Die Periode nach der Geburt

Periode nach der geburt

Während der Schwangerschaft war dein Menstruationszyklus im Ruhemodus. Es fand kein Eisprung statt und entsprechend hattest du auch keine Periode. Auch nach der Geburt dauert es eine Weile, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat. Bei vielen Frauen verändert sich die Regelblutung. Sie merken schon an ihrer ersten Periode nach der Geburt, dass etwas anders ist als zuvor: an der Intensität, der Dauer, der Abstände zwischen den Blutungen. Wann dein Eisprung und damit verbunden die Monatsblutung wieder einsetzen, hängt von einigen Faktoren ab. Einer der wichtigsten Faktoren in dem Zusammenhang ist das Stillen.

Die erste Periode nach Schwangerschaft und Geburt kann eine kleine Überraschung sein – besonders weil man nicht weiß, wann sie eintritt. Bei manchen Frauen ist es schon 6 Wochen nach der Geburt ihres Kindes so weit. Andere sind bis zu einem Jahr ohne Zyklus. Meist liegt der Zeitpunkt der ersten Periode nach der Geburt irgendwo dazwischen.

Das sollte Dich aber nicht zu sehr verunsichern. Im Beitrag werde ich Dir viele Fragen beantworten, damit Du diesem Moment gelassen entgegensehen kannst. Komme er, wann er wolle.

Die erste Periode nach der Geburt

Schon unmittelbar nach der Geburt kommt es zu Blutungen, die Dich eine Weile begleiten werden. Hierbei handelt es sich um den Wochenfluss, der im Zuge des Heilungsprozesses Deiner Gebärmutter auftritt. Er kann bis zu sechs Wochen dauern und verändert sich in dieser Zeit in Konsistenz und Farbe. Obwohl der Wochenfluss zu Beginn aufgrund der hohen Blutmenge einer starken Periode ähnelt, hat er mit Deinem Zyklus nichts zu tun. An der Beschaffenheit des Wochenflusses drückt sich aus, wie gut die Heilung Deiner Gebärmutter voranschreitet. Er wird deshalb bildhaft als “Spiegel der Wundheilung” bezeichnet. Im Laufe der ersten beiden Wochen wird er bräunlich und verliert immer mehr an Farbe, bis er irgendwann ganz versiegt. Die Gebärmutter ist nun vollständig verheilt. 

Nach einem Kaiserschnitt ist zu beobachten, dass der Wochenfluss schneller versiegt. Der Grund dafür ist die Ausschabung nach jedem Kaiserschnitt, bei der durch den Muttermund ein Großteil der Schleimhaut entfernt wird, die bei der natürlichen Geburt erst während des Wochenflusses von selbst abgeht.

Manchmal kann es beim Wochenfluss zu Komplikationen kommen, wenn etwa Reste der Plazenta in der Gebärmutter geblieben sind und deren vollständige Heilung verhindern. In solchen Fällen kann es passieren, dass erneut eine frische, rote Blutung beginnt, obwohl der Wochenfluss schon ganz oder beinahe versiegt ist. Vereinzelt ändert der Wochenfluss auch seine Farbe nicht und bleibt hell rot. Auch diese Blutung hat nichts mit der ersten Periode nach der Geburt zu tun. Bei diesen Anzeichen sollte sich ein Arzt per Ultraschall vergewissern, ob es Plazentareste in der Gebärmutter gibt.

Ist die Heilung der Gebärmutter abgeschlossen, beginnt eine Zeit, in der eine Slipeinlage für den auftretenden farblosen Ausfluss normalerweise ausreicht. Setzt nach dieser Pause letztendlich eine hellrote Blutung ein, handelt es sich mit großer Sicherheit um Deine erste Periode. Sie kann 6 Wochen nach einer Geburt wieder auftreten oder erst nach einem Jahr. Abhängig davon, ob und wieviel Du Dein Baby noch stillst.

Wann tritt die erste Periode nach der Geburt auf?

Wie schnell Dein Körper seinen Zyklus wieder aufnimmt, bestimmt unter anderem Dein Hormonhaushalt. Damit es zu einem Eisprung nach einer Schwangerschaft kommt, muss die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron erst wieder in Gang kommen. Denn nach der Geburt fallen die Hormone erst einmal in den Keller und werden bei stillenden Frauen durch das Stillhormon Prolaktin gehemmt.

Es wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und sorgt dafür, dass Dein Körper ausreichend Milch für das Baby produziert. Je intensiver eine Frau stillt, desto länger bleibt die Eizellenproduktion gehemmt. Der nette Nebeneffekt: Die Periode bleibt weiterhin aus. 

