Rückbildung – nach der Schwangerschaft zurück zu gewohnter Stärke

Rückbildung nach Schwangerschaft

Wie lange dauert der Wochenfluss? Werde ich das zusätzliche Gewicht wieder vollständig verlieren? Welche Probleme können bei der Rückbildung nach der Schwangerschaft auftreten?

Das sind nur einige der Fragen, die ich als Hebamme häufig gefragt werde. Verständlicherweise begleiten solche Fragen werdende Mamas schon während der Schwangerschaft. Ist das Baby schließlich auf der Welt, überschlagen sich im Körper der Mutter die Ereignisse: Die Zeit der Rückbildung beginnt. Und sie dauert noch einmal zwischen neun Monaten und zweieinhalb Jahren an. Aber was genau steckt hinter dem allgemeinen Begriff Rückbildung und welche Regionen des Körpers sind davon betroffen? Werfen wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen Bereiche während der Rückbildungsphase.

Wann beginnt die Rückbildung nach der Geburt?

Sobald die Plazenta sich aus der Gebärmutter gelöst hat und als Nachgeburt dem Baby folgt, beginnt der weibliche Körper mit der Rückbildung. Was am Ende der Schwangerschaft auf die Größe eines Medizinballs angewachsen war, zieht sich innerhalb von 10 – 14 Tagen wieder auf die Größe einer Birne zusammen. Für die Rückbildung der Gebärmutter auf ihre ursprüngliche Größe kontrahiert sie sich die fortwährend. Bereits unmittelbar nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter durch eine Dauerkontraktion auf die Hälfte ihrer vorherigen Größe zusammen.

In den Tagen nach der Gebrt spürst Du diese Kontraktionen als sogenannte Nachwehen. Sie sind weniger schmerzhaft als die Geburtswehen, können aber durchaus unangenehm sein. Insbesondere beim zweiten oder dritten Kind sind Nachwehen oft so unangenehm, dass sich Schmerzmittel in den ersten Tagen nach der Geburt manchmal nicht umgehen lassen.

Das körpereigene Hormon Oxytocin, welches auch für die Geburtswehen verantwortlich ist, fördert die Nachwehen und beschleunigt dadurch die Rückbildung der Gebärmutter. Es wird insbesondere während des Stillens ausgeschüttet. Durch die Tätigkeit der Gebärmutter wird ebenfalls der Wochenfluss angeregt. Du wirst deshalb wahrscheinlich nach dem Stillen häufig die Binde wechseln müssen.

Das alles betrifft die Rückbildung nach der Geburt

Eine geläufige Hebammenregel verdeutlicht, mit welch einem langen Prozess wir es bei der Rückbildung zu tun haben: Es kommt 9 Monate und es geht 9 Monate. Durchaus auch länger. Da sich viele Partien Deines Körpers durch Schwangerschaft und Geburt verändert haben, benötigt er ausreichend Zeit, sie wieder in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Das betrifft Deinen Hormonhaushalt, die Zusammensetzung Deines Blutes, die Größe der Gebärmutter, die Brustdrüsen, Dein Körpergewebe etc.

Das Gewicht des Babys hat insbesondere die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur sehr beansprucht. Die Muskulatur wurde überdehnt, ausgedünnt und als Vorbereitung auf die Geburt aufgelockert. Alle Muskeln müssen nach und nach wieder gekräftigt werden und die Wunden, die durch die Geburt entstanden sind wieder heilen.

Wundheilung im Wochenbett und darüber hinaus

Bei jeder Geburt hinterlässt die Plazenta eine etwa 22 cm breite Wunde an der Innenseite der Gebärmutter, die zunächst stark blutet. Dein Körper schafft es durch die Nachwehen, die Wunde und damit den Blutverlust stetig zu verkleinern. Du bemerkst es am bis zu sechs Wochen andauernden Wochenfluss, der langsam abnimmt und seine Farbe verändert. Von einer anfangs dunkelroten Färbung mit kleinen Blutklümpchen wechselt der Farbton über helleres Rot und Braun zu einem gelblichen und schließlich weißen Ton. Der Wochenfluss ist der Spiegel der Wundheilung und lässt aufhorchen, wenn Farbton oder Intensität sich nicht in diesem Rahmen veränder

Der Wochenfluss setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen:

  • Blut
  • Schleimhaut
  • Wundflüssigkeit
  • weiße Blutkörperchen
  • Bakterien

TIPP: Um den Wochenfluss aufzufangen, empfehle ich Binden ohne Plastikanteil fürs Wochenbett – beispielsweise Pelzy oder Flockenwindeln. Tampons sind wegen der bakteriellen Bestandteile im Wochenfluss ungünstig.

