich angenehmer an. Den Bauch mit einem Schal oder einem speziellen Bauchgurt leicht zu stützen, kann Dein Wohlbefinden noch weiter steigern. Er darf nur nicht zu fest sitzen. Entlastung schenkst Du der Bauchregion, wenn Du die Bauchmuskeln möglichst gar nicht beanspruchst.
  • Bequeme Position: Beim Stillen oder der Flaschengabe entscheide Dich für eine Position die die Narbe nicht belastet. Das Stillen im Liegen benötigt zwar etwas Übung, ist aber für die Kaiserschnittnarbe ideal, weil sich kein Wundwasser um die Narbe ansammeln kann.
  • Stillsessel: Fällt Dir das Stillen im Liegen schwer, setze Dich am besten auf einen Armlehnenstuhl oder einen Armlehnsessel. Denn gerade zu Beginn versinkt man auf dem Sofa und es fällt einem schwer wieder aufzustehen. Die Armlehnen helfen nicht nur bei der Positionierung des Babys, sondern auch wieder leichter aufzusehen.
  • Um Hilfe bitten: Bei einem Punkt solltest Du im Wochenbett nach Kaiserschnitt überhaupt keine Hemmungen haben: um Hilfe zu bitten. Im Idealfall hast Du einen Partner, Eltern oder Freunde als Bezugspersonen in Deiner Nähe, die Dir bei der Versorgung des Säuglings helfen können. Im Ernstfall genehmigt die Krankenkasse Dir unter bestimmten Bedingungen eine Haushaltshilfe für die ersten Wochen. Das Formular beantragst Du bei Deiner Krankenkasse am besten schon vor der Geburt, sonst zieht sich der Prozess unnötig in die Länge. genehmigt die Krankenkasse Dir unter bestimmten Bedingungen eine Haushaltshilfe für die ersten Wochen. Das Formular beantragst Du bei Deiner Krankenkasse am besten schon vor der Geburt, sonst zieht sich der Prozess unnötig in die Länge.
  • Erwartungshaltung niedrig halten: Bei all den praktischen Tipps liegt mir eine Sache auch ganz besonders am Herzen. Ich erlebe es immer wieder, dass Frauen im Wochenbett eine viel zu hohe Erwartungshaltung entwickeln und sich selbst Vorwürfe machen, wenn etwas nicht funktioniert wie geplant. Dabei ist es einfach eine Ausnahmesituation, in die man ganz besonders gelassen gehen sollte. Übe keinen Druck auf Dich selbst aus. Neben den Rückbildungsprozessen braucht es eine Weile bis man sich an seine neue Rolle gewöhnt hat und das Gefül hat sein Baby zu verstehen.

Die Pflege der Kaiserschnittnarbe

Dass die Geburt Deines Kindes ein größerer Eingriff war, erkennst Du nicht zuletzt an der Kaiserschnittnarbe, die Dir als ewige Erinnerung an ein bahnbrechendes Ereignis bleiben wird. Sie verläuft horizontal einige cm oberhalb des Schambeins und lässt sich gut in der Bikinizone verstecken.

In den Tagen nach der Geburt ist die Kaiserschnittnarbe oft etwas geschwollen und/oder gerötet und Du fragst Dich vielleicht, ob der Heilungsprozess Deiner Kaiserschnittnarbe normal verläuft. Deine Wochenbetthebamme wird Deine Narbe regelmäßig begutachten und die Wundheilung kontrollieren. Sie wird auch erkennen, ob sich ein mögliches Hämatom um die Narbe zurückbildet oder sich der Bereich eventuell entzündet hat. Sobald etwas nicht in Ordnung ist, macht sich der Körper in der Regel bemerkbar. So kann Fieber im Wochenbett nach einem Kaiserschnitt auf eine entzündete Narbe hindeuten.

Ungefähr 10 Tage nach dem Kaiserschnitt ist die äußere Kaiserschnittnarbe soweit verheilt, dass die Knoten am Ende der Naht gezogen werden können. Das kann Deine Hebamme beim Wochenbettbesuch machen. Keine Sorge, dass ist nicht schmerzhaft. Im Gegenteil, durch das Ziehen der Knoten wird die Spannung in der Naht gelöst, was viele Frauen als sehr angenehm empfinden. Die Fäden sind in der Regel selbstauflösend.

7 Tage kostenlos testen

Probiere jetzt 7 Tage kostenlos meinen Online Rückbildungskurs für Frauen nach Kaiserschnitt aus. Der Kurs enthält neben 8 Wochen Rückbildungstraining viele Informationen zu den Rückbildungs- und Heilungsprozessen nach einer Kaiserschnittgeburt.