Irgendwann gibt es jedoch einen gewöhnungeffekt durch das Stillen und so setzt die Periode auch in der Stillzeit irgendwann ein. Im Mittel tritt die erste Periode um die 30. Woche nach der Geburt auf. Wurde nach der Geburt abgestillt, reguliert sich der Zyklus oft schon recht schnell und die erste Monatsblutung nach der Geburt kann auch schon nach 6-10 Wochen ankündigen.

Haben Frauen schon mehrere Kinder geboren, benötigt der Körper meist etwas mehr Zeit für die Rückbildung. Deshalb kann allein dadurch die Rückkehr der Menstruation nach der Geburt etwas länger dauern.

Verändert sich meine Periode nach Schwangerschaft und Geburt?

Möglicherweise merkst Du nach einer Schwangerschaft keinen Unterschied zur bisherigen Regelblutung. Doch die meisten Frauen nehmen Veränderungen wahr – in alle Richtungen. Oft ist die Periode im Vergleich zu früher:

  • unregelmäßig
  • stärker oder schwächer
  • länger
  • schmerzhafter
  • verändert in der Konsistenz

Überwiegend erzählen mir Frauen von einer stärkeren und schmerzhafteren Menstruation nach der Geburt. Oft wird während der Monatsblutung auch ein starker Druck im Bereich des Beckenbodens wahrgenommen, was sicher auch dem geschwächten Beckenboden nach der Geburt geschuldet ist.

Hygieneartikel Periode

Eine Mutter von drei Kindern hat mir erst vor Kurzem erzählt, dass sie nach jeder Geburt Veränderungen an der Periode bemerkt hat. Während sie nach dem zweiten Kind einmal im Monat ziemlich heftige Unterleibsschmerzen hatte, seien diese nach dem dritten Kind fast vollständig verschwunden. Dafür sei die nun relativ starke Periode in weniger Tagen überstanden. Sicher haben solche Veränderungen nicht nur etwas mit einer vorangegangenen Schangerschaft zu tun, sondern auch damit, dass sich der Menstruationszyklus im Leben einer Frau immer mal wieder verändern kann.

Hygiene bei der Monatsblutung

Die erste Periode wird sich wahrscheinlich nicht lang ankündigen, sondern vielmehr überraschend kommen. Es schadet deshalb nicht, immer eine Binde in der Handtasche mitzunehmen, wenn Du unterwegs bist. In der Zeit vor Deiner Schwangerschaft hast Du sicher individuelle Vorlieben bei der Monatshygiene entwickelt. Ob Du Binden, Tampons oder eine Menstruationstasse verwendest hast. Diese Vorlieben könnten sich nach der Geburt allerdings ändern, wenn Du Deine Periode anders wahrnimmst als vor der Schwangerschaft.

Kann man nach einer Geburt Tampons benutzen?

Setzt Deine Periode innerhalb der ersten 6-8 Wochen nach der Geburt ein, würde ich Dir eher von Tampons für den Anfang abraten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der kleine Wattebausch in einem noch nicht komplett verheilten Milieu eine Infektion begünstigt. So kurz nach der Geburt, können sich viele Frauen ohnehin oft nicht vorstellen etwas in die Scheide einzuführen, gerade wenn es zu Geburtsverletzungen gekommen ist. Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich diesbezüglich keine Bedenken. Achte wie auch vor der Schwangerschaft darauf, den Tampon regelmäßig nach etwa drei Stunden zu wechseln. 

Es kann allerdings sein, dass Du mit einem Tampon nicht mehr so gut zurecht kommst wie vor Deiner Schwangerschaft. In der Stillzeit ist oft durch den niedrigen Östrogenspiegel die Scheide sehr trocken und so kann bereits das Einführen unangenehm sein. Aber vor allem kann der noch schwache Beckenboden das Tragen des Tampons erschweren. Da es dem Beckenboden nach der Schwangerschaft noch an Kraft fehlt, wird der Tampon oft nicht an Ort und Stelle gehalten und rutscht nach unten. Ein unangenehmes Gefühl. Oft fühlt sich eine Tampongröße mehr besser an, Viele Frauen nutzen auch Tampons mit Flügeln, die sich auffalten und für besseren Halt sorgen.

Was ist eine Menstruationstasse?

Alternativ zum Tampon nutzen einige Frauen gerne Menstruationstassen, um das Blut während der Periode aufzufangen. Auch sie empfehlen sich erst etwa acht Wochen nach der Geburt. Hast Du schon mit einer Menstruationstasse Erfahrungen gesammelt? Dann gilt hier das gleiche wie beim Tampon: Eventuell fühlen sie sich in Deinem veränderten Unterleib nach einer Geburt zunächst komisch an. Außerdem wäre es möglich, dass Du sie nun eine Nummer größer benötigst. 