Hautüberschuss nach geburt

Die Rückbildung der Gebärmutter

Wie schnell sich die Gebärmutter im Wochenbett zurückbildet, hängt auch von den Umständen der Geburt ab. Nach einem Kaiserschnitt dauert es etwas länger, da eine zusätzliche Wunde entstanden ist. Stillende Frauen fördern durch häufiges Anlegen des Babys ihre Oxytocin-Ausschüttung – und damit die Nachwehen. Daher bildet sich die Gebärmutter bei stillenden Frauen meist etwas schneller zurück.

TIPP: Du kannst auch selbst unterstützende Maßnahmen ergreifen: Häufige Bauchlage, sanfte Massagen des Bauches oder ein Wochenbett-Tee helfen bei der Rückbildung Gebärmutter und Hormonhaushalt.

Geburtsverletzungen heilen lassen

Grundsätzlich solltest Du Deinem Körper im Wochenbett viel Erholung und Pflege widmen. Dein Körper hat viel geleistet und hat es verdient sich auszuruhen.

Außerdem kommt es bei jeder Geburt zu kleineren und größeren Verletzungen an Scheide, Schamlippen oder Beckenboden. Das können kleine Fissuren, aber auch sichtbare Geburtsverletzungen sein, die genäht werden mussten. Bei einem Dammriss oder Dammschnitt ist meist eine Naht unumgänglich. Meist heilen Dammverletzungen sehr schnell und unkompliziert ab. Aber beim Laufen und beim Toilettengang wirst Du sie noch Tage bis Wochen bemerken.

Auch im stark überdehnten Beckenboden sind kleine Risse nicht ungewöhnlich. Da sie nicht mit dem Auge erkennbar sind, solltest Du im Wochenbett generell das tun, was einem gesunden Wundheilungsprozess zuträglich ist: viel liegen und Dich schonen.

TIPP: Die Wundheilung Deiner Geburtsverletzungen kannst sehr gut mit Sitzbädern oder Spülungen mit Eichenrinde und Calendula unterstützen. Das ist wohltuend und hilft bei der Regeneration.

Die Kaiserschnittnarbe pflegen

Hattest Du einen Kaiserschnitt, so wird die ca. 10 – 15 cm lange Kaiserschnittnarbe oberhalb Deines Schamhügels eine bleibende Erinnerung an die Geburt Deines Kindes sein. Meist heilt die äußere Kaiserschnittnarbe bereits im Wochenbett gut ab. Die inneren Heilungsprozesse können allerdings bis zu einem Jahr dauern.

Wichtig für eine gesunde Rückbildung nach Kaiserschnitt ist es, Belastungen vom Bauch fern zu halten. Verzichte deshalb zunächst für einige Wochen auf:

  • Druck oder Zug an der Narbe
  • zu eng anliegende oder scheuernde Kleidung
  • ruckartige Bewegungen
  • Sit-Ups oder Crunches

TIPP: Ich empfehle Dir für das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt hochsitzende Unterhosen, die oberhalb der Narbe sitzen und nicht scheuern. Außerdem kannst Du bereits nach 7 Tagen Deine Narbe mit sanften Massagen pflegen und so das Erscheinungsbild Deiner Kaiserschnittnarbe positiv beeinflussen.

Let’s talk about Beckenboden

Falls Du nach der Geburt das Gefühl hast, nach unten offen zu sein, ist das Deinem stark überdehnten und geschwächten Beckenboden geschuldet. Langsam normalisiert sich der Muskeltonus im Wochenbett allerdings wieder, sodass Du mit leichten reflektorischen Beckenbodenübungen seine Regeneration unterstützen kannst. Dabei weise ich immer wieder gerne darauf hin, wie wichtig eine sanfte Vorgehensweise ist. Dem gesamten Rückbildungsprozess ist nicht geholfen, wenn Du Dich zu früh überlastest.