Meld dich jetzt an und starte noch heute mit deiner kostenlosen Probewoche!

Jetzt ausprobieren

Kostenloser 7 Tage Test. Innerhalb der Probewoche jederzeit kündbar.

Folgende Maßnahmen haben sich für die Narbenpflege bewährt:

  • Kühlen der Narbe: Wenn Du Deine Narbe kühlen möchtest, darfst Du das gerne tun. Achte bitte nur darauf, dass es nicht zu kalt ist, ansonsten kannst Du Dir die Blase verkühlen. Umwickel beispielsweise ein Kühlpack mit einem leichten Tuch. Die Firma “Kaiserschlüpfer” hat spezielle Hosen für Frauen nach einem Kaiserschnitt, die zum einen den Bauch etwas stützen, aber auch eine Tasche für ein Kühlpack haben.
  • Narbenmassage: Nach gut einer Woche ist die Narbe so weit verschlossen, dass Du mit sanften kreisenden Bewegungen (mit und ohne Öl) das Narbengewebe massieren kannst. Möchtest Du eine Pflege verwenden, so kannst Du Johanneskrautö, ein Narbengel ode eine Narbensalbe zur Pflege der Kaiserschnittnarbe verwenden.
  • Bauchlage: Lege Dich nach einigen Tagen unbedingt auf den Bauch. Dafür kannst Du auch gerne ein Kissen verwenden, um die Narbe etwas zu schützen. Durch den Druck regst Du Deine Gebärmutter an sich zurückzubilden. Außerdem beugst Du durch diese Lage auch Verklebungen und/oder Verwachsungen vor, die durch die Operation entstehen können.

Verklebungen und Verwachsungen können während der Heilung nach jeder Operation entstehen und langfristig Einschränkungen verursachen. Zu diesem Thema darf ich Dir den Gastartikel von Michaela Liedler zur Narbenbehandlung nach Kaiserschnitt ans Herz legen. Sie gibt Antworten auf viele wichtige Fragen rund um das Thema und stellt ihr Konzept vor, mit dem sich auch noch nach Jahren Verklebungen nach einem Kaiserschnitt behandeln lassen.

Außerdem solltest Du für die Heilung Deiner Kaiserschnittnarbe darauf achten:

  • Ruckartige Bewegungen zu vermeiden
  • Über die Seite aufzustehen
  • Die Narbe vor Reibung und Druck zu schützen (z.B. durch Kleidung)
  • Den Bereich trocken zuhalten

Mit einem Kaiserschnitt durch den Alltag

Lockere Kleidung, Bauchgurt und Co: In Deinem Fokus steht für die kommenden Wochen – neben dem Baby natürlich – der Bauch mit seiner Kaiserschnittnarbe. Unter lockerer Kleidung störst Du diesen Prozess am wenigsten und es fühlt sich für Dich angenehmer an. Den Bauch mit einem Schal oder einem speziellen Bauchgurt leicht zu stützen, kann Dein Wohlbefinden noch weiter steigern. Er darf nur nicht zu fest sitzen. Auch mit dem oben erwähnten Kaiserschlüpfer fahren viele Frauen gut, da er einen leichten Stützeffekt hat. Auch hochsitzende Unterhosen sind praktische, da sie nicht an der Narbe schubbern, wie es gerne bei tieferen Unterhosen der Fall ist. Zusätzlich kann man aber auch eine Binde auf die Narbe legen, um sie vor Reibung zu schützen.

Außerdem schenkst Du der Bauchregion Entlastung, wenn Du die Bauchmuskeln möglichst gar nicht beanspruchst.

Auch die Seele muss heilen

Du kannst und darfst Dir die Zeit nehmen, Dich auf Dein Baby und Dich zu konzentrieren. Vielleicht hast Du die Geburt als traumatisch empfunden. Von einem nicht geplanten Kaiserschnitt (sekundäre Sectio) werden nicht wenige Mütter überrumpelt oder empfinden die Geburt als traumatisch. Im Wochenbett ist das Erlebte noch ganz frisch und es ist ganz normal, dass Dir auch mal die Tränen kommen oder Du traurig bist, dass die Geburt nicht so verlaufen ist wie Du es Dir gewünscht hast. Oftmals zeigt das Umfeld wenig Verständnis und tröstet die junge Mutter damit, dass alle gesund sind. Aber so einfach ist es nicht. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, um die Geburt Stück für Stück zu verarbeiten und zu integrieren. Oft hilft schon das Gespräch mit der Wochenbetthebamme die Geburt einzuordnen. Sie kann mit Dir den Geburtsbericht durchsprechen und Dir helfen den Verlauf der Geburt zu verstehen. Aber scheu Dich auch nicht therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Dich die Geburt immer wieder einholt und Du das Gefühl hast alleine nicht weiterzukommen.