Wenn Dir die Menstruationstasse noch kein Begriff ist, möchte ich Dir einen kurzen Überblick geben. Vielleicht entdeckst Du sie als Alternative zum Tampon für dich.

Deshalb könntest Du die Menstruationstasse mögen:

  • bis zu acht Stunden unsichtbaren Schutz
  • trocknet die Scheidenflora nicht aus
  • geruchslos
  • umweltfreundlich
  • jahrelang verwendbar und deshalb auf Dauer günstig

Was Du auch bedenken solltest:

  • Anwendung erfordert etwas Übung 
  • Reinigungsaufwand bei jeder Anwendung
  • Blut in größerer Menge zu sehen

Es handelt sich bei Menstruationstassen um kleine Becher, die in der Regel aus Silikon hergestellt sind. Sie verfügen über einen verdickten oberen Rand und am unteren Ende über einen Ring, ein Stäbchen oder einen kleinen Knubbel, um die Menstruationstasse wieder entfernen zu können.

Menstruationtasse falten

Die Menstruationstasse wird in etwa wie ein Tampon in die Scheide eingeführt, allerdings sitzt sie nicht so tief. Hierzu faltest Du sie zusammen und schiebst sie in der Scheide an die richtige Position. Wenn Du dabei in die Hocke gehst, klappt es besser. Lässt Du sie los, entfaltet sich die Menstruationstasse und schließt seitlich ab. Dadurch kann kein Blut an ihr vorbei fließen und es entsteht ein leichter Unterdruck. Ob sie korrekt sitzt, kannst Du mit einem Finger rundherum ertasten.

Wenn Du die Menstruationstasse entfernst, löst Du zunächst leicht den Unterdruck mit einem Finger und ziehst sie anschließend vorsichtig heraus. Das Blut kannst Du in die Toilette schütten und die Tasse sofort am Waschbecken mit klarem Wasser ohne Seife gut ausspülen. Anschließend ist sie bereit für die Wiederverwendung. Nach jeder Periode solltest Du die Menstruationstasse reinigen, indem Du sie nach Herstellerangaben auskochst.

Da die Menstruationstassen in Größe und Fassungsvermögen variieren, musst Du vielleicht zunächst etwas rumprobieren bis Du die richtige Größe für Dich gefunden hast.

Kann ich trotz ausbleibender Periode schwanger werden?

Oh ja, das ist ganz klar möglich. Der erste Eisprung findet ca. zwei Wochen vor Deiner ersten Periode statt. Insofern wäre eine erneute Schwangerschaft schon unmittelbar nach dem Wochenfluss möglich. Ich kenne Geschwisterkinder, deren Geburten nur 12 Monate auseinander liegen. Das war so nicht unbedingt geplant und ist auch für den weiblichen Körper eigentlich nicht optimal.

Immer wieder taucht in dem Zusammenhang folgende Frage auf: Kann Stillen als Verhütungsmethode sicher angewendet werden? Wenn eine Frau voll stillt, ist zwar ein gewisser Empfängnisschutz gegeben, aber zuverlässig ist dieser Schutz nicht. Auf diese Art sollte man keine Empfängnisverhütung betreiben, wenn man auf keinen Fall schwanger werden möchte.

Ein recht hoher Empfängnisschutz ist unter folgenden Voraussetzungen gegeben:

  • das Baby sollte 6 x innerhalb von 24 Stunden gestillt werden
  • tagsüber sind die Stillpausen nicht größer als 4 Stunden
  • nachts nicht größer als 6 Stunden
  • die Gesamtstilldauer muss länger als 80 Minuten pro Tag sein
  • das Baby wird nicht zugefüttert
  • die erste Periode nach Geburt hat noch nicht stattgefunden
Diaphragma als Verhütungsmethode nach geburt

Auch wenn Du noch stillen solltest und Deine Periode noch nicht wieder eingesetzt hat, solltest Du und Dein Partner euch Gedanken um Verhütung machen, wenn ihr Sex habt und eine rasche Schwangerschaftsfolge verhindern möchtet. Für Stillmamas empfehlen sich mechanische Verhütungsmethoden, wie ein Kondom oder Diaphragma, Verhütungsmethoden auf Kupferbasis, wie eine Kupferspirale oder Kupferkette, aber auch hormonelle Verhütungsmittel auf Progesteronbasis wie die Minipille, Dreimonatsspritze oder das Hormonpflaster. Am besten lässt Du Dich von deinem Gynäkologen diesbezüglich beraten.

Fazit

Sie macht uns Frauen das Leben nicht immer leicht, die Menstruation: Dauer, Intensität und Schmerzerscheinungen bestimmen einmal im Monat unseren Alltag mit und können sich nach der Schwangerschaft verändern. Genieße deshalb die Zeit der Schwangerschaft und während des Stillens, in der sie ausbleibt. 

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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