Organe rutschen an Ort und Stelle

Während der Rückbildung machen sich in Bauch und Brustkorb weitere Veränderungen bemerkbar. Alle Organe, die der wachsenden Gebärmutter mehr und mehr gewichen sind, gewinnen langsam ihren ursprünglichen Platz zurück. Man könnte es auch „Völkerwanderung der Organe“ nennen. Lunge und Zwerchfell können sich wieder voll entfalten. Das Herz rutscht in seine Position zurück.
Im Verdauungstrakt sind Verstopfungen nicht selten, weil der Darm durch das Platzangebot in seiner Tätigkeit etwas träge geworden ist. Sei vorsichtig beim Drücken, falls Du noch Hämorrhoiden haben solltest. Diese bilden sich auch nur langsam wieder zurück. Falls Du beim Toilettengang stark pressen musst, kann das die Rückbildung der Hämorrhoiden verhindern. In dem Artikel “Hämorrhoiden in der Schwangerschaft” findest Du einige Tipps gegen Hämorrhoiden.

Auch die Blase nehmen viele Frauen wegen des ungewohnten Platzangebots anfangs nicht wahr. Bis die Organe sich wieder regeneriert haben, dauert es ein paar Tage bis Wochen. Hab in dieser Zeit keine Angst vor ungewöhnlichen Geräuschen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass sich alles normalisiert.

TIPP: Um die Darmperistaltik etwas anzukurbeln kann man den Bauch im Uhrzeigersinn massieren. Wenn Du anfangs nicht spühren solltest, ob deine Blase gefüllt oder leer ist, geh einfach alle 2-3 Stunden auf die Toilette. Mit der Zeit wird die Wahrnehmung wieder zurückkommen.

Die Rektusdiastase wird kleiner

Bemerkst Du nach der Entbindung eine Lücke zwischen Deinen geraden Bauchmuskeln? Diese kann vom Brustbein bis zum Schambein laufen, sich aber auch nur im Berich des Nabels befinden. Diese Lücke nennen wir im Fachjargon „Rektusdiastase“ (RD), die sich ab der 20. SSW bildet, um der größer werdenden Gebärmutter und den anderen Organen Platz einzuräumen. Dabei weichen die geraden Bauchmuskeln auseinander.
Der Spalt schließt sich nicht unmittelbar nach der Geburt, aber in den meisten Fällen ist nach dem Wochenbett nicht mehr viel davon zu tasten.

Bei manchen Frauen kann sich die Rektusdiastase aber noch nach Monaten deutlich zeigen und benötigt ein bisschen Hilfe bei der Regeneration. Neben speziellen Übungen, solltest Du auf schonende Bewegungsabläufe achten, um das Ausheilen der Bauchspalte zu unterstützen.

TIPP: Steh über die Seite auf und leg Dich auch genau so hin. So sparst Du die geraden Bauchmuskeln aus und unterstützt den Rückbildungsprozess. Mit Kinesiotape oder einer Bauchmassage im Wochenbett lässt sich dem Bauch nach der Geburt auch von außen etwas Gutes tun.

Die Rückbildung der Haut

Dass Dein größtes Sinnesorgan – die Haut – sich während einer Schwangerschaft über die Maßen verausgabt hat, wirst Du nicht nur am Bauch erkennen. Die Haut an Brüsten, Po und allen Körperbereichen, an denen es zu Wassereinlagerungen kam, hat sich gedehnt. Manchmal kommt es dadurch zu Schwangerschaftsstreifen, die als bleibende Erinnerung auch noch Jahre nach der Schwangerschaft erkennbar sind. Ihre Farbe verblasst zwar mit der Zeit, doch verschwinden werden sie nicht komplett.
Im Laufe der Rückbildung regeneriert der Körper auch die Haut wieder. Sie zieht sich langsam zusammen und erlangt einen Teil ihrer Elastizität zurück. Bei einigen Frauen bildet sich die Haut am Bauch nicht wieder komplett zurück. Anderen sieht man eine Schwangerschaft im Nachhinein manchmal nicht ansieht. Deine Anlagen spielen hier eine große Rolle. Und die Geschwindigkeit, mit der Du das hinzugewonnene Gewicht wieder verlierst. Lässt Du deiner Haut ausreichend Zeit und verwöhnst sie hin und wieder mit einer wohltuenden Massage, hat das durchaus einen positiven Effekt.