Mein besonderer Hebammentipp hierzu ist das Heilbad nach Brigitte Meissner. Es gibt Dir und Deinem Baby die Möglichkeit das erste Bonden “nachzuholen” und ist ein schönes Ritual dem Erlebten einen Raum zu geben.

Welche Wochenbettgymnastik ist nach einem Kaiserschnitt geeignet?

Leichte Übungen sind schon im Wochenbett nach Kaiserschnitt in Ordnung, dürfen aber weder zu anstrengend sein, noch Schmerzen verursachen. So kräftigst Du ganz sanft Deinen Körper und schwemmst durch die Bewegungen Wassereinlagerungen aus Deinem Gewebe. Meine Empfehlungen für schonende Wochenbettgymnastik nach einem Kaiserschnitt:

  • Venengymnastik im Wochenbett nach Kaiserschnitt
    Diese Übungen kannst Du besonders gut im Sitzen machen. Wippe mit den Füßen auf dem Boden von der Fußspitze zur Ferse und wieder zurück – immer hin und her. Einer Beinvenenthrombose lässt sich auf diese Art wirkungsvoll vorbeugen. Auch die Zehen helfen beim Training mit. Kralle sie immer wieder leicht zusammen und löse die Haltung wieder. Diese Venengymnastik an den Beinen und Füßen sollte Deinen Bauchraum überhaupt nicht beanspruchen.
  • Atemübungen
    Entspanne Dich für diese Übung im Liegen udn lege Deine Hände auf den Bauch. Atme nun bewusst ein – bis in Deinen Bauch hinein. Das kurbelt die Regeneration an und beugt gleichzeitig Verklebungen im Bauchraum vor. Auch das Zwerchfell lernt so wieder sich komplett zu entfalten, was später unter anderem der Rückbildung des Beckenbodens dient.
  • Bauchlage zur Unterstützung der Rückbildung
    Trotz der Narbe ist diese Übung möglich, solange Du keine Schmerzen dabei hast. Lege Dich flach in Bauchlage und positioniere zur Unterstützung ein zusammengerolltes Handtuch oder ein Kissen unter Deinem Bauch. Durch den leichten Druck auf die Gebärmutter förderst Du ihre Rückbildung und zeitgleich den Wochenfluss.
  • Schließmuskeltraining im Wochenbett nach Kaiserschnitt
    Das Wochenbett ist nicht die Zeit für ausgiebiges Muskeltraining. Jedoch wurde der Beckenboden wärend der Schwangerschaft sehr stark belastet. Oft fehlt Wöchnerinnen das Gefühl für diese Körperregion völlig. Du musst sie langsam wieder beleben. Deshalb kannst Du schon im Wochenbett auch nach Kaiserschnitt die Scheide und den Anus ganz sanft anspannen und entspannen, um die Schließmuskeln wieder spüren zu lernen.

Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt: Ab wann ist Dein Körper bereit?

Auch wenn die empfohlenen 8 – 10 Wochen seit Deinem Kaiserschnitt vergangen sind, ist es für Rückbildungsgymnastik eventuell noch zu früh. Dein Gynäkologe oder die Hebamme können Dich diesbezüglich beraten. Fühlst Du Dich jedoch fit, steht einer ganzheitlichen Rückbildungsgymnastik nichts im Weg.

Ich empfehle dir, an einem angeleiteten Rückbildungskurs teilzunehmen, in dem Du sinnvolle Übungen lernst, um Deine Körpermitte wieder zu kräftigen. Du kannst beispielsweise einen Rückbildungskurs bei Deiner Hebamme vor Ort besuchen, falls sie einen anbietet. Ansonsten bieten die meisten Krankenhäuser, Hebammenpraxen oder Geburtshäuser auch Rückbildungskurse an. Flexibler bezüglich Zeit und Ort bist Du durch die Teilnahme an einem Video-Rückbildungskurs. Diesen führst Du zwar ohne Begleitung durch, kannst ihn aber sehr flexibel durchführen, immer wenn es Dir und Deinem Baby passt.

Da nach einer Sectio die Bedürfnisse Deines Körpers etwas andere sind als nach einer spontanen Geburt, habe ich in mein eigenes Angebot einen speziellen Kurs für Rückbildung nach Kaiserschnitt integriert. Hier begegnen wir den Unsicherheiten, die unter jungen Mütter bezüglich Rückbildung nach Kaiserschnitt immer wieder verbreitet sind. Die Übungen trainieren nach und nach alle Regionen, die die Schwangerschaft besonders belastet hat. Rücken-, Bauch- und Beckenmuskulatur stärken wir dadurch nachhaltig, beachten aber auch die besonderen körperlichen Gegebenheiten nach dem Kaiserschnitt.