Gewichtsabnahme nach der Geburt

Am Ende der Schwangerschaft wiegt die durchschnittliche Frau ca. 10 – 12 Kilogramm mehr als vorher. Das liegt natürlich am wachsenden Kind, dem höheren Blutvolumen, Wassereinlagerungen und auch an steigenden Fettreserven, die sich der Körper anlegt. Unmittelbar durch die Geburt verlassen mit Baby, Fruchtwasser und Plazenta rund 6 kg Deinen Körper. Dass in den Augen vieler Frauen die übrigen Kilos lieber heute als morgen folgen sollen, ist verständlich. Doch in Sachen Gewichtsabnahme ist Geduld eine entscheidende Tugend.
Schon während des Wochenbetts schafft es der Körper, Wassereinlagerungen auszuschwemmen. Für die Stillzeit bleiben Dir allerdings noch ca. 4 kg an Fettreserven erhalten. Das Stillen selbst unterstützt bei der Gewichtsabnahme. Und sobald Du Dich wieder gezielt bewegen kannst, verliert Dein Körper weitere Pfunde. Sich mit dem Abnehmen nach der Geburt zu sehr unter Druck zu setzen, wäre in vielfacher Hinsicht kontraproduktiv.

Probleme mit der Rückbildung

Nicht immer läuft bei der Rückbildung alles ohne Komplikationen ab. Wenn der Körper Unterstützung benötigt, macht sich das auf unterschiedlichen Ebenen bemerkbar. Mit diesem Überblick über die häufigsten Probleme bei der Rückbildung möchte ich Deine Aufmerksamkeit ein wenig schulen. Aber Dir auch Ängste nehmen.

Lochialstau

Kontrahiert die Gebärmutter während der ersten Tage nicht ausreichend, kann der Wochenfluss nicht fließen und sammelt sich im Inneren. Eine Infektion ist möglicherweise die Folge. Was früher als Kindbettfieber teils fatale Folgen für die Mutter hatte, lässt sich heute leicht mit einem Antibiotikum behandeln. Bei Fieber im Wochenbett ist es deshalb sehr wichtig, den Wochenfluss im Blick zu haben.

Das kann bei Lochialstau auf natürliche Weise helfen:

  • Bewegung (bringt den Wochenfluss in Gang)
  • Bauchlage (übt hilfreichen Druck auf die Gebärmutter aus)
  • Bauchmassage (bewirkt ebenfalls, dass die Gebärmutter stimuliert wird und sich zusammenzieht)

Hormonelle Rückbildung – von Babyblues bis postpartale Depression

Dass der Hormonhaushalt nach einer Geburt verrückt spielt, bemerken 80% der Frauen in den ersten zehn Tagen. Sie erleben emotionale Höhen und Tiefen, brechen ohne erkennbaren Grund in Tränen aus, sind einfach überwältigt von ihren Gefühlen. Besonders wenn um den dritten oder vierten Tag die Milchbildung in Gang kommt, ist dieser sogenannte Babyblues Teil des Alltags. Diese Entwicklung ist völlig normal und sollte Dich nicht ängstigen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch, wenn Du auch nach dieser Phase eine depressive Grundstimmung hast, die einfach nicht verschwinden will. Verschlimmern sich die Symptome zusehends, sprechen wir von einer postnatalen Despression (PPD).

Erste Anzeichen einer postnatalen Depression können sein:

  • Übermäßiges Weinen
  • Schuldgefühle
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfung
  • Bindungsstörungen zum Baby

Die postpartale Depression sollte auf keinen Fall ein Tabuthema sein. Rechtzeitig erkannt, lässt sie sich durch Medikamente sehr gut behandeln. Wichtig ist auch, die Mutter in dieser Phase zu entlasten und ihr Verständnis entgegen zu bringen.

Posttraumatische Belastungsstörung

Die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und sich bei Bedarf Hilfe zu organisieren, ist auch bei einer posttraumatischen Belastungsstörung enorm wichtig. Sie liegt vor, wenn Du das Geburtserlebnis nicht verarbeiten konntest. Trotz sorgfältiger Vorbereitung und Begleitung verlaufen Geburten nicht immer wie erhofft. Sei es, weil das Kind nach tagelanger Anstrengung doch per Kaiserschnitt geboren werden musste, oder weil die Mutter unter der Geburt extremen Erfahrungen ausgesetzt war. Manche Frauen sind so schwer traumatisiert, dass sie im Nachhinein immer wieder Albträume, Flashbacks und Panikattacken haben. Die Symptome ähneln denen einer PPD.
Im Wochenbett kann das Heilbad nach Brigitte Meissner helfen dem traumatischen Geburtserlebnis Raum zu geben und die Geburt Stück für Stück zu verarbeiten. Es ist die nachträgliche Simulation der Geburt, wie sie hätte ablaufen sollen. Man kann das Bad mit einem Heilgespräch verbinden, in dem man seine Gefühle und Gedanken seinem Kind mitteilt. Die ersten Male kann die Hebamme gemeinsam das Bad mit einem durchführen. Auch das Anfordern des Geburtsberichts aus der Geburtsklinik kann hilfreich sein den Verlauf der Geburt zu verstehen.