Rückbildungsgymnastik in Bauchlage

Wie verläuft die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt?

  • Rückbildung der Gebärmutter: Vor allem die Rückbildung der Gebärmutter dauert nach einem Kaiserschnitt etwas länger als nach einer spontanen Geburt. Sie ist durch den Schnitt zusätzlich verletzt worden und heilt langsamer. Dass sie sich schrittweise wieder auf ihre Ursprungsgröße zurückbildet, spürst Du im Wochenbett nach Kaiserschnitt ebenso an einem Ziehen im Unterleib – den Nachwehen.
  • Verwachsungen: Während des Heilungsprozesses kann es zu Verklebungen im Bauchraum kommen. Langfristige Verwachsungen betreffen oft Gebärmutter und Blase und können chronische Schmerzen bei manchen Bewegungen verursachen. Am besten vorbeugen lässt sich dieser Gefahr durch tiefe Atemübungen bis in den Bauch hinein.
  • Beckenbodentraining: Lege beim Rückbildungstraining auch besonderen Wert auf die Stärkung Deines Beckenbodens. Die Annahme, dass der Beckenboden bei einem Kaiserschnitt weniger belastet wurde, ist falsch. Zwar entwickeln Frauen häufiger nach einer spontanen Geburt eine Inkontinenz. Doch der Beckenboden wurde bereits während der Schwangerschaft enorm belastet. Das steigende Gewicht hat in jedem Schwangerschaftsmonat mehr und mehr Druck auf ihn ausgeübt. Und meist sorgt ein zunehmendes Hohlkreuz dafür, dass diese wichtige Muskelpartie nicht mehr ausreichend trainiert wird. Der Beckenboden ist deshalb auch während der Rückbildung nach einer Sectio einer der Hauptdarsteller.

Ab wann Du die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt durch aktive Übungen unterstützen solltest, hängt natürlich in erster Linie von Deiner körperlichen Verfassung und der Wundheilung ab. Wenn Du Dich allerdings 8 – 10 Wochen nach der Geburt stark genug fühlst, darfst Du mit Rückbildungsgymnastik starten.

Fazit und Aussichten

Vor dem Wochenbett nach einem Kaiserschnitt brauchst Du keine Angst zu haben. Klar bringt die Operation Besonderheiten mit sich und der Heilungsprozess dauert länger als nach einer natürlichen Geburt. Aber mit ein wenig Vorbereitung kann das Wochenbett auch nach einem Kaiserschnitt eine erholsame Zeit für Dich und Deinen Körper sein.

Der besonderen Belastung durch die Operation wird sogar arbeitsrechtlich Rechnung getragen: Nach einem Kaiserschnitt beträgt die Mutterschutzzeit nach der Geburt nicht nur 8, sondern 12 Wochen. Das ist auch ausreichend Zeit, um Dir im Bedarfsfall Hilfe zu suchen – wenn das Geburtserlebnis bei Dir seelische Narben hinterlassen hat.

Die Zeit des Wochenbetts wird irgendwann vorbei sein und der Alltag hat Dich und Dein Baby wieder. Mit erneutem Nachwuchs solltest Du nach einem Kaiserschnitt aber ebenfalls etwas länger warten. Mindestens 12 Monate sollte Dein Körper bis zu einer Folgeschwangerschaft Zeit haben, sich vollständig zu regenerieren. Und war der Kaiserschnitt für Dich eine große emotionale Belastung, kann ich Dir auch eine gute Nachricht mit auf den Weg geben. Durchaus ist bei einer Folgeschwangerschaft eine natürliche Geburt nach Kaiserschnitt möglich.

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

Hat der Artikel dir gefallen?

Meld dich jetzt zu meinem Hebammennewsletter an und ich melde mich bei dir sobald ich einen neuen Artikel veröffentlicht habe.

Du bekommst garantiert keinen Spam und kannst dich auch jederzeit wieder abmelden.

    Ich freue mich auf dich!

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    × Wie kann ich dir helfen?

    Hebammen-Newsletter

    Meld dich jetzt zu meinem Newsletter an und ich schicke dir regelmäßig neue Artikel von mir zu rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby:

    Du bekommt nur E-Mails zu den Themen Schwangerschaft, Geburt usw. und kannst dich jederzeit wieder abmelden.

     

    Alles Liebe, deine