Erste Hilfe nach einer schweren Geburt erhalten Frauen beim Hilfe Telefon “schwierige Geburt”, wo sie über das Geburtserlebnis und ihre Gefühle sprechen können und gemeinsam mit der Beraterin überegen, ob weitere Gespräche oder eine Therapie gewünscht werden.

Verzögerte Rückbildung der Rektusdiastase

Schließt sich die Rektusdiastase auch nach Monaten noch nicht von selbst, verspüren betroffene Frauen oft eine fehlende Kraft in der Körpermitte. Auch ein vorgewölbter Bauch, noch lange nach der Geburt kann ein Zeichen für eine bestehende Rektusdiastase sein.
Zur Kräftigung der Körpermitte und um letztlich die Rektusdiastase zu schließen, sind spezialisierte Physiotherapeuten ideale Anlaufstellen. Sie können Dir mit einem speziellen Trainingsplan und gezielten Übungen bei diesem Problem helfen.

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Inkontinenz durch einen schwachen Beckenboden nach Geburt

Wenn Du im ersten Jahr nach der Geburt das Gefühl hast, beim Lachen, Husten, Niesen oder Hüpfen unkontrolliert Urin aus deiner Blase zu verlieren, handelt es sich um eine nicht untypische Belastungsinkontinenz. Das Problem entsteht bei 30% der Müttern durch einen weiterhin geschwächten Beckenboden, der bei Druck von oben nicht ausreichend standhalten kann.
Schon im Rückbildungskurs arbeiten wir Hebammen gezielt an einer Kräftigung Deines Beckenbodens, um diesem Problem vorzubeugen. Sollte das nicht ausreichen, kannst Du Dir spezielle Physiotherapie für den Beckenboden verschreiben lassen. Auch im Alltag mit Baby empfehlen sich beckenbodenschonende Bewegungen als dauerhafte Begleiter.

Du wirkst einer Belastungsinkontinenz entgegen, indem du…

  • … beim Toilettengang starkes Pressen vermeidest
  • … mit geradem Rücken und angespanntem Beckenboden Dinge anhebst.
  • … über Deine Schulter hustest und niest.
  • … Dir viele andere meiner Tipps zu Herzen nimmst -> siehe Artikel “Beckenbodenschonung im Alltag”

Symphysenlockerung

Als Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt hat Dein Körper viele Gewebeschichten gelockert und flexibler gemacht. Dazu zählt auch der Knorpel, der die beiden Seiten Deines Schambeins in der Mitte verbindet. Das Becken macht dadurch dem Baby mehr Platz im Becken Bleibt es auch noch Monate nach der Geburt bei dieser Symphysenlockerung, äußert sich das in Form von Schmerzen bei Bewegungen. Treppen steigen oder aus dem Auto steigen fällt Dir entsprechend schwer. Auch der Stand auf einem Bein wäre schmerzhaft.

Es gibt in dieser Situation zwei wirkungsvolle Ansatzpunkte:

  • Schmerzende Bewegungen soweit es geht vermeiden
  • Das Becken über Muskelaufbau stabilisieren
Kniebeugen Squats gegen Symphysenlockerung

Probleme bei der Gewichtsabnahme nach der Geburt

Dass sich Frauen nach einer Geburt schnell wieder ihrem Wunschgewicht nähern wollen, ist verständlich. Du solltest jedoch wissen, dass ein großer Teil des zusätzlichen Gewichts aus Wassereinlagerungen besteht, die erst nach und nach wieder ausgeschwemmt werden.

Reduzierst Du absichtlich Deine Energiezufuhr durch einseitige Ernährung, steht Dir während der Stillzeit beispielsweise nicht genügend Energie zur Verfügung. Bedenke, dass es kräftezehrend ist ein Baby zu versorgen und Dein Energiebedarf während dieser Zeit um rund 500 kcal erhöht ist.

Überschüssigen Pfunde lassen sich sicher kurzfristig mit einer Blitzdiät angehen, jedoch erleben die meisten Frauen den sogenannten Jo-Jo-Effekt – ihr Gewicht steigt später oftmals wieder an. Außerdem können bei einer schnellen Gewichtsabnahme Giftstoffe aus dem Fettgewebe mobilisiert werden und in die Muttermilch übergehen. Stattdessen setze lieber langfristig auf eine ausgewogene Ernährung und angepasste Bewegung. Nach dem Rückbildungskurs kommt die Zeit für den Beginn intensiverer Trainingseinheiten, die sich langsam steigern. Dadurch kommt Dein Herz-Kreislauf-System in Schwung und der Fettabbau geschieht in angemessenem Tempo.

Hier erklärt Dir Ernährungscoach Anke Weber mehr über Ernährung und Abnehmen nach der Schwangerschaft.

Wann kann ich mit Rückbildungsgymnastik anfangen?

Hattest Du eine vaginale Geburt, ist ein Beginn von Rückbildungsübungen nach frühestens 6 Wochen empfehlenswert. Vorher stehen die natürlichen Heilungsprozessen, die Wundheilung, die hormonelle Umstellung und das Kennenlernen Deines Babies an erster Stelle.

Mit Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt solltest Du etwas länger warten. Durch die zusätzlichen Heilungsprozesse empfielt es sich erst nach 8-10 Wochen mit Rückbildung zu beginnen. Vorher solltest Du Dich höchstens mit leichter Wochenbettgymnastik beschäftigen:

  • Atemübungen
  • Becken kippen
  • Beckenuhr
  • sanftes Ansteuern des Beckenbodens

Hebammen und Physiotherapeuten stellen ihr umfangreiches Know-How in Rückbildungskursen zur Verfügung. Hier lernst Du Deinen Beckenboden zu spühren, kräftigst Deine Körpermitte und lernst Verhaltensweisen, die Deinen Beckenboden und Deine Körpermitte schonen. Je nach Wohnort kann es allerdings sehr schwer sein, einen passenden Kurs zu finden. Ich rate Dir deshalb, Dich zeitig nach der Geburt oder sogar schon gegen Ende der Schwangerschaft anzumelden.

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Zwischen diesen Rückbildungskursen kannst Du wählen:

Präsenzkurse vor Ort: Rückbildungskurse werden in Krankenhäusern, Hebammenpraxen, im Rahmen von Elternschulen oder in Geburtshäusern mit oder ohne Begleitung des Babys angeboten. Schön ist, dass man hier auf Gleichgesinnte trifft und sich austauschen kann.

Online Rückbildungskurs: Eine sinnvolle Alternative stellen Online-Rückbildungskurse da, die Dich zeitlich und örtlich unabhängiger machen. So kannst Du Dir und Deinem Baby viel Fahrerei ersparen. Hier hast Du die Auswahl zwischen Video-Sequenzen oder einem Kurs als Live-Session.

Ob Du Dich für einen Rückbildungskurs vor Ort oder zu Hause entscheidest, liegt ganz bei Dir und ist abhängig von Deinen Bedürfnissen.

Wann ist die Rückbildung abgeschlossen?

Die Rückbildung nach einer Schwangerschaft ist ein langer Prozess und leider nicht mit zehn von der Krankenkasse finanzierten Zeitstunden in einem Kurs vollzogen. Die tatsächliche Dauer lässt sich nicht beziffern. Zu individuell sind die Leistungen des Körpers, die Beschwerden im Anschluss an die Geburt, die Beanspruchung der Muskulatur einer jeden Frau. Die vollständige Rückbildung kann auch mal bis zu 2,5 Jahre dauern.

Der Rückbildungskurs ist ein sehr guter Anfang. Im Anschluss sind ein Mütterfitnesskurs, ein Beckenbodenkurs, Aqua-Fitness oder Crosstraining bestens geeignet, Dich schrittweise wieder fit zu machen. Auch ans Joggen und andere High Impact Trainingseinheiten solltest Du Dich nur langsam herantasten, um Deinen Beckenboden, aber auch die Bänder und Gelenke nicht zu stark zu beanspruchen. Auch wenn die Geduldsprobe Dir als aktiver Mensch besonders schwer fallen mag, empfehle ich mindestens 6 Monate zu warten bis Du Dich an belastendere Sportarten heranwagen solltest. Wie der Wiedereinstieg in den Sport gut gelingt erfährst Du im Artikel “Joggen nach der Geburt”. Je länger Du mit Deinen favorisierten, aber zu belastenden Sportarten wartest, desto besser gelingt Dir später der dauerhafte Wiedereinstieg in den Sport. Es hat alles seine Zeit!

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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